Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 16 (1937-1938)
- Issue
- 11 (8.1938)
- Date
- 1938-08-01
- Page
- Seite 20 (sequence 20)
- Language
- German
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Seite 20 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR FRANKFURT Nr. 11 August 1935 den letzten Jahren als Bestattungsleiier. Er hat während dieser Zeil mit stets liebenswürdigem Wesen und mit größter Pflichterfüllung der Gemeinde gedient. Die Gemeindevertretung spricht der Familie ihr Mitgefühl aus. Das Andenken dieses Mannes wird stets in Ehren gehalten werden. Die Anwesenden haben sich zu Ehren des Verstorbenen von den Sitzen erhoben. Der Vorsitzende begrüßt den neu in die Gemeindevertretung eingetretenen Herrn Karl Lorsch sowie den zum ersten Mal erschienenen Herrn Dr. Siegfried Rosenthal. Der Vorstand hat beschlossen, anstelle des ausgeschiedenen Herrn Sali Kaufmann Herrn Dr. Richard Rheinstein für die Dauer seiner Zugehörigkeit zum Gemeindevorstand in den Vorstand der B. H. Goldschmidt'schen Stipendien-Stiftung zu wählen. Für Herrn Dr. Fraenkel wählt die Gemeindevertretung Herrn Dr. Siegfried Rosenthal. Femer hat der Vorstand beschlossen, vorbehaltlich der Zustimmung der Gemeindevertretung, Herrn Julius Kaufmann als Delegierten der Gemeindevertretung zum Vorstandsmitglied des Vereins Jüdisches Altersheim zu wählen. Die Gemeindevertretung stimmt zu und delegiert in das Hauskuratorium des Vereins Altersheim Frau Forchheimei. Der Vorstand der Westendsynagoge hat vorgeschlagen, anstelle des Herrn Leonhard Moser Herr Hugo Oppenheimer in den Vorstand der WestendsYnagoge zu wählen. Die Gemeindevertretung stimmt zu. Hieran schloß sich eine nichtöffentliche Sitzung. Zun „Philanthropin"-Bericht 1937/38 Die Förderung der jüdischen Jugend durch geistige, sittliche und körperliche Bildung ist eine unserer bedeutsamsten Aufgaben. Unter diesem Aspekt zeigt der interne Jahresbericht des „Phijlanthrop\n s" deutlich, welch wertvolle Erziehungsarbeit dort geleistet wird. In diesen „Schulnachrichten aus dem 134. Schuljahr 1937/38" gibt der Anstaltsleiter, Dr. Albert Hirsch, einen Ueberblick über die prinzipielle Gliederung und Einzelheiten der Schule, die dem Oberpräsidium in Kassel, der staatlichen Aufsichtsbehörde, untersteht und von einem Patronat, dem Schulrai, betreut wird. Dieses Schulwerk der Israelitischen Gemeinde Frankfurt a. M. besitzt eine Volksschule und eine Oberschule. Der Jahresbericht behandelt die Obersch.ule für Jungen und für Mädchen. In einem privaten Ausbildungsgang wird die pädagogisch-fachliche Vorbereitung für Anwärter auf das Lehramt an jüdischen höheren Schuden vermittelt. Das Heft beginnt mit Uebersichtsplänen für die Unterrichisverteilung, es folgen Angaben über Lesestoff, Aufsätze, freie Arbeiten, Lehrbücher u. dgl., ferner Mitteilungen über das Lehrkollegium, die Schüler-Selbstverwaltung, den Schulsportverein; der Schularzt berichtet über den Gesundheitszustand und entsprechende Maßnahmen. Die Stiftungen wirkten segensreich, ihre Möglichkeiten sind leider vielfach begrenzt. Der Schule wurden auch zahlreiche Schenkungen zuteil. Die Geschichte der Ansialt erfährt ihre natürliche Erweiterung. Eine wichtige Neuerung ist die kurz vor Schluß des Schuljahres 1936/37 durch ministerielle Verfügung gegebene Ermächtigung, im Einvernehmen mit der Universität Cambridge die englischen Prüfungen des „Local examinations syndicate Cambridge" am „Philanthropin" abzuhalten. Die erste Klasse für das school-certificate wird sich Ende 1938 zur Prüfung melden. Im Kapitel: Die deutsche Schulreform wird ihre Wirkung auf die Anstalt gezeigt; auch wird die Abneigung vieler Eltern gegen das Latein („tote Sprache") bekämpft, da es fast unentbehrlich gerade für Englisch ist. Die Reform bedingt wesentliche Aenderung der Schulförm und Organisation. Acht Jahre erfordert die Oberschule (Regelform für jede höhere Schule); Anfangs- und Hauptsprache ist Englisch. Bei den Jungen tritt ab Klasse 3 (Quarta) Latein hinzu,- erst ab Klasse 6 (Unter- Sekunda) kommt Französisch dazu, falls nicht für Spanisch entschieden wird, das mit Italienisch gleichberechtigt neben Französisch sein soll. — Von der 6. Klasse zweigt eine Gabelung ab, die nur Englisch, Latein und in verstärktem Grade mathematisch-naturwissenschaftliche Fächer lehrt. Die Oberschule für Mädchen beginnt mit Englisch .(einzige Fremdsprache) und endet nach Klasse 5 (Obertertia). Hauswirtschaftliche Fächer sollen verstärkt werden. — Die Reform der Anstalt wird sich erst in einigen Jahren. auswirken können. Als währende Aufgabe bleibt die Verpflichtung auch dieser Schule.- eine einheitliche Lern- und Lebensgemeinschaft zu formen. So vermag sie, die den Namen "„Philanthropin" bedeutungsvoll trägt, ihrer Tradition am besten zu dienen: das Bildungsgut und die ethischen Grundlagen des Judentums zu pflegen, sowie dem edlen Geiste der Humanität stets verbunden zu bleiben. , * Am Philanthropin, das durch ministerielle Genehmigung zu einem Zentrum für Cambridge Local Examinations erklärt worden ist, begann die Prüfung für das School Certificate. Zu der Prüfung haben sich 8 Jungen und 11 Mädchen gemeldet, die auf der Jüdischen Oberschule Jawne in Köln vorgebildet wurden. Die Prüfungen, die lediglich schriftlich sind, waren bei Redaktionsschluß noch nicht abgeschlossen. Diek Bekanntgabe der Ergebnisse "ist erst im August zu erwarten. J^XEEIxS^ Kaiserstraße 4 Kristall - Jenaer Glas - Keramik - Hielnmöbel jük Porzellan FormMaria . V_-> Jedes Stück einzeln zu haben An-u.Ver kauf getr. ■Herren-Kleider ■ BAUMANN& UNGSAM neue Garderobe billig 7 Gr. 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