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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1938-04-01 · 7 (4.1938) · p. Seite 25

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
16 (1937-1938)
Issue
7 (4.1938)
Date
1938-04-01
Page
Seite 25 (sequence 27)
Language
German
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rrri^mL^WBmammmtmmmmmmmamms; Nr.?, April 1938 JÜDISCHES GEMEINBEBIATT FÜR FRANKFURT Seite 25 Corsets, Büstenhalter S. LÖHREN "H!! ZEIL 85 nur Für die Frau Mitteilungen aus den Interessengebieten der Frau Beiträge und Zuschriften sind zu richten an Frau Stephanie Forchheimer. Frankfurt a. M., Schumannstr. 9 Corsets, Büstenhalter S. LÖHREN miiiiHHitiHiuiiiiiuiiiiiniiiiiiiiJHini iiiniiuimimiiiiiiiiuiiiiiffimiiuiiuij "heZEIL 8S«üf£ Die jüdische Frau und das Fest der Befreiung Fest der Befreiung! Wie aus weiter Ferne iönt uns das Wort. Wohl noch nie war es für uns_jüdische Frauen so schwer, den Gedanken der Befreiung in Einklang mit unserem Erleben und Empfinden zu bringen. Kann das Fest der Befreiung uns wirklich frei machen von unseren Sorgen, von der ungestillten Sehnsucht nach unseren fernen Lieben? Was können wir Frauen tun, mit welchen Gedanken uns erfüllen, damit die alte Kunde vom Fest der Befreiung auch für uns wieder Sinn, Deutung und Trost erhält? In den Büchern unserer Weisen steht über das Verdienst Israels, um dessentwillen es gewürdigt war, aus Aegypten befreit zu werden, folgendes : „Um viererlei Dinge willen wurde Israel gewürdigt, aus der Sklaverei Aegyptens befreit zu werden : weil sie ihre Namen nicht änderten, weil sie ihre Spräche nicht verlernten, weil sie nicht böse Nachrede führten einer über den anderen, und weil sie ihre Züchtigkeit und eheliche Reinheit bewahrten". ' Sollten nicht an diesen Verdiensten die jüdischen Frauen den Hauptanteil gehabt haben? Groß war im alten Israel der Einfluß der Frau. Ueber ihre Einschätzung und Stellung im biblischen Altertum ist viel geschrieben und verschieden geurteilt worden. Die einen werten die Stellung der Frau in der Bibel nicht höher als die der orientalischen Frauen überhaupt, die anderen stellen die Frauen in der Bibel nach dem Bilde der modernen Frauenemanzipation dar. Beides entspricht nicht der geschichtlichen Wahrheit! Nicht die absolute Unterwürfigkeit des Weibes unter den Willen des Mannes nach der Sitte orientalischer Völker, aber ebensowenig die Vorstellung von der Gleichstellung der Frau im öffentlichen Leben wird der eigentümlichen Stellung der biblischen Frau gerecht, Gleich dem Manne kann sie die in ihr schlummernden Kräfte zur Entfaltung bringen und sich in ihrem Beruf selbständig betätigen. Sie lebt nicht abgeschlossen von der Außenwelt, sie geht unverschleiert umher, nimmt an öffentlichen Zusammenkünften, auch an Volksfesten teil, die sie durch Gesang, Musik und Tanz zu verschönen sucht. Immerhin - die Richterinnen, Prophetinnen, Dichterinnen, Sängerinnen, Königinnen, die Frauen, die wir außerhalb ihrer engbegrenzten Häuslichkeit finden, sind Ausnähmen. Die Haupttätigkeit der biblischen Frau, die als größte Tugend gerühmt wird, ist ihre Arbeit im Hause. Vor allem liegt ihr die Pflege ihres Hauses und die Erziehung und Beeinflussung der Kinder ob. In der Kinderstube wird der Grund gelegt für die zukünftigen Geschicke eines Volkes. Was die Mutter durch