Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- [1] (1898)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1898-01-01
- Page
- 24 (sequence 12)
- Language
- German
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24 nicht weniger vortrefflichen Werke von M. Güdemann über die Kulturgeschichte der Juden im Mittelalter. Eine Uebersetzung dieses Buches wäre ein wünschenswerthes Unternehmen, da dasselbe einen Einblick in das bisher so gut wie garnicht bekannte Leben der Juden im Mittelalter gewährt. Weil man ihre Bärte kannte, glaubte man die Juden zn kennen, sagt Heine, und doch wußte und weiß man noch heute sehr wenig von dem inneren Leben der Juden im Mittelalter. Allgemeine Darstellungen der jüdischen Geschichte sind in diesem Jahre nicht erschienen, wenn man das Buch von M. Edom: Histvirs 8amte abregee oder die russische Geschichte der Juden von M. Dubnow nicht zu diesen zählen will. Doch haben einzelne Abschnitte und einzelne Länder eine zusammenfassende Darstellung erfahren. Ich erwähne hier zuerst den Abschluß der Geschichte der Juden in Rom von H. Vogelstein und P. Rieger, ferner ein echtes Standard work der neueren jüdischen Literatur, das große Werk von H. Groß: „Gallia Judaica“, welches für die politische und Literaturgeschichte der Juden in Frankreich von höchster Bedeutung ist, sodann die Fortsetzung seiner werthvollen Geschichte der Juden in Schlesien von M. Braun, endlich die Regesten zur Geschichte der Juden in Rußland, welche die Gesellschaft zur Verbreitung der Bildung unter den Juden daselbst herausgegeben, ein dankenswerthes Unternehmen, dessen Benutzung leider nur dadurch erschwert ist, daß es in russischer Sprache und ohne Uebersetzung erschienen und daß es kritiklos die Fälschungen des Karäers A. Firkowitsch mit ausgenommen. Zur Geschichte der Juden in der Krim hat Emil Schürer in seiner akademischen Abhandlung: Ueber die Juden im bosporanischen Reiche neue und wichtige Aufschlüsse beigebracht. Viel weiter als Schürer geht M. Friedländer in seiner Arbeit über das Judenthum in der vorchristlichen Welt, indem er die Bedeutung der jüdischen Diaspora in der hellenisch-römischen Zeit nachzuweisen bemüht ist, die die Mission hatte, den Mosaismus zur Weltreligion umzugestalten. Auch die neuen Beiträge zur Geschichte und Literatur, die A. Harkavy zum 5. Bande der hebräischen Uebersetzung der Geschichte von Grätz beigegeben, dürfen hier nicht unerwähnt bleiben, sowie die.. Uebersetzung selbst von