Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 2 (1917-1918)
- Issue
- Heft 5-6
- Article
- Davids Tod
- Date
- 1919-01-01
- Page
- 406 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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- IRI
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4o6 Margarete Susman: DAVIDS TOD Von Margarete Susman (Ein großes dunkles Gewölbt; links schwach erhellt auf prunkvollem Bett der sterbende J^önig mit geschlossenen Jlugen. Sonst ist nichts im Zimmer zu erkennen. Im Hintergrund rechts zusammengekauert Jlbisag von Sunem) David: Schatten des Todes riesengroß Umschwirren mein Haupt. Was sind wir? Rinnender Sand, Verwehen, Verstieben, Hinsinkendes Nichts — Und die uns binden, die uralten Engel des Lichts Und sammeln die Häufchen rinnenden Sandes Zum Anschaun des ewigen Landes — Wer begriff ihr heiliges Band In solcher Stunde? — Wer — wer vermag aus des Abgrunds Grunde Zu lieben? Wo ist sie, die leichte blühende Flamme In tausend Gestalten, In der ich mich fand? Hier ist düsteres Land. Irrend und schwirrend, gestaltlos wogend, Flackernd gleitet es um mich her. Will es sich bilden? will es mich bilden? Ich weiß seinen Namen nicht mehr. Es hat mich zu tief in sich selbst gezogen, Es hat mir zu viele Gestalten von mir gelogen. Wer bin ich? Was hält mich in diesen Gefilden? Wo ist sie, die stumme verhüllte Gestalt In mir, die mich trüge? Des Meinen klare Gewalt? Wo bist Du mein Bruder? Ich sehe Dich nicht. Du verrinnst mir in Dunkel und Licht — Wo sind sie — wo sind Deine heilig geliebten Züge? Weh mir — ich finde nur Schatten, Ich finde nur Geister, Wo ist, der sie schafft? Wo ist er, ihr einig weisender Führer, Der Schatten lebenspendender Berührer, Daß ich zu seinen Füßen sinke, Seine Klarheit trinke In lebendigem reinem Ermatten?