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Der Jude · 1920-01-01 · Heft 8-9 · p. 451

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Journal
Der Jude
Volume
5 (1920-1921)
Issue
Heft 8-9
Article
Theodor Herzl über Uganda
Date
1920-01-01
Page
451 (sequence 4)
Language
German
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Arnold Zweig: Der heutige deutsche Antisemitismus mit vermehrtem Vertrauen darein erfüllen, daß, wenn wir unsere Energie in der begonnenen Arbeit nicht sinken lassen, wir eines Tages unsere besten Hoffnungen verwirklicht sehen werden im endlichen Erfolge. Ich verbleibe, mein lieber Sir Francis, mit Zionsgruß Ihr treu ergebener Herzl. ARNOLD ZWEIG / DER HEUTIGE DEUTSCHE ANTISEMITISMUS Vier Aufsätze IL Antisemitismus als jüdische Angelegenheit C. Der jüdische Anteil. 3- Wir erwägen hier nicht, ob im Juden selber, im reinen totalen Juden, der den Imperativ seiner Sittlichkeit ins Menschenleben hineinformt, vielleicht auch ein tragisches Element liege. Hier vielmehr sehen wir auf das Phänomen, das sich enthüllt, je reiner, edler und intensiver das Wirken, und somit das Wesen, eines deutschen Juden aufbauwillensvoll sich auf deutsche Wertsphären, deutsches Sein, deutsche Welt richtet; «wenn geistige Leidenschaft, Tatwille, Opfermut und schaffende Kraft eines Juden sich hingibt an die Gestaltung eines Volkstums, das vor ihm zurückweicht, sich verschließt und abwendet, ja das eben die Gebiete des eigenen Seins als diskreditiert und entwertet empfindet, und das direkt proportional dem jüdischen Anteil an ihnen, denen der Jude seine Liebe und seine Wirkung zuträgt. Da wir von Person und Wert sprechen, geben wir die Sphäre des Geschehens als geistige an, obwohl es sich selbstverständlich mitten im realen Leben abspielt, und wir erläutern, was wir meinen, an drei Beispielen, die für alle anderen stehen mögen — typischen, nicht individuellen. Es kann kein Einwand gegen das zu Sagende aus der möglichen Vergänglichkeit des Erscheinens solcher Tragik geholt werden; sie kann zu Zeiten, wie der heutigen, sehr sichtbar, zu änderen wieder sehr verschleiert oder selbst unsichtbar werden: sie, die Tragik dieses Widerspruchs selbst, wird dadurch in ihrer Existenz nicht angegriffen, wofern nur die beteiligten Werte und Wesen selbst dieser Vergänglichkeit nicht unterliegen. Ja, selbst dann wäre gegen die Tragik der gegenwärtig sichtbaren Situation nichts ausgesagt, wofern Tragik dort erscheint, wo hohe positive Werte gegeneinanderwirkend sich mit Notwendigkeit und aus strengem Rechte vernichten.*) ' *) Vgl. Scheler, Zum Phänomen des Tragischen; Abhandlungen u. Aufsätze I (Lpz. 1915).

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