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Der Jude · 1924-01-01 · Heft 8 · p. 445

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
8 (1924)
Issue
Heft 8
Article
Die Bauleute
Date
1924-01-01
Page
445 (sequence 13)
Language
German
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Walter Preuss: Die kommunistische Bewegung in Erez Israel usw. sollten, was uns heute auch auf dem andern treibt, das mochte ich nicht glauben. Mehr als Ihnen sichtbar machen, was in uns vorgeht, durfte ich nicht wollen, durfte es gerade nach dem, was ich meine, nicht. So darf ich wohl guter Hoffnung sein, daß meine Worte von Ihnen, dem sie zugesprochen sind, mit offenem Auge — denn an Ihr Auge mehr als an Ihr Ohr sind sie gerichtet — aufgenommen werden. Schwerer drückt mich etwas andres. Ich sprach nicht für mich allein, — das wäre vermessen gewesen und auch dem Inhalt dessen, was ich zu sagen hatte, zuwider. Aber ich könnte die „Wir", aus deren Mund ich sprach, nicht mit Namen bezeichnen. Nicht wenige, die ich kenne, gehören dazu, mehr wohl noch, die ich nicht kenne. Aber wohl keiner von ihnen würde mit allem mitgehen, was ich hier gesagt habe. Dennoch ist es auch für diese mitgesagt. Es eröffnet ein Gespräch, das, hoffentlich mehr mit Taten und Lebensläufen geführt als mit Worten, unter denen, die ich in meinem „Wir" zusammenzuschließen mich unterfing, nicht mehr zur Ruhe kommen soll. Dann mögen meine Worte, die es eröffneten und nur eröffnen konnten, ruhig in den Worten der andern verschallen. Das erste Wort ist nur gesprochen um des letzten willen Und dies mein verfrühtes „Wir" soll einst schweigen im letzten. WALTER PREUSS / DIE KOMMUNISTISCHE BEWEGUNG IN EREZ ISRAEL UND DER PROLE* TARISCHE ZIONISMUS i. Es ist in den allgemeinen zionistischen Kreisen seit langem üblich, die Frage, ob es eine politisch kommunistische Bewegung in Palästina gebe, mit verlegenen Ausreden zu umkreisen; denn aus vielen Gründen scheint es den bürgerlichen Zionisten unangenehm, an ein Problem zu rühren, dessen bloße Erwähnung nach ihrer Meinung politisch und ökonomisch zu schaden vermöge; am besten erscheint es ihnen, möglichst,,kl eingedruckt" ab und zu Meldungen zu bringen, daß „es nur wenige Kommunisten im Lande gebe ..." Dabei ist dieses Problem, zumindest in einer ernsthaften Zeitschrift, einmal einer eingehenden Betrachtung wohl wert. Handelt es sich doch um eine wichtige und folgenschwere, im Zusammenhang mit den großen Weltereignissen nach dem gesamten Orient übergreifende Frage, die man durch eine feige Vogelstraußpolitik nicht zur Lösung bringen wird. Vielmehr tut es not, sich die Untergründe des Problems klar zu machen, die Wahrheit in ihrem ganzen Umfang zu sehen und nicht als Zionist die ganze Kläglichkeit einer Politik mitzumachen, die man in jüdischen Dingen gerade den Assimilanten vorzuwerfen immer so gern bereit ist.

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