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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1901-01-01 · 4 (1901) · p. Seite 138

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
4 (1901)
Article
Beim Patriarchen
Date
1901-01-01
Page
Seite 138 (sequence 7)
Language
German
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138 „In einer Familienangelegenheit? Der? Was will er von der Familie? Mit einem Mal? Plötzlich? Wirklich komisch! Eine Familienangelegenheit . . ." „Er bittet, der Kürze der Zeit wegen, eine Antwort ihm telephonisch ins Auswärtige Amt zu übermitteln, wo er bis 8 Uhr sein wird." „Gott, wie nobel! Ins Auswärtige Amt! Kommt man auf die Weise dazu, auch mal dahin zu telephoniren," spöttelte er. „Was soll man ihm sagen, Josua? Daß wir zu Hause sind?" „Nu natürlich, wenn Du ihn empfangen willst. Ich begreife nur gar nicht Deine Aufregung, Fannscherl. Du hast schon mal einen Regierungsrath ausgenommen in Deinem Salon. Sogar einen Oberregierungsrath . . Herr von Breitbach hat unfern Moet früher immer sehr gut gefunden ..." „Früher, Benas!" Er runzelte die Stirn. „Na, das ist nu mal einstweilen nicht zu ändern, liebes Kind." In diesem Augenblick wurde der Prokurist Elkisch gemeldet. „Auch wenn die Magdeburger noch so hoch steigen . . ." sagte sie ironisch. „Braucht Dich aber nicht zu hindern, den Herrn Regierungsrath aufzunehmen ... wir werden uns immer noch zeigen können . . . was sagen Sie, Elkisch?" rief er dem Eintretenden zu. „Ich weiß nicht, was der Herr Geheimrath meinen." „Nu, was soll ich anderes meinen wie unsere Bilanz." „Mit der wird sich das Haus Josua Benas wirklich zeigen können ..." antwortete der alte Prokurist stolz. „Na, siehst Du, liebes Kind," wendete er sich an seine Frau. „Im klebrigen thu, was Du willst. Ich verlasse mich ganz auf Dich. Du findest immer das rechte." Sie hatte sich erhoben. „Ich will Dich nicht länger stören." „Ich möcht' allerdings bis zum Diner gern fertig sein. Viel Zeit ist nicht."

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