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Der Jude · 1928-01-01 · 1 (1928) Sonderheft zu Martin Bubers fünfzigstem Geburtstag · p. 171

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Journal
Der Jude
Volume
10 (1928)
Issue
1 (1928) Sonderheft zu Martin Bubers fünfzigstem Geburtstag
Article
Nachwort der Redaktion
Date
1928-01-01
Page
171 (sequence 2)
Language
German
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Bemerkungen ken und Tun der jüdischen Generation, die sich mit Buher näher oder ferner verbunden fühlt, und über die jüdische Situation von heute aussagen. Dadurch war auch der Kreis der Mitarbeiter bestimmt. Der „Jude" ist eine zionistische Zeitschrift, und auch dieses Heft herausgegeben von Zionisten; aber der „Jude16 hat niemals seine Aufgabe in engherziger Partei-Beschränkung gesehen, sondern gerade das war sein — vom Geiste Bubers gebildetes — Wesen, daß er offen war für jede Äußerung lebendigen Judentums. So sind auch unter den Mitarbeitern dieses Heftes neben Menschen, die sich als unmittelbare Schüler Bubers betrachten, solche, die in einem anderen Lager stehen und der Persönlichkeit Bubers ihren Tribut zollen wollten. Natürlich fehlen auch viele, die etwas zu sagen haben, da es einfach räumlich unmöglich gewesen wäre, daß alle in Betracht kommenden Persönlichkeiten an dieser Publikation teilnehmen. In diesem Hefte wird (von Leo Herrmann) erzählt, wie Buber vor zwanzig Jahren nach längerer Zurückgezogenheit sich entschloß, wieder zu unmittelbarer Wirkung hervorzutreten und wie sich damals ein Kreis um ihn zu bilden begann. Die Resonanz, die Bubers Worte gehabt haben, fand ihren literarischen Niederschlag zuerst in dem Sammelbuche „Vom Judentum" (Leipzig 1913), später in der Zeitschrift „Der Jude". Daß diese Zeitschrift zugleich die Verwirklichung eines Planes war, der bereits 1903 in einer zionistischen Gruppe bestanden hatte und für den damals sogar schon das Briefpapier mit Angabe des Herausgebers Chajim Weizmann und der Redaktion: Martin Buberund Berthold Feiwel gedruckt war, zeigt die Kontinuität des geistigen Zusammenhanges, die nicht nur durch Bubers Person allein gegeben ist. Seit der Zeit des Buches „Vom Judentum" ist die Wirkung Bubers weit über den ersten engen Kreis, ja über das zionistische Lager hinausgeflutet. Der Gedanke der Erneuerung des Judentums ist ein zu großes Ziel, als daß an ihm gemessen die heutigen Abgrenzungen der empirischen Parteien nicht vielfach in Zufallsbedingtheit entschwänden. Es liegt in der Natur der Sache, daß jeder Autor allein für seinen Beitrag verantwortlich ist, nicht etwa eine Partei oder die Redaktion der Zeitschrift. Dennoch glauben wir, daß durch alle Beiträge (die in der Vielfalt der Gegenstände, vom Politischen über das Pädagogische zum Philosophischen, Religionswissenschaftlichen und Religiösen, den Reichtum der Buberschen Denkarbeit widerspiegeln), doch ein gemeinsamer Grundzug geht: Das Ringen um eine jüdische Wirklichkeit und das Gefühl der Veranwortung vor der jüdischen Zukunft. Die Briefe Weizmanns und Tagebuchblätter Herrmanns haben wir trotz mancher naheliegender Bedenken in der ursprünglichen Form, die sie in den Jugendjahren der Autoren erhalten haben, aufgenommen; sie geben ein Bild von der Stimmung jener Zeiten, in denen Buber in dieser oder jener Art an der zionistischen Entwicklung mitwirkte. Der auf Seite 170 wiedergegebene Brief Herzls ist an Buber gerichtet, nachdem er im Jahre 1901 die Redaktion der „Welt" übernommen hatte. An der Zusammenstellung dieses Heftes — besonders der Beiträge aus Palästina — hat Dr. Hans Kohn (Jerusalem) großen Anteil. Robert Weltsch Für die Redaktion verantwortl.: Dr. Siegmund Kaznelson, Berlin-Charlottenburg. Jüdischer Verlag G. m. b. HM Berlin W 57, Potsdamer Straße 63.

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