Beispiel und Lehre in das Herz ihres Kindes pflanzt, bestimmt zum großen Teil den Charakter und das Verhalten des kommenden Geschlechtes. So können wir wohl annehmen, daß es in erster Linie die Frauen waren, die jene vier Verdienste sich erwarben, um derentwillen Israel aus Aegypten befreit wurde,- zudem lehrt ein anderer Ausspruch der Weisen, daß um der Verdienste der züchtigen, frommen Frauen willen Israel aus Aegypten erlöst wurde. Einige dieser Verdienste muten uns seltsam an, zum Beispiel, daß die Israeliten ihre Namen nicht änderten. Aber liegt dieser scheinbaren Aeußerlichkeit nicht ein tiefer Sinn zugrunde? Die israelitischen Frauen in Aegypten, von denen man weiß, daß sie den Kindern die Namen gaben, haben sich nicht, wie in der hellenistischen Zeit so ihrer Umgebung angepaßt, daß sie ihre Kinder mit den Namen ägyptischer Götter etwa Jsidor (Geschenk der Jsis) nannten, statt mit den schönen Namen der eigenen Väter und Mütter. Und sie verlernten die Sprache nicht. Ob sich das nun ausgesprochenermaßen auf die hebräische Sprache bezieht oder auf das Sprechen von jüdischen Dingen im Kreise der Kinder, - beides ist ein Lob dafür, daß sie keinen Bruch mit der Vergangenheit vollzogen haben, daß sie Bewahrerinnen der Tradition blieben. Auch das dritte hohe Verdienst Jsraels, das als Frauentugend gewertet werden muß, mutet uns seltsam an: „sie führten keine üble Nachrede gegen einander." Aber erwähnt der Weise es nicht vielleicht deswegen, weil aus diesem Charakterzug auf die Wesensart der Frauen jener Tage geschlossen werden darf? Wenn eine Frau sich nicht dazu herabwürdigt, überall hinzuhorchen und, was sie in jedem Winkel hört oder auch nicht hört - natürlich unter dem Siegel der Verschwiegenheit! — weiter zu erzählen und dadurch Zwietracht und Haß zu säen, wenn sie keine Freude daran findet, über ihre Nachbarn und Hausgenossen zu reden, dann ist das ein Zeichen eines vornehmen Charakters. Es ist der Beweis, daß die Frauen des Auszugs aus Aegypten vom Ernst des Lebens und von den drängenden Pflichten der Stunde zu sehr erfüllt, waren, als daß sie ihre Zeit mit müßigem und gehässigem Geschwätz hätten ausfüllen mögen. Als das letzte und höchsie Verdienst aber führt der Weise an: die Frauen waren keusch und züchtig, die Ehe war ihnen heilig. - Durch die ganze Geschichte Jsraels bis zu den Tagen der Emanzipation blieb dieses Verdienst der jüdischen Frauen unangetastet. Einer jüdischen Frau und Mutter kam wohl kaum der Gedanke, daß sie einen Bruch ihres von Gott gesegneten Bündnisses vollziehen und Mann und Kinder verlassen könne. Das Unbefriedigtsein der modernen Frau, dieses nur der eigenen Persönlichkeit Lebenwollen gab es nicht bei der jüdischen Frau des Altertums. Gewiß gab es immer auch jüdische Frauen, die in ihrer Ehe nicht das erhoffte Glück gefunden, aber die Reinhaltung der Ehe, die Erfüllung übernommener Pflichten galt ihnen mehr als persönliches Glück. Haben wir jüdischen Frauen von heute in unserer schwe- Öftren Frühjahrs- und Osfev~3!ecfai»f I Damen-Blusen Pullover Damen-Wäsche Hüft h a lte r M ö d e w a r e n kaufen Sie immer preiswert und immer gut bei Frankfurt a. M. An dao Maifcihaüsn Reine«katr. 3 Hanauar Landstr.87 Strümpfe, Socken Handschu h e Kittel-Schürzen Herrenhemden Krawatten / Socken

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