Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 16 (1937-1938)
- Issue
- 7 (4.1938)
- Date
- 1938-04-01
- Page
- Seite 22 (sequence 24)
- Language
- German
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Seite 22 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR FRANKFURT NT. 7 April 193» Schenken Sie zu Ostern Die aparten Neuheiten aus bemaltem Cellophan Geschmackvolle Reisetaschen in verschiedenen Farben handgewebt zu RM 15.—' Damentaschen ausgesuchte Formen Toilett-Garnituren in bekannt guter Qualität Parfüms dem modernen Geschmack entsprechend DR. ALBERSHEIM FRANKFURT A. M. KAISERSTRASSE 9 Beachten Sie bitte unsere Schaufenster Tel. 22561 Persönliche Nachrichten Zum Eintritt in den Ruhestand: Dr. Hermann Freudenberger Am 1. April d. J. tritt Dr. Hermann Freudenberger, Slüdienrai am Philanthropin, nach. den gesetzlichen Bestimmungen in den Ruhestandr Als Sohn eines Lehrers entstammt er einer Familie, aus der zahlreiche andere angesehene Pädagogen hervorgegangen sind; er widmete sich akademischen Studien in Würzburg und München und lehrte dann ein Jahrzehnt erfolgreich an der Talmud-Tora-Schule in Hamburg. Am 1. April 1910 wurde Hermann Freudenberger von Direktor Dr. Adler ans Philanthropin beruf enf> wo er in Deutsch, Geschichte und Erdkunde viele Jahrgänge von Schülern unterrichtet hat. Sein scharfer Verstand lehrte seine Schüler klares Denken, seine tief gegründete-wissenschaftliche Bildung und seine Belesenheit machten seine Stunden besonders anregend. — Neben Aufsätzen in Zeitschriften veröffentlichte Freudenberger * ein Buch "Im Kampf um die Menschenrechte",- es gibt in vorzüglich ausgewählten Stükken ein aufschlußreiches Bild vom Werden der Emanzipation. Als ein Mann von ausgeprägtem Charakter, hervorragenden Fähigkeiten und feinem Humor ist Freudenberger bei seinen Kollegen hoch geschätzt. Möge dem Lehrer vieler Generationen ein langer und tätiger Ruhestand beschieden sein! Dr. Julius Höxter Dreieinhalb Jahrzehnte.hat Dr. Julius Höxter richtungweisend im Religionsunterricht in unserer Gemeinde mitgewirkt. Eine seltene Begabung, gründliche Vorbildung beispielhafte Pflichttreue, strenge Korrektheit, Hingabe an den Beruf und freiwillige Aufopferung für die Interessen der Gesamtheit, - diese Qualitäten haben Dr. Höxter zu hohen Leistungen und Erfolgen geführt. Die Gemeinde und die weitere Gemeinschaft sind ihni deshalb zu Dank verpflichtet. Julius Höxter wurde in Treysa geboren, besuchte die Präparandie des Lehrerseminars Hannover, übte eine kurze Lehrtätigkeit an der Simonschen Erziehungsanstalt in Ahlem aus und erwarb sich an der Heidelberger Universität die Facultas für Geschichte und den Doktortitel. Vor 35 Jahren kam er als Lehrer in unsere Gemeinde. Dr, Höxter wirkte an der Religionsschule, am Wöhler-Realgymnasium und am Goethegymnasium. Tausende von Kindern unserer Gemeinde danken ihm die Einführung in Geist und Wissenschaft des Judentums. Mit anderen begeisterten Vorkämpfern für das Lehrfach und den Lehrstand gründete Höxter die hiesige „Vereinigung israelitischer Religionslehrer und -lehrerinnen", heute "Jüdischer Lehrerverein" genannt; er leitete diesen Verein mehr als drei Jahrzehnte bis zum Vorjahr. Was die jüdische Lehrerschaft, der Religionsunterricht und die Gemeinschaft gerade diesem Verein zu danken haben: die Schaffung maßgebender Lehrpläne für Volks- und höhere Schulen, bester Jugendliteratur, allgemein beliebter und benutzter Lehr- und Schulbücher,, ist zum großen Teil das Verdienst Höxters, der es verstand-, seine Mitarbeiter zu eifrigem Wirken im Dienste an der jüdischen Jugend heranzuziehen. So ist die Frankfurter „Vereinigung" eines der wertvollsten Glieder des „Verbandes der jüdischen Lehrervereine im deutschen Reiche" geworden, zu einem Hauptfaktor jüdischen Gemeinschaftslebens überhaupt. - Auch persönlich leistete Höxter Bedeutungsvolles im Verbände.