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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1938-05-01 · 8 (5.1938) · p. Seite 20

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
16 (1937-1938)
Issue
8 (5.1938)
Date
1938-05-01
Page
Seite 20 (sequence 20)
Language
German
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Seite 20 JODISCHES GEMEINDEBLATT FÜR FRANKFURT Nr. 8 Mai 1938 Corsets, Büstenhalter S. LÖHREN üH!ZEIL 85 Für die Frau Mitteilungen aus den Interessengebieten der Frau Beiträge und Zuschriften sind zu richten an Frau Stephanie Forchheimer. Frankfurt a. M„ Schumannstr. 9 Corstts, Büstenhalter S. LÖHREN üur ZEIL 85 nur Gegenwartsaufgaben der jüdischen Frau Die Gesamtvorslandssiizung des Jüdischen Frauenbundes, die vom 27. bis 30. März in Lehnitz bei Berlin stattfand, stellte einerseits die wichtigen praktischen Aufgaben (Auswanderungsberaiung, Palästina-Aufbau, Probleme der Fürsorge) heraus und andererseits die Bedeutung, die der Bund gerade heute den geistigen Fragen entgegenbringt, der geistigen und jüdischen Haltung der jüdischen Frauen. Etwa 50 Frauen aus dem Reich waren zur Tagung gekommen: die Vorsitzenden der Verbände und Zweigstellen des Jüdischen Frauenbundes, Vertreter der Reichsvertretung der Juden in Deutschland, der Jüdischen Gemeinde Berlin, der Wizo nahmen an der Tagung teil. Auftakt bildete ein Referat von Dr. Franz Meyer, Berlin, über „Jüdische Frauenarbeit in und für Palästina"; seine Fragestellung war, wie kann die Arbeit für den Palästina-Auf bau vom Jüdischen Frauenbund intensiviert werden, auf welchem Gebiet können wir mehr als bisher als Organisation tun? Er forderte: Mitwirkung an den pädagogischen Fragen, insbesondere in den Ausbildungsstätten, Unterstützung der Sozialarbeit und Mithilfe gegen die Not. Als besonderes Problem, dessen Lösung die Mitarbeit der Frau verlangt, wurde die Einwanderung und Einordnung älterer Menschen in Palästina dargestellt, um der unorganisierten Familiennachwanderung Wege zu ebnen. Die beiden ersten Arbeitstage wurden mit einer Bibel- Lernstunde unter Leitung von Frau Cilly Neuhaus-Frankfurt am Main über die Häfrara der "Woche (Prophefenabschnitt Jecheskel, Kapitel 36} eingeleitet. Aus der internen Arbeit des Bundes, der der erste Arbeitstag gehörte, ist der ausgezeichnete Geschäftsbericht hervorzuheben, den Hannah Karminski gab. Ausführlich wurden Ausbildungsfragen behandelt, besonders die zusammen mit dem Hilfsverein der Juden in Deutschland und dem Palästina-Amt geleistete Arbeit zur Förderung der Frauenauswanderung. Die Aussprache ergab, wie hoch die seelische Beratung neben der praktisch-wirtschaftlichen zu bewerten ist und wie die Mitarbeiterinnen des Jüdischen Frauenbundes sich zu dieser Aufgabe schulen und vorbereiten. Ueber die Heime des Bundes (Isenburg, Wyk auf Föhr und die Kinderschutz-Zentrale in Elberfeld) berichteten die Vorsitzenden der betreffenden Kommissionen. Als Ergebnis der Aussprache über den Geschäftsbericht läßt sich ein intensives, tätiges Interesse den Palästinafragen gegenüber feststellen,- so die Ausrüstung der Jugend-Alijah, die Forderung an alle Zweigstellen, den Nähstuben des Jüdischen Frauenbundes, den Haushaltsschulen und Vorlehren nahezulegen, in den nächsten Monaten nur für die Ausrüstung der Chaluzim und Chaluzotn zu