Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 7 (1923)
- Issue
- Heft 7-8
- Article
- Der Zionismus und die Erziehungsarbeit
- Date
- 1923-01-01
- Page
- 405 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Oskar Karbach: Der größere Zionismus 405 Kasse der Organisation sollen die regelmäßigen Arbeiten nicht beeinträchtigen. Die Erschütterungen in einem Teile der Arbeit sollen nicht zugleich eine Erschütterung in der gesamten Arbeit hervorrufen. Mögen die einzelnen Budgets kleiner sein, wenn sie nur gesichert sind. Die Gehälter müssen in festen Terminen ausbezahlt werden. Der übrigbleibende Rest der Einkünfte soll für Erweiterungen und Verbesserungen bestimmt sein. Da die Organisation nicht im Stande ist, die für das Schulwerk in Palästina nötigen Mittel voll zu beschaffen, und auch die Bevölkerung nicht die dazu fehlenden Gelder zu ergänzen vermag, muß der Kongreß endlich den Vorschlag des Waad Hachinuch annehmen, der einen besonderen Schulfonds innerhalb des Keren Hajessod schaffen will. Die Zionistische Organisation wird auch fernerhin die Leiterin des Schulwesens in Palästina bleiben, sie wird ihren Anteil am Schulbudget bestimmen und außerdem noch vom Schulfonds die eingelaufenen Gelder zur Ergänzung ihres Budgets erhalten. Auf diese Weise wird die Schularbeit in Palästina nicht nur vor der Gefahr immer fortschreitender Einschrumpfung gerettet, sondern es werden ihr auch Erweiterungsmöglichkeiten eröffnet werden. Der Zionistischen Organisation wird die Last der Erziehungsarbeit leichter gemacht werden, andererseits wird zugleich die Einheit in Verwaltung und Arbeitsgang der Erziehung gewahrt bleiben. OSKAR KARBACH / DER GRÖSSERE ZIONISMUS Es gibt noch keine jüdische Galuthpolitik. Es existiert noch nicht einmal ein Programm für sie. Denn was heute dafür gilt — Bestrebungen löblichster Art zum kulturellen Wiederaufbau des Judentums, zur Umgestaltung der Kultusgemeinden, zur Vertretung von Rechtsansprüchen in den einzelnen Staaten mit Hilfe von Mandataren, Presse, Organisation u.s,w.— ist politisch Mittel, nicht Ziel. Ist es die kurze Spanne zionistischer Entwicklung, die noch ungenügende Durchdringung der Massen mit den Elementen historischen und politischen Denkens, die Nachwirkung der jahrhundertelangen Ausschaltung aus dem Getriebe des Weltgeschehens — wir können die Feststellung nicht vermeiden, daß wohl die Bedeutung jüdischer Renaissance sich unaufhaltsam durchsetzt, daß aber ein scharfes und zuverlässiges Bild der Funktion der jüdischen Gesamtheit nach außen hin, somit die primitivste Voraussetzung jeglicher Politik, bis zum heutigen Tage uns mangelt. Was die jüdische Renaissance will, was einzelne Gruppen divergierenden Programmes von ihr erhoffen, ist durch leidlich bestimmt gezogene Leitlinien fixiert. Was uns Palästina ist und werden soll, weiß m grölten