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Der Jude · 1928-01-01 · 1 (1928) Sonderheft zu Martin Bubers fünfzigstem Geburtstag · p. 3

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Journal
Der Jude
Volume
10 (1928)
Issue
1 (1928) Sonderheft zu Martin Bubers fünfzigstem Geburtstag
Article
Martin Buber, ein Mann von fünfzig Jahren
Date
1928-01-01
Page
3 (sequence 3)
Language
German
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Martin Buber, ein Mann von fünfzig Jahren stein, Hieroglyphenstein — übersetzt? nicht nur, sondern zugleich verdeutlicht, entkrustet, ins deutsche Wort eingedeutet: man wird anfangen, zu verstehen, was eigentlich da ah vertrauliches Hausbuch in die Neuzeit eingemauert wurde — vergeblich eingemauert, wie der Krieg bewies . . . 2. Zurück zu den Quellen: damit war man notwendig Romantiker und Zionist — nur daß Romantik mit aller Entschiedenheit ins reale Leben eingebaut werden sollte. Abseits von jeder damals aktuellen Zeitparole aber ganz gemäß allen Gesetzen damaliger Lebensreform wurde der Versuch gutgeheißen und unternommen, das Lebensproblem des modernen Menschen zu lösen — und zwar in seinem jüdischen Sonderfall, der aber nur der besonders krasse Sonderfall einer ganz allgemeinen, die Erde umspannenden Lebensnot der Vorkriegs-Gegenwart war. Hat auch erst der Nachkrieg die volle Heftigkeit aller Lebensqualen aufgedeckt, so hat doch gleichzeitig die zionistische Lösung, diese Teil- und Sonderlösung, erst durch ihn volle Dringlichkeit und Wirklichkeit bekommen. Zionismus war ein echtes Großreinmachen von allen Nöten und Unhaltbarkeiten der damaligen Zeit: Juden sollten sich zunächst einmal als Juden deklarieren, sich zunächst einmal um das Jüdische kümmern, es zunächst einmal im einzelnen Juden und in der Welt geraderichten: und zwar, indem normale Verhältnisse für das Jüdischsein dort geschaffen wurden, wo Jüdischsein hundertprozentig heimberechtigt schien: in Palästina, auf hebräisch, in sozialistisch-gerechter, bodennaher Lebensführung. Kümmerten sich Juden um Nicht jüdisches — ihr Anspruch darauf war unbestreitbar —, so kam auf lange Sicht etwas Achtbares dabei zustande. Um Jüdisches kümmerten sie sich bisher entschuldigend, lahm, halb, gehemmt von den bitteren Entwertungen, mit denen der judenfeindliche Gruppenaffekt das Jüdische bestrahlte. Damit sollte gebrochen werden. Im Spektrum der Weltfarben sollte die jüdische Farbe wieder voll aufleuchten, unbeengt vom Grau des großen Genierens, und da nur von Grund auf etwas gewollt und vollbracht werden konnte, weil im starren Vorkriegseuropa einfach nur der radikale und völlige Aufbruch, Ausbruch, Abbruch fruchtbar, ja möglich schien, sollte ein Beispiel gegeben werden allen Freunden und Sehnsüchtigen gesünderer Lebenszustände; die Lösung Palästina sollte ein Vor- Fall allgemeinerer revolutionärer Kolonisation sein, der Auszug aus der fehlgegangenen Zivilisation, die im Kriege zu münden die Bestimmung hatte — die sie ja auch nicht verfehlte. Lebensgesetze l* 3

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