arbeiten} Schnittmuster und zugeschnittene Stoffe sollen nach Möglichkeit zur Verfügung gestellt werden. Der zweite Tag brachte zwei Arbeitsgemeinschaften unter Mitwirkung der Mitielstelle für jüdische Erwachsenenbildung über das Thema: „Judentum als Grundlage". Der erste Teil „Jüdisches Leben in Palästina" stand unter Leitung von Dr. Eva Reichmann-Jurigmann, den zweiten Teil „Seelische Auswanderungsvorbereitung" leitete Rabbiner Dr. I. Maybaum, Berlin. Grundlage und Sinn beider Arbeitsgemeinschaften war die gleiche Frage: wie kann das Erleben der letzten Jahre für unsere auswandernden. Menschen fruchtbar gemacht werden, auch wenn sie draußen vor ganz andere Aufgaben gestellt werden? Die Fragen: ob Palästina durch Arbeit und Leben von jüdischen Menschen schon ein jüdisches Land werde (die Frage wurde verneint), „Die Stellung der Frau in Palästina", „Juden und Araber", „Palästina und die Diaspora", wurden von Eva R e i c h m a n n - Jungmann durch Texte, welche verschiedener Meinung Ausdruck gaben, belegt, und in der Aussprache durch Frauen, die gute Palästinakenner sind, ergänzt. Abschließend verlangte Eva Reichmann - Jungmahn, sich immer wieder mit allem Ernst und mit vollster Verantwortung diese Fragen zu stellen. Dr. Maybaum behandelte den jüdischen Weg der „Nicht nach Palästina Auswandernden". Jüdisches Leben, das~ eine geistige Aufgabe, bedeutet, soll - in jedem Lände der Erde zu erfüllen sein, wenn jüdische Menschen, wohin sie auch gehen, ihre jüdische Geschichte mitnehmen. Der dritte Tag brachte eine Arbeitsgemeinschaft mit Professor Dr. Kantorowicz, Frankfurt a. M., über die geistige Arbeit in den Zweigstellen des Jüdischen^ Frauenbundes. Professor Kantorowicz sieht den Sinn der "geistigen Arbeit in oder mit einer Gemeinschaft in der Aufgabe, Menschen dahinzubringen, ihr „Sein" sinnvoll zu gestalten, zu einer Selbstverantwortung zu gelangen und sich dieser nicht entziehen zu wollen. Der Wunsch, von einer Gesamtverantwortung sich mittragen zu lassen, ist eine .Müdigkeitserscheinung, also haben wir die Aufgabe, zur Selbstverantwortung zu erziehen. Geistige Arbeit in den Zweigstellen hat nicht die Aufgabe, Selbstbildung zu vermitteln, sondern kann nur sein, zu den letzten Fragen näher zu bringen. Alle drei Arbeitsgemeinschaften führten die Zuhörerinnen zum Nachdenken, zur Besinnlichkeit. Die geistige Müdigkeit, der wir bei unseren Menschen immer wieder begegnen, hat gewiß ihre Begründung. Konzentration und Sammlung für geistige. Arbeit aufzubringen fehlt unseren Menschen die Energie,- aber das Bewußtsein, daß nur Werte des Geistes uns die Kraft geben, uns zu uns selbst zu führen, darf nicht in unseren Menschen verloren gehen, um ihrer selbst willen nicht. \ Die Gesamtvorstandssitzung hat durch die Themenstellung, und die ausgezeichnete Behandlung aller Probleme die vorbildliche Einstellung erkennen lassen, die dem Gedanken des'Bundes entspricht, und machte dieses Zusammensein für ihre Teilnehmerinnen zu einem wirklichen Gewinn. Cilly Neuhaus Damen - Blusen Damen-Pullover Damen-Handschuhe Damen-Strümpfe Damen-Wäsche r Jmmer preiswert immer gut Frankfurt a. M.; Ab dM MarMhiOai - Reinaekstr. 3 Hanauer i.andstr.87 Herre n-Pullover Herren-Hemden Krawatten / Socken Kinder-Pullover Kinder-Kleidchen

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