Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 5 (1920-1921)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Aus dem Drama "Der Verborgene"
- Date
- 1920-01-01
- Page
- 229 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus dem Drama „Der Verborgene" 229 Möctit ich nur einen Tag mein Werk tun, Kauf ich Und wird es teurer — gut — wird's billiger — schlecht — Doch wird es teurer — teuert's auch das Baun — Und das ist wieder schlecht — und gut und schlecht Verknoten sich wie Garn, mit dem die Katz spielt. Und abends dann den Kopf noch recht zum Lernen Sich reinzufegen, — ja, das spürt Ihr nicht, Weil Ihr's nicht kennt, wie das am Leben zehrt, Dies unaufhörlich wirre Hin und Wider. Das heißt, ganz gut, daß Ihr's nicht kennt, 's ist ordentlich Erholung, einmal bei euch zuzuschaun. Ein leerer Kopf, das trägt sich leicht — das heißt — Nun, nichts für ungut — und zwei tüchtige Hände — Und da wird nun wie gar nichts so ein Schrank Und steht doch da so fest wie aus der Erd Auf dicken Wurzeln wachsend. Wird es teurer, Wird's billiger? Ja, was wißt Ihr von Sorgen. Ihr macht grad, was man braucht. Das heißt, wird's billiger Und mir zerfällt das Haus zuvor, ist das Was Schöners als das Geld aus dem Geschäft ziehn? Ein Haus muß stehn wie aus der Erd gewachsen. Da habt Ihr Recht. Und langes Überlegen Tut da nicht gut. Ja, wie auf dicken Wurzeln. Ach was, Reb Don, ein Mann wie ich darf nicht Beim Kleinlichen verweilen. Kauf ich nicht, Vielleicht, daß es der Schloime vor der Hand mir Davonschnappt — also! Einen freien Kopf Braucht unsereins und keinen, der im Wägen Von Zwar und Doch verrückt noch wird. Ich kauf's. Was, mehr an Schmuck nicht, als Ihr da gezeichnet? Nun, meine Sorg! Treib jeder seine Sach. Mit Euch, Reb Don, läßt sich'sc vernünftig reden, Und besser1 ratet Ihr als mancher, der Den Kopf voll Weisheit hat. Don: Wie, riet ich Euch? Refuel: Was — nicht? Da seht, so bin ich nun! Ich müh mich Und auf den andern schieb ich das Verdienst. Das ist mein Unglück — immer zu bescheiden!