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Der Jude · 1920-01-01 · Heft 8-9 · p. 449

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Journal
Der Jude
Volume
5 (1920-1921)
Issue
Heft 8-9
Article
Theodor Herzl über Uganda
Date
1920-01-01
Page
449 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Theodor Herzl über Uganda 449 Brief des Dr. Herzl an Sir Francis Montefiore in London. Wien, am 14. Dezember 1903. Mein lieber Sir Francis! Sie haben mir den Wunsch ausgedrückt, daß ich mich jetzt über das Ostafrika-Projekt äußern möge und über die Politik, welche die Mitglieder des A. C. nach meiner Ansicht befolgen sollen. Lassen Sie mich vor allen Dingen meine Stellung klarmachen. Seit unserem letzten Kongresse haben die ungereimtesten Behauptungen freien Lauf bekommen. Man hat mir nachgesagt, daß ich unsere Bewegung vom heiligen Lande abziehen und nach Ostafrika hinlenken möchte. Nichts kann von der Wahrheit weiter entfernt sein. Ich bin ein Zionist und tiefst überzeugt, daß die Lösung unserer Volksfrage nur in diesem Lande Palästina erfolgen kann, mit dem die nationale Existenz unseres Volkes geschichtlich und gefühlsmäßig unzertrennlich verbunden ist. Kein Fleck der Erde könnte daher in meinem Sirine den Platz einnehmen oder ersetzen, den Palästina hat als das Ziel unseres Strebens. Aber da die britische Regierung uns in Ausdrücken von besonderer Großmut und Rücksicht den Vorschlag einer autonomen Siedlung machte, war es sicherlich vernünftigerweise nicht möglich, etwas anderes zu tun, als einem solchen Antrage unsere sorgfältigste Erwägung angedeihen zu lassen. Nach meiner Ansicht waren vier Voraussetzungen erforderlich, wenn wir die Anregung der britischen Regierung in den Kreis unserer praktischen Politik einbeziehen sollten: I. Das Territorium hätte genügend ausgedehnt sein müssen, um eine Einwanderung in solchem Umfange zu ermöglichen, daß sie eine wirkliche Erleichterung vorstellen könnte im Drucke, der heute für die östliche Judenheit besteht. II. Es ergibt sich auch von selbst, daß das Territorium eins hätte sein müssen, das von einem Volke wie das unsrige besiedelt werden kann. III. Die Konzession hätte mit solchen autonomen Rechten ausgestattet sein müssen, daß der jüdische Charakter der Ansiedlung gewährleistet bliebe, und IV. die Voraussetzung der Voraussetzungen — der Enthusiasmus unserer Leute für den Vorschlag hätte von solcher Natur sein müssen, daß er die offenbaren Schwierigkeiten überwältigen könnte, die. selbst unter den günstigsten Bedingungen bei der Schaffung einer solchen Niederlassung entstehen mußten. Wir müssen uns darüber klar werden, daß die vierte Voraussetzung nur in einem verschwindend geringen Maße wirklich eintraf. Davon bin ich weder überrascht, noch bedauere ich es. Ich stehe lange genug in unserer Bewegung, um zu wissen, wie tief und beharrlich die Liebe ist, die unser Volk für Palästina empfindet. Wenn es auch meine Pflicht war, den Vertretern unserer Bewegung den englischen Vorschlag eines Zufluchtsortes zu unterbreiten — wenn ich auch im Hinblick auf Kischinew, Mohilew und Hornel gewiß nicht das Recht gehabt hätte, unserem Volke die Möglichkeit

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