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Der Jude · 1925-01-01 · 3 (1926) Sonderheft Judentum und Deutschtum · p. 5

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Journal
Der Jude
Volume
9 (1925-1927)
Issue
3 (1926) Sonderheft Judentum und Deutschtum
Article
Die Juden unter den Deutschen
Date
1925-01-01
Page
5 (sequence 5)
Language
German
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IRI
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Die Juden unter den Deutschen Zeit nicht mehr fern ist, die individuelle Überzeugungen wieder zu würdigen weiß! Darum sollte es auch keinen Juden von vornherein diffamieren, wenn er als reiner Deutscher gelten will. — Bedenklicher erscheinen freilich die tatsächlich meist wirksamen Motive, die einzig und allein die gesellschaftliche Wertungsskala anzugehen pflegen, und diejenigen Juden, die ihr Avancement zu deutlich betreiben, leicht der gleichen Lächerlichkeit anheimfallen lassen, die auch jeden Arier trifft, der sich um irgendwelche Titel oder den Adel offenkundig bemüht. Mehr ekelhaft als lächerlich aber sind zum großen Teil die Methoden, durch die die restlose Aufnahme in die christliche Gesellschaft erzwungen werden soll. Wie die Vornehmheit der katholischen Kirche und ihrer Würdenträger mit der Gewißheit des Patiens dum aeterno, im Zusammenhange steht, so ergibt sich umgekehrt die unvornehme „Hastu des fraglichen jüdischen Typus daraus, daß jeder in seinem eigenen kurzen Leben noch den gesellschaftlichen Erfolg seines Assimilationsstrebens gewärtigen will. Daher politische Betätigung ausschließlich im „staatserhaltenden" Sinne, antisemitisches Reagieren auf andere Juden, Vermeiden des Wortes „Jude" in Gegenwart von Christen, und was an ähnlichen stereotypen Ekelhaftigkeiten sonst noch jedem interessierten Beobachter geläufig zu sein pflegt. Es sind zum Teil sonst vortreffliche Menschen, jlie diesen Weg gehen. Aber das dauernde Bestreben, die Spuren der eigenen Herkunft zu verdecken, bewirkt in vielen Fällen, — wenn auch keineswegs immer — daß schließlich mehr Antisemitismus entfacht als beschwichtigt wird. Und eine Massenlösung der Judenfrage kann das individuelle Untertauchen ja ohnehin nie bringen. Wenn von jüdischer Seite Verbände gegründet werden, die das Ziel haben, durch Beeinflussung der Nichtjuden, daneben aber auch der Juden, die Kluft zwischen beiden Gruppen zu überbrücken, dann ist Verbandshandeln zum Zwecke der Förderung der Assimilation gegeben. Den fraglichen Organisationen schwebt das Ziel vor, daß die deutschen Juden als Juden weiter existieren sollen; für ihre Stellung innerhalb des Wirtsvolkes wird die unangefochtene Selbstverständlichkeit etwa der deutschen Bayern oder der deutschen Katholiken erstrebt. Die Gruppe „Deutsche Juden" soll lediglich eine gleichberechtigte Teilgruppe der größeren „Deutsches Volk" bilden. Der „Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" versucht, in diesem Sinne durch „Aufklärung" zu wirken. In seiner rein defensiven Einstellung gibt er „Abwehrblätter" 5

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