- in der Inflationszeit schuf er den „Jüdischen Beamienbund", der die rechtliche Stellung der Gemeinde-Angestellten zu wahren suchte. Auch überreichte er dem Verbände eine von Freunden und Verehrern ihm gespendete Summe, aus der die „Dr. Julius Höxter-Stiftung" (mit alljährlichem Preisausschreiben) entstand, die jüdisch-pädagogische und wissenschaftliche Arbeiten anregte und so der Gelehrtenschaft die freie geistige Tätigkeit zu erleichtern sucht. . ■ " Das Schaffen des trefflichen Mannes wird gekrönt durch das „Quellenbuch zur jüdischen Geschichte und Literatur", das von 1927 bis 1930 in schneller Folge erschien (später gekürzt in einem Bande). Es entsprach einem längst empfundenen Bedürfnis, denn die Lehrerschaft forderte ' seit Jahren für den jüdischen Geschichtsunterricht eine systematische Quellensammlung, die Proben des inneren Lebens und der äußeren Geschichte unseres Volkes aus den Werken seiner Dichter und Denker vermittelt. Höxter hat sich mit dieser staunenswert emsigen Arbeit ein - bedeutendes Verdienst erworben. Wer die tausendjährige Geschichte des nachbiblischen Judentums studieren will, findet hier guten Zugang zu der Vergangenheit. Den Schlußstein setzte Höxter mit den „Zeittafeln", die er im Auftrage des von der Frankfurter Gemeinde eingesetzten Ausschusses für den Religionsunterricht verfaßte. Sie schlagen sachlich die Brücke von einem Quellenstück zum anderen und geben gedanklich die Zusammenhänge' der verschiedenen Perioden,- sie zeigen die Verflochtenheit der Diaspora und die Bedeutung des Kläl Jisroel zum Weltgeschehen. Auch im synagogalen Gemeindeleben hat sich Dr. Höxter eingesetzt: in der Unterlindau -als Vorsteher und Leiter des konservativen Filialgottesdienstes an den hohen Feiertagen. - So bedeutet er eine Persönlichkeit mancher Grade: als dienendes Glied in der Gesamtheit, als vorbildlicher Lehrer wie als pädagogischer Schriftsteller von Rang. In seinen Ruhejahren werden ihm hoffentlich Arbeitskraft und Schaffenswille ungeminderi verbleiben, damit sich auch an ihm das Wort des Psalmisien bewähre: „Gepflanzei im Hause des Ewigen, sprossen sie in den Höfen unseres Gottes. Noch im Alter blühen sie, werden markig und saftvoll bleiben".' " J. B.- L. 85..Geburtstag: 20. 3. 1938: Aron Loeb, Lersnerstraße 42. - 10. 4. 1938: Adolf Herrmann, Merianstraße 33. 75. Geburtstag: 20. 3. 1938: Frau Karoline Feist geb.. Bender, Uhlandsiraße 52. - 16. 4. 1938: Frau Gittel Rosen, geb. Wang, Zeil 39. - 25. 4. 1938: Frau Sonja G o 1 d f l a m Ww, Grünestraße 36. - 1. 5. 1938: Bernhard Bendheim, Leerbachstraße 8. ~ 70. G e b u r t s t a g : 10. 4. 1938: Frl. Roselle G o 1 d s c h m i d t, Hügelsträße 144. - 10. 4. 1938: Frau Nanny Oppenheimer geb. Lion, Schwindstraße 10. - 20. 4.'l938: Frau Clara: Rachel Spiro geb. Hertz, Hanauer Landstraße 36. - 22. 4. 1938: Frau Nanny R a.p p a p o r t geb. Rose, Rheinstraße 13. Jüdisches Wissen tut not! Wir machen Eltern und Erzieher auf die im Talmud Thora- Vereih gebotene Gelegenheit zur Fortbildung in den hebräischen Fächern aufmerksam. Der Unterricht soll über den hebräischen Schulunterricht hinaus, der Jugend eine Erweiterung und Vertiefung jüdischen Wissens geben. . Knab e n: Gruppe I T'filla, Anfangsgründe .von Chumasch, hebr:. Schreiben : ' " Gruppe II Chumasch, Kizzur Schulchan Aruch Gruppe III Chumasch/mit Raschi,_Mischnajoih Gruppe IV Chumasch; mit Raschi,~Mischnajoih, Gemara Mädchen: Gruppe T T'filla, Anfangsgründe von Neuhebräisch, hebr. Schreiben Gruppe II T nach, Neuhebräisch