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Der Jude · 1916-06-01 · Heft 3 (Juni 1916) · p. 204

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Journal
Der Jude
Volume
1 (1916-1917)
Issue
Heft 3 (Juni 1916)
Article
Jüdische Bauern
Date
1916-06-01
Page
204 (sequence 2)
Language
German
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204 Bemerkungen verschiedene» Teilen des Dorfes hat oder ein Grundstück im Dorf, ein zweites auf den abr aeits liegenden Bergen, so daß er oft selbst für die Macht nicht nach Hause kommen kann und draußen im Felde übernachten muß*). Ich habe von einer Lösung des Feldarbeiter- FrobJems gesprochen. Eine ideale Lösung ist es gelade nicht. Auch hier -wären Reformen und sogar sehr wichtige nötig. Meine Mitteilungen sind auch insbesondere an diejenigen gerichtet, die an ein Zuführen von Juden zum Ackerbau und seinen Nebenzweigen in Ostgalizien und in der Bukowina denken. Diese ostungarischen Juden wären prachtvolle Pioniere, die besten Vorbilder für die galizischen und bukowiner Juden, da sie Menschen desselben Schlages sind. Israel Fuhrmann Überseeisches Hebräisch Was New York für alle Nationen Europas ist, das ist der Erdball für die Juden: eine Diaspora. Für uns ist New York — es ist kein Wortspiel — bereits eine Diaspora der Diaspora. So war es wenigstens bis vor kurzem. Insbesondere fand das Hebräische, das in Osteuropa stets die Kontinuität der antikmodernen jüdischen Gesittung bewahrt hat, in Amerika zunächst kein günstiges Klima. Ist das Hebräische in der osteuropäischen Diaspora das Band, das mit der nie vergessenen, immer als solche empfundenen Metropole, mit dem eigenen Lande, mit Erez-Israel im Geiste verbindet, so war den Juden in Amerika zunächst daran gelegen, ein Band mit ihrer Metropole fest zu knüpfen. Für das New York der achtziger Jahre war eben Warschau Erez-Israel« Daher das Emporwachsen einer jiddischen Presse und Literatur. Wie konnte da aber die fcede sein von einer hebräischen Literatur, geschweige denn einer hebräischen Presse? Dazu kam, daß die ersten Emigrationsschichten sich entweder aus westeuropäischen *) Mit strahlenden Augen hat mir einer dieser Bauern von der Herrlichkeit einer Mondnacht in den Karpathenbergen erzählt. Er — ein breitschultriger Jud mit Bart und f JPeies" — hat dabei eine Innigkeit und eine Hingabe an die Natur Schönheiten, gezeigt, die Achtung einflößte. Diese Innerlichkeit weiß ich zu schätzen, aber in einer so ausgesprochenen Wirtschaftslage kommen andere Moniente in Betracht. Juden rekrutierten, die zu Hause so gute Deutsche und Engländer waren, daß sie im neuen Lande sofort „Amerikaner" wurden, oder aus deklassierten polnischen, litauischen, galizischen und ukrainischen Juden, die, vom patriarchalischen Städtel in den amerikanischen Strudel kommend, sich nicht so rasch zui echtfinden konnten und viel, sehr viel damit leisteten, daß sie das Hebräische im Gebet beibehielten und ihren Kindern ein Minimum hebräischen Wissens beibrachten. Wunders genug, daß sie die Tradition nicht in den Fluten des Ozeans verloren; eine schöpferisch« Beziehung zui* Sprache konnte man von ihnen nicht erhoffen. Wenn sich aber Leute fanden, die dachten, dieses wurzellose, anfangende amerikanische Judentum sei ein Vorposten eines „neuen" Judentums, dem das Hebräische nichts als Ballast sei, und die osteuropäischen Juden sollten sich an jenen Amerikas ein Beispie! nehmen, so haben ihnen die allerletzten Jahre zeigen müssen, daß das Experiment gerade das Gegenteil beweist. Mit jedem Tage gibt uns Amerika kund, daß es wie auf allen anderen Gebieten des nationalen Sichauslebens, der inneren Organisation, der Stellungnahme nach' außen und der jüdischen Wissenschaft, so auch im Bereiche der Presse, keineswegs zu einer Verarmung, vielmehr zu einer Bereicherung der jüdischen Kultur beitragt. Mögen wir in manchen Fällen ein fruchtloses Nachahmen des Ostghettos,, in anderen ein derbes neuweltüches Zugreifen tadein — im großen und ganzen dürfen wir bereits die nordamerikanische Judenheit als ,,Bar~Mizwa" anerkennen. Es ist nicht allgemein bekannt daß schon seit mehreren Jahr fünften in Amerika ein hebräisches Leserpublikum heranreifte. Nachdem sich die neuen großen Gemeinden, eingebürgert hatten und für eine mehr klassifizierte Emigration fähig wurden, als neben Rabbinern und Lehrern auch — besonders zu: Zeit der russischen Umwälzungen die studierende Jugend nach Amerika einzuwandern begann, da wuchs hier allmählich ein beträchtliches hebräisches Publikum heran. New York und andere Gemeinden Amerikas wurden Abnehmer für ganze, speziell für sie gedruckte Auflagen von hebräischen Büchern aus Wilna und Odessa. Die vornehmste hebräische Monatsschrift, der „Haschiloach", hatte die letzten Jahre jn New York eine größere Abonnentenzahl aufzuweisen, als in jeder anderen Stadt, selbst im „Ansiedlungsrayon" Rußlands. 2u £inef eigenen hebräi-

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