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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1905-01-01 · 8 (1905) · p. Seite 147

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
8 (1905)
Article
Immanuel Kant in seinen Beziehungen zum Judentum
Date
1905-01-01
Page
Seite 147 (sequence 24)
Language
German
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IRI
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147 7. Februar 1766 auszugsweise mitgeteilt, der um so interessanter ist, als darin auf gewisse Vorgänge in der Königsberger jüdischen Gemeinde um jene Zeit hingewiesen wird; er lautet: „Es gibt keine Umschweife von der Art, wie sie die Mode verlangt, zwischen zwei Personen, deren Denkungsart durch die Aehnlichkeit der Verstand esbeschäftigung und die Gleichheit der Grundsätze einstimmig ist. Ich bin durch dero gütige Zuschrift erfreut worden und nehme Ihren Antrag wegen künftiger Fortsetzung der Korrespondenz mit Vergnügen an. Herr Mendel Koshmann hat mir den jüdischen Studenten Leon zusamt dero Empfehlung zugeführt. Ich habe ihm sehr gern meine Kollegien und andere Dienstleistungen zugestanden. Allein vor einigen Tagen ist er zu mir gekommen und hat sich erklärt, daß er sich der Gelegenheit, welche die jetzigen polnischen Zufuhren gebe, bedienen wolle, um eine kleine Reise zu den Seinigen zu tun, von da er um Ostern allhier wieder einzutreffen gedenkt. Es scheint, daß er sich bei der hiesigen jüdischen Gemeinde durch einige Vernachlässigung in der Observanz ihrer gesetzmäßigen Gebräuche nicht gänzlich zu seinem Vorteil gewiesen habe und da er ihrer nötig hat, so werden Sie ihm deswegen künftig die gehörige Vorschrift geben, in Ansehung welcher ich ihm schon Zum voraus einige Erinnerungen, die die Klugheit gebeut, habe merken lassen." Sie sandten sich auch gegenseitig ihre neuesten Publikationen und erbaten sich zugleich eine durchaus strenge, freimütige Beurteilung derselben. So sandte z. B. Kant im genannten Jahr seine Schrift „Träumerei" an Mendelssohn, ihn zugleich beauftragend, einige andere Exemplare an dem Verfasser befreundete Herren, wie den Hosprediger Sack, den Oberkonsistorialrat Spalding, die Professoren Lambert, Sulzer und Formey abgeben zu lassen. In den Briefen an seinen Korrespondenten unterzeichnet sich Kant „mit wahrer Hochachtung dero ergebenster Diener" oder „mit der größesten Hochachtung dero ergebenster Diener" bezw. auch „meines höchstschätzbaren treuen Freundes ergebenster Diener". Moses Mendelssohn, der nie jemandem schmeichelte und feiner Ueberzeugung, wenn auch in angenehmen Formen, stets rückhaltlosen Ausdruck gab, nahm auch Kant gegenüber kein Blatt vor den Munde und so unterwarf er denn die schon genannte, ihm dedizierte Schrift „Träumerei" einer unum- 10*

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