Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 5 (1920-1921)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Einschaltung des W'adar
- Date
- 1920-01-01
- Page
- 101 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Einschaltung des W'adar IOI Die Schande unsers Jahrs wird bloß. Die Monde gehn irre. Überm Kahlen hungert der Name des Frühlings, Eine verfrühte Schwalbe. Verschweigt den Namen des Frühlings, Solange die Felder noch hart sind, Verhaltet die Namen der Monde, Bis der Grund eben ist für ihren Reigen! Stellt auf, stellt auf ein Gefäß Für das Übrige der Jahre! Das aus den Himmeln lastet, Es komme in Frieden herab! Zu den Namen fügt einen Namen, Der nicht sich eigen ist Und mehr nicht weiß Als ein „Und" zum Kommenden! Soviel unsrer Jahre Weite zu eng Und zu knapp ist die Spanne des Winkels, Messe das neue Faß, Gesetzt in das Leere zwischen den Fässern. O einen Mond lang Schweigen, Denn überviel ward das Unnennbare! Kein Maß noch Gewicht, Bis der Hohn genommen ist von den Gewichten! Gelobt habe ich und gehadert, Namen verteilt und gerichtet. Nun schattet auf mich, was überblieb Außer dem Gerichte. Nun ficht mit Schatten mein Hader, Mein Lob trifft auf Träume, Meine Namen wirft ab die Welt. — Einen Mond lang Schweigen! Stellt auf das reine Schweigen, Öffnet das Gefäß der Demut, Macht die Seele leer, Daß in sie regne das Übrige der Jahre! Eh ihr die Geräte bereitet Und die Namen verstreut in die" Gezeiten, Stellt auf das Faß des namenlosen Monds, Daß in Frieden komme das Übermaß!