Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 2 (1917-1918)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Jankele und Riwkele [Musikdruck]
- Date
- 1917-01-01
- Page
- 266 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- piece of music
- OCR quality
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- IRI
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266 Alfred Wolfenstein Briwelach zü schraben Is doch sehr siß, A Maschken zü varsetzen — Fün Jankelen a Gris! Briwelach zü schraben Is doch sehr schehn, A Maschken zü varsetzen, Nor Jankelen zü sehn. (Ai Briefchen ihm zu schreiben, Ist doch wahrhaft süß, Das Schönste zu versetzen — Von Jankele 'nen Gruß! Briefchen ihm zu schreiben, Ist doch wahrhaft schön, Das Letzte zu versetzen, Nur Jankele zu sehn, der Sammlung Cahan, Band I, Nr. 31) ZWEI GEDICHTE Von Alfred Wolfenstein Feindschaft des Lichtes Der Tag war eng, es strudelte dunkel, riß mich hinunter. Ich streckte die Arme: . . kaum leckt die Spitzen der Finger das Licht! Und hoch gegipfelte Wünsche der Seele . : Tag ging unter Und rötete sie, nur außen und arm, und erfüllte sie nicht. Ich sah den Morgen wohl kommen . . ach kam er? . . er stand wie die Katze Und starrte verstockt mich Rufenden an mit funkelndem Schein, Ich ging auf ihn zu, . . er schnellte mit fremd abwehrendem Satze Fern in den Mittag . . und war nicht gekommen, trat nicht ein. Wohl warf ich die Stirn, .. du Sonnenlenker, im Kreise führend, Hinauf zu dir, und lachte traurig, und hoffte: . . vielleicht Entflammt sich mein oberstes Haar, deinen niedersten Strahl berührend . . Mein Nacken doch neigte sich bald mit dem Lichte, niemals erreicht. So glitt ich schwindlig durch Staub und seufzende Wolken und Fremde Von Ring zu Ring der Dämmerung entgegen, enger und eng Im Trichter des Dunkels, und liege nun da, mein schimmerndes Hemde Umschließt wie ein Mond den Berg meiner Unruh und Schattengedräng. Noch immer sinke ich, grausam folgt mir der Tag auf das Lager, Dem Mörder, im andern Lande noch immer nicht sicher vor sich, Gestalten umringen mich, blutend, verkrüppelt, blind, schauerlich mager, Mit heulendem Atem, hungernd nach mir, und hungernd wie ich. Denn über uns flüstert donnernd: „Menschen!" unmenschliche Stimme. „Was suchtet ihr Licht?**. . und sieht uns atemlos fragend und flehn. „ . . Statt Liebe?** . . und stößt uns fort: „Was sucht ihr nicht euch statt den [Himmel? Zur Hölle nur sehen, die grell aneinander vorübersehn!**