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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1938-08-01 · 11 (8.1938) · p. Seite 16

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
16 (1937-1938)
Issue
11 (8.1938)
Date
1938-08-01
Page
Seite 16 (sequence 16)
Language
German
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Seite 16 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR FRANKFURT Nr. 11 August 1938 Im Sommer-Schluß-Verkauf unsere erstklassigen DAMENSTOFFE ganz enorm ermäßigt! HRISS ROSSMARKT 8 / I. Stock / Lift Persönlichkeiten stützen, die vorgearbeitet hatten. Die Zahl der nichtjüdischen Denker und Politiker, die sich im 18. und 19. Jahrhundert mit der Judenfrage befaßten und die eine Sammlung in Palästina vorschlugen, ist außerordentlich, und ^besonders in England bestand stets ein „teils romantisch, teils religiös bestimmter Wunsch"2), den Juden zu helfen und sie zurückzuführen. Aber auch unter den anderen europäischen Völkern tauchte der Gedanke hier und-da auf3}: Wieland stand ihm nicht ablehnend gegenüber, und Napoleon soll eine Wiederherstellung des jüdischen Staates geplant haben.4) - In Italien nun hat sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der bekannte Schriftsteller und Politiker Benedetto Musolino für die Juden und den Wiederaufbau Palästinas eingesetzt.5) Der Name Musolinos spielt im Italien des vorigen Jahrhunderts eine große Rolle, und er ist eng verknüpft mit dem eines anderen Italieners, dessen Erinnerungen uns oft als Quelle dienen müssen: Luigi Setternbrini (1813 bis 1877). 2) Weizmann vor der Royal Commission, Nov. 1936. — Die nicht nur durch politische Argumente zu erklärende Verbindung des englischen Volkes mit den Juden zeigt sich in "allen Aeußerungen englischer Staatsmänner. Vgl. N. Sokolow „History of Zionism". - Einige interessante Aussagen sind in dem (bei Schocken erschienenen) Leseheft „Speeches of British Statesmen on Judaism and Zionism" zusammengestellt. 3) Vgl. Böhm: Die zionistische Bewegung. (I. Kap. V) und N. M. Gelber: Zur Vorgeschichte des Zionismus. 4) Dieser Plan ist nicht genau belegt und noch heute umstritten,- jedoch würde es ganz zu Napoleons Taten während des ägyptischen Feldzuges passen, daß er die Juden zur Errichtung eines jüdischen Staates in Palästina aufgerufen habe. 5) Die Quellen für das Leben Musolinos sind fast ausnahmslos italienisch geschrieben. Vgl. bes. Moise Finzi: Un precursore italiano del Sionismo (Rivista Israelitica, 1905 Seite 64 bis 71). - Unter Benutzung dieses Materials hat N. M. Gelber einen kleinen hebräischen Aufsatz über Musolino veröffentlicht. Bereits sein Vater und sein Großvater hatten an dem geistigen und politischen Kampfe für das aufstrebende neue Italien teilgenommen. Die „Geheimgesellschaften" bilden die Kreise, in denen Luigi Settembrini und sein Freund Benedetto Musolino arbeiteten,- es sind die „Figliuoli della Giovine Italia", die Söhne des jungen Italiens, die mit aller Krait für ein geeintes freies Italien ankämpften. Und wenn der Großvater Settembrini auch Mitbürger und Mitkämpfer aller nach Freiheit dürstenden Völker gewesen ist, so steht der Plan Musolinos, die Juden nach Palästina zurückzuführen, im Rahmen dieser Gedankengänge. Das Leben Benedetto Musolinos war das eines Verschwörers und Geheimbündlers, der sich schon von Jugend an der Revolution gewidmet hat. Calabrien, seine Heimat, war stets ein wildes, aufgewühltes Land, das durch schwere Erdbeben heimgesucht wurde und in dem herumstreifende Banden nichts Seltenes waren. In dem Mittelmeerhafen Pizzo wurde Musolino am 8. Februar 1809 geboren, und dort auch starb er am 15. November 1885. Von seinen abenteuerlichen Plänen spricht Settembrini („Erinnerungen aus meinem Leben"): „Zur Zeit, da ich Jura studierte, hatte ich einen jungen Calabrier aus Pizzo, namens Benedetto Musolino, kennen gelernt, der viel Verstand, aber den Kopf voll seltsamer verwegener Pläne hatte. Wenn ein Regiment oder eine Kompagnie Soldatenan uns vorüber marschierte, sagte er, keck wie ein junger Hahn: „Wenn ich hunderttausend dieser Spitzen hätte (und er zeigte auf die Bajonette), so wär ich ein Weltbefreier!" Immer wieder las er die Erzählungen von Cäsar, Alexander, Mohammed, Tamerlan und Napoleon. Wenn ich erzählen wollte, was wir auf unseren Spaziergängen für Luftschlösser bauten, wie wir die Welt umgestalteten, dann könnte ich kein Ende finden. Da er dachte, in der Türkei Großes zu vollbringen und dort sein Glück zu machen, schiffte er sich nach einiger Zeit nach Konstantinopel ein. Er schlug dem Vezier so weitgehende. Reformen des Heeres, der Finanzen und alles anderen vor, daß bei ihrer Durchführung das ottomanische Reich völlig umgestürzt worden wäre. Er wollte Pascha werden, sich beschneiden lassen, sich Mohammed oder Timur nennen und den GARDINEN - DEKORATIONEN kaufen Sie preiswert im öommer-Scffluß-Verkauf ab 25; Juli im Fachgeschäft S. 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