Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 6 (1903)
- Article
- Das altjüdische Schulwesen
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 48 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3111067-3111078-3112166--1524-3112231- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
<p§on einem unserer alten Weisen, der nach dem Siege Roms über Jerusalem an der Wiederaufrichtung des Judentums in Palästina mitarbeitete/ist ein Gebet überliefert, das er sprach, wenn er das Lehrhaus verließ. Es lautet^) „Ich danke Dir, mein Gott und Gott meiner Väter, daß Du mir mein Lebensloos unter denen gegeben hast, die in den Synagogen und Lehrhäusern sitzen und nicht unter denen, die in Theater und Zirkus sitzen. Ich bemühe mich und sie bemühen sich; ich harre aus und sie harren aus; aber ich bemühe mich um des Paradieses willen, und sie bemühen sich um des Abgrundes des Verderbens willen". In diesem Gebete gelangt neben der vollen Befriedigung, die der fromme Schriftgelehrte in seinem Berufe findet, auch der Gegensatz zwischen der jüdischen Kultur und der griechisch-römischen Kultur zu plastischem Ausdrucke. Das Theater der Griechen und der Zirkus der Römer, diese beiden Institutionen heidnischer Lebenslust, welche die Juden Palästinas auch in Städten des eigenen Landes zu *) Vorlesung, gehalten am 8. Januar 1902 in der Gesellschaft zur Sammlung und Konservierung von Kunst- und historischen Denkmälern des Judentums in Wien. i) Nechunja b. Hakkana, j. Berachot 7 ä; andere Version b. Berach. 28 ö.