Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 4 (1901)
- Article
- Ein altes Symbol in neuer Beleuchtung
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 131 (sequence 13)
- Language
- German
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131 Der Geist (ruach) gilt bei Sanchünjaton (Cosmologia et theologia Phoenicum) und sonst (Dietrich, Abraxas 59) als Emanation Gottes. Nun wurde das Pentalpha (oder Trialpha) in christlichen Kreisen als Symbol der Dreieinigkeit: Vater, Sohn, Geist, betrachtet. Vielleicht sollte das Diagramm (&) im Gegensatz hierzu die Weglassung des Sohnes betonen. Der Gedanke der Emanation (des ״Geistes" aus dem ״Vater") entspräche dem Grundgedanken des der Entstehung des Feuers aus dem Wasser und der friedlichen Vereinigung beider?) Mögen nun auch die -letzten Aufstellungen mehr oder minder hypothetischer Natur sein, sie erfüllen ihre Aufgabe, wenn sie die Diskussion über diese wichtigen Fragen der jüdischen Alterthumskunde wieder in Fluß bringen. Als gesichertes Ergebniß darf jedenfalls wohl die eine Erkenntniß gelten: das Zeichen N hat seinen letzten Grund in der Kosmogonie der Babylonier und ist unmittelbar durch Vermittlung der Araber in das Judenthum eingedrungen, dem daran nichts weiter als der Name ״Schild Dawids" (statt ״Schild Salomos" bei den Arabern) eignet. Der übermächtige Einfluß Babylons und der Mystik, besonders später der Kabbala, hat an die Stelle des alten Symbols, der Menora, den ״Dawids-Schild" gesetzt. Doch wohnt beiden der nämliche Grundgedanke inne: die Idee der Versöhnung der wiederstreitendsten Elemente, des Wassers und des Feuers, die Idee des Friedens?* **)) *) In Fleckeisen's Jahrbüchern Suppl. XIX p. 768 steht vor Abraxas das Wort osusailau, worin wohl das hebr. sim schalom ״gieb Frieden" (!) zu erkennen ist. — Beachtung verdient auch die Erklärung Stern's in: Ben-Chananja I, S. 37. Abraxas sei einfach die umgekehrte Lesung von 1 עזר,א רבא?, d. h. ״dies der große Siegelring". **) Mit Rücksicht auf den Charakter dieser Darstellung mußte auf genauere Quellenangabe verzichtet werden. Nachträglich wurdenmir die Zusammenstellung im ״Jüd. Litter.-Blatt" 1900 Nr. 2 und ״Magyar- Zsido Szemle" Okt. 1900 bekannt. 9*