Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 2 (1917-1918)
- Issue
- Heft 10-11
- Article
- Hebräische Bewegung
- Date
- 1917-01-01
- Page
- 728 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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728 Daten und Materialien ob es überhaupt von Dauer ist. Aber schon jetzt kann man sagen, daß die Arbeit zweier Jahre in Amerika nicht ohne Frucht blieb. Im Jahre 5676 wurden die Wochenschriften „Haibri", und „Hathoren" und die Monatsschrift „Schacharuth" für Kinder begründet, im selben Jahre die Grundlagen zu einer hebräischen Organisation gelegt. Das Jahr 5677 hat das hebräische Buchwesen bedeutend gefördert. Es wurden zwei Verlage gegründet: „Asaf" und „Eschkoloth". Der erstere Verlag hat bereits zwei gute Bücher herausgebracht: den ersten Band der Ausgewählten Werke von Reuben Brainin und das Buch „Mikeren sawith" (AusderEcke) von Professor David Neumark.' Der zweite Verlag verspricht in Bälde die in verschiedenen Zeitschriften und Sammelbüchern verstreuten Aufsätze David Neumarks gesammelt herauszubringen. Die hebräische Organisation hat den Versuch gemacht, populäre Hefte zu veröffentlichen. Bisher erschienen zwei Hefte, welche Artikel über die hebräische Sprache und Literatur von A. Ben Jehuda, Reuben Brainin, Dr. Benzion Mossinsohn und J. Ben Zwi enthalten. Außerdem wurde durch dieselbe Organisation ein großer Buchverlag „Kadimah" begründet, der hoffentlich im künftigen Jahre seine Arbeit beginnen wird. Zu erwähnen ist ferner der Almanach „Achiewer" der demnächst erscheinen soll, und das literarische Sammelbuch „Von West nach Ost", das schon im Druck ist. — Über die immerhin etwas bekannteren Ereignisse in der hebräischen Welt Rußlands enthält der Hathoren ebenfalls eine der Wiedergabe werte Zusammenstellung. Noch unter der Regierung des Zaren war es gelungen, die Erlaubnis zur Herausgabe einer Wochenschrift „Haam" in Moskau und zur Veröffentlichung pädagogischer Sammelbücher unter dem Titel „Darkenu" zu erhalten. Trotz der Abtrennung der westlichen Teile Rußlands, in denen ein großes hebräisches Leserpublikum wohnt, überstieg die Zahl der Abonnenten des„Haam" schon in den ersten Tagen die gehegten Erwartungen um das Drei- und Vierfache. Auch die Organisation der Chowewe sfath ewer hat ihre Wirksamkeit bedeutend vergrößern können, Schulen und Kindergärten gegründet, Elternabende veranstaltet, wo nur ihr Einfluß hingelangte. Mit der durch die Revolution erlangten Freiheit der hebräischen Bewegung zeigte es sich, wie sehr die Liebe zum Hebräischen im Volke wurzelte. Auch nichtzionistische Politiker und Denker wie Advokat Grusenberg, Sliosberg, der Historiker Dubnow setzten sich für die hebräische Erziehung ein. Seit Juli 1. J. ist „Haam" eine Tageszeitung, der Haschiloach in Odessa erscheint wieder, in Moskau wird eine große Halbmonatsschrift für Kinder, „Schtilim" herausgegeben. Die Wochenschrift „Hador" beginnt unter Frischmanns Leitung neu zu erscheinen, die pädagogischen Hefte „Darkenu" werden eine Monatsschrift. Von bedeutenden Büchern, die in diesem Jahre in Rußland erschienen, ist besonders zu erwähnen das literarische Sammelbuch „Kneseth" unter Ch. N, Biaüks Redaktion und die gesammelten Schriften von G. Schofmann, welche der Verlag Morijah in Odessa herausbrachte. Ferner müssen die beiden großen Verlage erwähnt werden, die im vergangenen Jahre geschaffen] wurden: „Hathchija" und s„Sfatenu". Sie haben ihre Arbeit noch nicht begonnen, aber die Namen tihrer Gründer und die angelegten Summen — sie übertreffen das Kapital aller bisherigen Verlage — bürgen für eine gedeihliche Tätigkeit. Das Kapital der „Hathchija" beträgt eine Million Rubel, von denen 300000 schon eingezahlt sind. Das Kapital des Verlages „Sfathenu" ist auf 100000 Rubel veranschlagt. Dieser Verlag ist im besondern bestimmt, philologische Schriften und Wörterbücher herauszugeben. H. B. Berichtigung. In Heft 9, S. 605 ist die erste Zeile als letzte zu lesen. Für die Redaktion verantwortlich: Dr. Mas Mayer, Berlin W 15, Düsseldorfer Straße 23. — Für Österreich-Ungarn: Dr. M. Pi äger, Wien X, Rotenturmstraße 22. — Verlag von R, Löwit, Berlin und Wien. — Druck von Oscar Brandstetter in Leipzig«