Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 16 (1937-1938)
- Issue
- 12 (9.1938)
- Date
- 1938-09-01
- Page
- Seite 17 (sequence 17)
- Language
- German
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Nr. 12 September 1938 „Jüdisches Gemeindeblali für Frankfurt" Seite 17 Unser Lager soll geräumt werden I Gelegenheit zu sehr vorteilhaftem Bett-, Tisch-, Damenwäsche, Strümpfe Handschuhe, I^J^RSC LIEBFR AUEN STRASSE 2 Modewaren, Handarbeit-Decken, Taschentücher Edith Herrnstadt-Oettingen Die bekannte Reziläiorin war im Kulturbund Rhein-Main :zu Gast. Ihr Programm umfaßte Werke jüdischer Autoren, Prosaarbeiten und Gedichte ernsten und heiteren Charakters. Die Künstlerin ist in unserer Gemeinde seit Jahren bekannt, wir wissen ihre Eigenart zu schätzen. Diese Eigenart liegt auf dem Gebiet der Rezitation dramatischer Szenen. Hier entfaltet sich :ihre ungewöhnliche Kraft, Werken, die ihrer Natur nach der Literatur näher stehen als dem Theater, die Spannung einer bühnenhaften Darstellung zu verleihen. So war auch diesmal die Szene aus Beer-Hofmanns „Jaacobs Traum" die gelungenste ^Leistung des Abends. Daneben empfand man die Wiedergabe schlichter Texte, wie etwa der chassidischen Legende oder die Rezitation eines Abschnitts aus einer Predigt Max Freudenthals als den Gegenständen nicht angemessen. Es widerspricht auch sicher dem tiefen inneren Wert dieser Liieraiurgattung, einen-Mi drasch mit hohem Pathos zu deklamieren. - Die Veranstaltung1 fand in der Hauptsynagoge statt, die sich, auch akustisch/als möglicher Raum für Darbietungen die.ser Art erwies., Wenn, trotzdem manchmal der Funke fehlte, den wir;als Vermittler .von der Künstlerin zur Hörerschaft Edith "Herrnstadt-Oetlingens gewöhnt sind, so mag das zum Teil an. der manchmal allzu stark einstudiert wirkenden Gestik gelegen haben, mit .der die Künstlerin, im Lichte zweier Lampen dem-Publikum entrückt, ihre Vorträge begleitete. Ghr. : v Frankfurter Künstler auswärts Hans A ssenheim gab im Rahmen eines Hauskonzertes in ■einem jüdischen Sanatorium einen Lieder- und Arienabend (von Max Firnberg am Flügel begleitet). Beide ernteten reichen Beifall., V Aus unserer Gemeinde Abschied von der Bockenheimer Synagoge Der schlichte Bau der Synagoge in Bockenheim sah am Schabbos Balak eine zu dieser Sommerzeit. ungewöhnlich ■große Zahl von Besuchern. Es galt, Abschied zu nehmen von dem Gotteshaus, das 65 Jahre lang Mittelpunkt des jüdischen Lebens in Bockenheim gewesen war, zwei Menschenalter hindurch die nicht unbeträchtliche Gemeinde in Eok-!kenheim hatte wachsen und schwinden sehen. Der Schabbos ^bedeutete gleichzeitig Abschied von der Gemeinde Bokkenheim, die zwar seit 30 Jahren zur Großgemeinde gehört, sich aber in ihrem inneren Leben noch eine gewisse Freiheit und Besonderheit erhalten hat. Wenn auch das Wort „Frankfurt ist nicht Bockenheim" die Größe und Vornehmheit der Großgemeinde anerkannte, so hieß es doch auch „Bockenheim ist nicht Frankfurt", und es hat mitunter an Widerstand nicht gefehlt, wenn liebgewordene Bräuche aufgegeben werden sollten. Die starke Tradition, die sich in Bockenheim vielfach bewahrt hat, erklärt sich aus der Geschlossenheit dieser Gemeinde, die durch Verwandtschaft der alten Familien siark und viel verzweigt verbunden war: um 1700 werden in Bockenheim bereits 17 jüdische Familien nachgewiesen, deren Namen sich teilweise auch noch heute finden. Ein winziges Wohnhäuschen gegenüber der Synagoge gibt heute noch Zeugnis, wie es in der halb ländlichen Gemeinde ausgesehen hat: die Juden wohnten in der Nähe der Synagoge, und wenn, nötig, wurden die fehlenden Minjanleute aus den benachbarten Häusern geholt. Die Aenderung der Wohnlage und der Wegzug aus dem eigentlichen Städtchen in die „Stadl" hatten die Synagoge schon lange aus ihrer Mittelpünklkiellung verdrängt, aber die Bcckenheimer scheuten auch weitere Wege; nicht, in „ihre" Synagoge zu gehen. Erst die stärke Abwanderung der neuesten Zeit ünd die Notwetrdigkeit der^Em-' sparung erforderten endgültig, die Schließung der .Bocken-' heimer Synagoge. ' ' Die Besucher des Abschiedsgoilesdiensies mochtennoch» einmal im Geist alle Erlebnisse durchlaufen, die sia m't dem Haus verbanden, Erlebnisse, die in. der Kleinstadt oft stärker nachwirken. Ihren Gefühlen gab Rabbiner "Örv Jacob. H o r o - vi tz in bewegten Wprfen Ausdruck, den selbst eine "^jährige hingebende Tätigkeit' mit jedem einzelnen Gemeindertiitglied in Freude und Leid verband. Er gedachte der Menschen, die in der Synagoge gewirkt hatten, ihrer Vorbeter und Vorstände und all der Andächtigen, die in diesem Haus geweilt hatten. Das ewige Wort des Propheten Micha, das die Haftara dieses Schabbos schloß, stand auch über dem Leben und Beten der Bockenheimer Gemeinde, die an diesem Tag "ihr Ende fand: „Recht zu tun, Barmherzigkeit zu lieben und demutvoll vor Gott zu wandeln." A./H. Zur neuen Saison der Mittwoch-Konzerte Nach der Sommerpause beginnen im September wieder die Jüdischen Tonkünstler Frankfurts mit ihren Mittwoch-Konzerten. Aufbauend auf den schönen Erfolgen, die im Laufe JOSEPH SÜSS! Königstrasse 39 Telefon 71605 Jetzt auch Detailverkauf I Bellwäsche ■ KüctienwäLsclie 9 Leibwäsche 1 Tischtücher, Milieux, amerik. Sets, in Filet- H Antique, Wickelu. Plattstich. Anfertigung H auch aus m i t g e b rächte n Stoffen. H (Langjährig. Vertreter erster Wäschefabriken) H t . Gobelins u. andere Handarbeiten Meta Simenauer Katharinenpforte 2 \ ) 5feftft- Aiud daüuendecüeu Ia. Ausfuhrung, große Auswahl» I I Spezialdecken für Auswanderer' III ÖOfle £0ftBwGMneffw«ft6Q^% PELZ-BRAMMER Gr. Qailusstrasse 1, Ecke Rossmarkt Feinste Maßanfertigung Spez. Persianer, Ind. Lamm» Fohlen Tuche ■ Herren» und Damenstoffe ■ Ia Qual., sehr preiswert m J. Messing & Co., Zell 13 Fachm. Beratung. 113^7 gesch 1. AUSWANDERER Sämtliche Verzeichnisse fettigt schnell und sauber PAUL STRAUSS Tel. 56580 Fürst enbargerstrasse 171 Pnllrate Reproduktionen rUlliOl) Heimaufnahmen in bekannter Ausführung IIIIII UCCC (vorm. 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