Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 6 (1903)
- Article
- Mittheilungen aus dem Briefwechsel zwischen Zunz und Kaufmann
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 145 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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145 jüngsten Schreibens an Sie abgehen: vielleicht liefert es Stoff zu einer דרשה*). Mein körperlicher Zustand ist, wenngleich ertraglich, doch nicht besser geworden, und weil man mich auf der Straße trifft, hält die Menge mich für gesund, während ich in Wahrheit siebenfach leide. Herzberg thut mir leid; wohnte er hier und ich wäre 20 Jahre jünger, wäre vielleicht was zu thun gewesen; jetzt bin ich zu nichts mehr nutz, auch. nicht zu gelehrten Nachweisungen: meine eigene Bibliothek ist. für mich eine geschlossene Welt. Daß Sie jetzt magyarisch verstehen,. hörte ich von Dr. Frankl. Da ich fast stets Kopfschmerzen habe, so wird mir auch anhaltendes Schreiben sauer: Sie sehen hieraus, wie dumm der Todesengel geworden, da er längst hätte abholen sollen den Ihnen achtungsvoll ergebenen Berlin, 10. Mai 1880. Zunz. 80. Geehrter Herr Professor! Obwohl die Beantwortung Ihres Schreibens 33 Tage gewartet hat, kommt doch heute nichts Neues zu Ihnen .... Wie schändlich die Juden in Rom noch im 17. und 18. Jahrhundert behandelt wurden, zeigt ein Aufsatz von Dr. Schöner in der Sonntagsbeilage zur Vossischen Zeitung vom 6. und 13. d. M. Von wegen Geist und Beschäftigung ist bei mir nicht mehr die Rede; ich hoffe bald von diesem elenden Leben erlöst zu werden, also eilen Sie mich zu besuchen. Es war im Sommer 1856, da wir in London waren, daß die Königin das Treibhaus von Goldsmith besuchte und meine selige Frau mit ihr sprach: ich war nicht zugegen, da ich im british Museum beschäftigt war; verschiedene Zeitungen hatten es damals berichtet. Ick habe weder Professor Menzel gesehen noch etwas durch ihn erfahren. Machen Sie bald in ungarischer Sprache das Volk der Magyaren mit all den Schandthaten bekannt, die man gegen unser Volk verübt. In Rußland leiden sie in Petersburg keinen Juden, weil vor 1850 Jahren angeblich ein Jude in Jerusalem gehängt wurde. Seitdem haben sie hunderttausende Unschuldige getötet und mehrere hundert Millionen verfolgt, verhöhnt, gedrückt, verjagt, beraubt.! 1) Predigt. 10