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Der Jude · 1925-01-01 · 1 (1925) Sonderheft Antisemitismus und Volkstum · p. 91

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
9 (1925-1927)
Issue
1 (1925) Sonderheft Antisemitismus und Volkstum
Article
Jude und Franzose
Date
1925-01-01
Page
91 (sequence 7)
Language
German
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Jude und Franzose oder ihre ungenügende Mitarbeit sie oft in ihrer Aufgabe gehindert und gehemmt haben. Ich richte einen Appell an die französischen Juden. Ich weiß, daß ich kein großes Talent dazu habe; ich habe nur die eine Eigenschaft, ein Jude zu sein, der niemals — ich möchte das hier noch erklären — in all den Wechselfällen seines Lebens den Antisemitismus zu fühlen bekommen hat; aber ich habe ihn darum nicht gefühlt, mir ist niemals auch nur zum Bewußtsein gekommen, daß es einen Antisemitismus geben könnte, weil ich niemals verstanden habe, wie man als Jude etwas anderes sein kann, als ein Jude, welcher offen und stolz sich zu der Rasse, dem Volksstamm und der Religion bekennt, zu der er gehört. Wenn, wie ich hoffe, diq Juden Frankreichs von diesen Gefühlen erfüllt sein werden, dann werden wir an dem zionistischen Werk den Anteil nehmen, dessen es bedarf. Und das wird meiner Überzeugung nach für den Zionismus eine Stärkung der Kräfte und eine neue Möglichkeit des Erfolges sein und für uns französische Juden ebenso eine Ehre wie eine Pflicht. BERNARD SHAW I. ©ffeuet Bttef an Ipentrg Bernftein V orbemcrkung der R edak tio u : Bernard Shaw hatte gelegentlich der Pariser Aufführung der „Heiligen Johanna" den Parisern im „ T e m p s " „starken Provinzialismus4 vorgeworfen. Henry 13 e r n s t ein. der bekannte Lustspieldichter,, verteidigte darauf in zwei Aufsätzen die Pariser. Wir Bringen hier Shaws Bephk.. die am 16. November im „Temps" erschien, in deutscher Übertragung., da sie uns in den Zusammenhang der Beiträge dieses Heftes zu gehören scheint. Henry Bernstein wirft in seiner Erwiderung, die anschließend an Shaws Brief veröffentlicht wurde, diesem Antisemitismus vor, durch den er ihn dem Pöbel preisgebe. Wir haben infolgedessen Shaw um Stellungnahme zu dieser Anschuldigung gebeten und erhalten von ihm das unten folgende „Postkript", das unsere Annahme von der Haltlosigkeit des Bernsteinschen Vorwurfs bestätigt. Liebet' und illustrer Kollegel Ich habe Ihre Polemik irn „Temps" gelesen und Ihre Kontroverse mit Herrn Aulard natürlich mit großem Interesse verfolgt. Der Fall ist merkwürdig; denn wiewohl Sie Ihr geliebtes Paris mit ihrem ganzen Geist und Ihrer ganzen Kraft gegen mich verteidigt haben, so haben Sie die Sachlage ganz falsch verstanden und sind einem gigantischen Mißverständnis unterlegen. Sie verstehen weder die Franzosen noch die Engländer noch die Irländer. Sie sind Orien- 9T

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