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Der Jude · 1920-01-01 · Heft 8-9 · p. 450

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Journal
Der Jude
Volume
5 (1920-1921)
Issue
Heft 8-9
Article
Theodor Herzl über Uganda
Date
1920-01-01
Page
450 (sequence 3)
Language
German
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Theodor Herzl über Uganda vorzuenthalten, daß es auf diese Anregung eingehe — so kann ich doch nm mit großer Genugtuung die Tatsache verzeichnen, daß die stärkste Opposition gegen den Plan, die stärkste Aufforderung, die an uns gerichtet wurde, standhaft nur an Palästina zu denken, gerade von denjenigen Leuten kam, deren Augen die Greuel jüdischer Metzeleien gesehen haben und die noch immer und beständig den Schreckenslärm in den Ohren haben müssen* Andererseits können wir uns aber nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, daß eine recht kräftige lokale Opposition in Ostafrika und in England durch den Vorschlag der britischen Regierung hervorgerufen wurde, und ich hatte mich mit der Frage zu beschäftigen, inwiefern diese Opposition die Geneigtheit der britischen Regierung in dieser Angelegenheit beeinträchtigen würde und sie abhalten könnte, der Konzession, die sie geben wollte, in den früher mit L, IL und III. bezeichneten Punkten dasjenige Maß zu geben, das für uns unerläßlich ist. Die Darlegungen der englischen Regierung hierüber haben mich davon überzeugt,' daß die erwähnten oppositionellen Kundgebungen geeignet sind, die Aktion der britischen Regierung so sehr zu behindern, daß sie nicht imstande wäre, uns ohne die allergrößten Schwierigkeiten solch einen definitiven Vorschlag zu machen, der die erstgenannten drei Voraussetzungen erfüllen könnte. Nun dürfen wir nicht vergessen, daß die Art, in der der Antrag der britischen Regierung gestellt wurde, diese Güte und Großmut, uns die Pflicht auferlegt, sie nicht ungebührlich zu einer Sache zu drängen, die unter solchen Umständen so außerordentlich schwer ist. Wir haben gesehen, daß einerseits unser Volk keine große Begeisterung für und zum Teil heftige Opposition gegen den Plan gezeigt hat, und andererseits können wir nicht von der Gutwilligkeit derjenigen versichert sein, in deren Mitte die Ansiedlung zu machen wäre und deren Wohlwollen immerhin die beste Garantie für den Erfolg der Unternehmung hätte sein müssen. Wenn ich mir nun sagen muß, daß der Ostafrika-Plan mit solchen Nachteilen beladen ist, daß die Ausführung unpraktisch wird, so wird doch kein Jude jemals vergessen, welch einen glänzenden Dienst die von humanen Erwägungen geleitete englische Regierung unserer Sache erweisen wollte. Großbritannien ist seit langem für die Welt ein Muster in der Behandlung der jüdischen Staatsbürger, in diesem ganzen weiten Reiche, Den Brief, den Sir Clement Hill an Mr. Greenberg richtete, damit er unserem Kongresse vorgelegt werde, war ein weiterer Beweis für den Geist von Duldung und Freisinn, welcher das britische Volk im großen und ganzen erfüllt Daß dieser Brief gleichzeitig die zionistische Bewegung anerkennt als die organisierte Vertretung der Judenheit, war ein Stolz für uns, dessen sich 'A&x Zionist wohl bewußt sein mag. Daß wir solche Anerkennung erst nach •ebenjähriger Arbeit gefunden haben, angesichts einer solchen Opposition, :c sie gegen uns entfesselt ist, kann uns guten Mut geben in der weiteren aolgung des Werkes, das wir so glücklich begonnen haben, und mag uns

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