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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1938-02-01 · 5 (2.1938) · p. Seite 12

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
16 (1937-1938)
Issue
5 (2.1938)
Date
1938-02-01
Page
Seite 12 (sequence 14)
Language
German
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Seite 12 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR FRANKFÜRT Nr. 5 Februar 1938 lieh — stehen alle jüdischen Zeitungen und Zeitschriften aus Deutschland zur Verfügung. Die neue Einrichtung erfreut sich bereits starken Zuspruchs. Zuwendung ' Frau Geheimrat Prof. Dr. Borchardt in Kairo, die Tochter des bekannten hiesigen Philanthropen, des verstorbenen Malers Eduard Cohen, hat das Haus Feuerbachstraße 14 der Israelitischen Gemeinde schenkungsweise zugewendet, über die Verwendung des Hauses sind noch keine Beschlüsse gefaßt. . Die Gemeindebibliothek erhielt eine Buchspende von Frau M. Bach, Neustadt a. d. Weinstraße. A. BREITENSTEIN KONSTABLER WACHE - FAHRGASSE 121 u. 150 HERREN-WÄSCHE — KRAWATTEN Bekanntmachungen des Steueramts Auf a) die am 10. Juni, 10. September und 10. Dezember 1937 fällig gewesene 1., 2. und 3. Rate der Kultussteuer 1937/38 der Veranlagten h) die am 1. November 1937 fällig gewesene 2. Hälfte der Kuliussteuer der Nur-Lohnsteuerpflichtigen, sowie e\ das fällig gewesene Gemeindegeld der Nur-Gemeindegeldpflichtigen wird hiermit besonders hingewiesen. Wir ersuchen die Gemeindemitglieder dringend, die noch bestehenden Rückstände unverzüglich zu entrichten. Nach vergeblicher Mahnung erfolgt die Beitreibung zuzüglich der Kosten durch die zuständige Vollstreckungsstelle des Finanzamtes. Alle Kultussteuer- und Gemeindegeldzahlungen sind an die Steuerkasse der Israelitischen Gemeinde, Fahrgässe 146, (Postscheckkonto Nr. 800 Ffm.) zu leistenl Ausgenommen sind lediglich Zahlungen auf Rückstände, die sich in Vollstrekkung befinden. Solche Rückstände sind an die Finanzkasse zu leisten, von der sie vollstreckt worden sind. Die Steuerkasse der Israelitischen Gemeinde ist werktäglich von 8x/2 bis 121/2 Uhr geöffnet. Die Sprechstunden finden zu gleicher Zeit statt. Für ältere und gebrechliche Personen steht der Personenaufzug zur Benutzung frei. Frankfurt am Main, den 24. Januar 1938. Vorstand der Israelitischen Gemeinde Steueramt SPORT-HESS Am Schauspielhaus 2-4 Telefon 29335 Leinen-Änzüge Persönliche Nachrichten /'/ Felix Kauffmann zum 60. Geburtstag An/% Februar vollendet Dr. phil. Felix Kauffmann sein 60. Lebensjahr. Dr. Kauffmann steht mitten,im jüdischen Leben und hat als Leiter einer Reihe bedeulender.;Organisationen innerhalb unserer Gemeinde in allen Kreisen Freunde und Anhänger. Felix Kauffmann ist in Frankfurt als Sohn des Buchhändlers und Buchverlegers Ignaz Kauffmann geboren. Er besuchte zunächst die Realschule der Israelitischen Religionsgesellschaft, dann das Städtische Gymnasium, wo er 1897 sein Abitur ablegte. Nach kurzer Volontärzeit im Antiquariat Jcsef Baer & Co. bezog er die Universitäten Würzburg, Berlin, Siraßburg und Heidelberg zum Studium der Orienialia, Philosophie und alten Geschichte und promovierte 1901. 1902 trat Dr. Kauffmann in das Geschäft seines Vaters, die im Jahre 1832 gegründete Buchhandlungs- und Verlagsfirma J. Kauffmann, mit der seit 1900 die Firma M.. Lehrberger & Co., die Nachfolgerin der 1796 gegründeten Heidenheim'schen Drukkerei, vereinigt war. Im Jahre 1909 übernahm Dr. Felix Kauffmann die väterlichen Geschäfte, vereinigte 1912 damit die Firma S. Lehrberger & Co: und ist seitdem Chef des „Jüdischen Buchvertriebs und Buchverlags J. Kauffmann und M. Lehrberger & Co." (auch Druckerei). Eine fast unabsehbare Zahl von Verlagswerken ist während der Tätigkeit Felix Kauffmanns durch ihn der. jüdischen Oeffentlichkeit übergeben worden. Kaum ein Gebiet der jüdischen Lehre und des jüdischen Lebens, keine Sparte der Wisserschaft vom Judentum fehlt in der großen Reihe der Verlagserzeugnisse Der Kauffmann-Verlag ist seit Jahrzehnten ein führender jüdischer, überparteilicher Verlag in Deutschland. Im religiösen .und geistigen Leben der Judenheit haben die Werke des Kauffmann-Verlags, insbesondere seit der Tätigkeit Dr. Felix Kauffmanns, weittragende Bedeutung erlangt. Felix Kauffmann selbst ist als Autor von Aufsätzen und Rezensionen wiederholt publizistisch hervorgetreten. Am Krieg nahm Felix Kauffmann von Anfang bis zum Ende teil. Er kam als Vizewachtmeister ins Feld, wurde 1915 Leuinant, dann stellvertretender Batterieführer und Abteilungsadjütant. Sein Erleben des Weltkrieges in vorderster Linie — Felix Kauffmann hat neben dem Eisernen Kreuz I. und II; Klasse andere hohe Orden erhalten - führten ihn . zur Arbeit des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten, dessen Landesverband-Südwest und dessen Ortsgruppe Frankfurt a. Main, in ihm ihren unermüdlichen, einsatzbereiten Leiter verehren. Als Mitglied des großen Führerrats des. Reichsbunds jüdischer Frontsoldaten, als Vorsitzender, der Vereinigten Israelitischen Männer- und Frauen-Krankenkasse, der Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler, des Vereins zur Bekleidung bedürftiger israelitischer Knaben, als Hauptvorstandsmitglied des Hilfsvereins der Juden in Deutschland, als Mitglied des Vorstandes des Jüdischen Kulturbunds Rhein-Main und vieler anderer Organisationen entfaltet Felix Kauffmann eine hingebungsvolle Tätigkeit im sozialen und kulturellen Lebensbereich der Juden. Ohne Schonung seiner Kräfte, mit persönlicher Einsatzbereitschaft wirkt Felix Kauffmann in unserer Gemeinde seit vielen Jahren segensreich. Die Frische und Jugendlichkeit des nun Sechzigjährigen lassen erhoffen, daß unser Wunsch erfüllt werde: Felix Kauffmann möge noch viele Jahre zum Wohle der jüdischen Gemeinschaft wirken! Zum 70. Geburtstag von Sanitätsrat Dr. Adolf Deutsch Am 25. Januar wurde Sanitätsrat Dr. Deutsch, der-in Denver (U. S. A.) geboren wurde, 70 Jahre alt. Als ich im Jahre 1904 zum ersten Male seinen Namen als Uebersetzer des berühmten Buches des englischen Arztes J. Mackenzie über den Puls kennen lernte, ahnte ich nicht, dass ich einst die Freude haben würde, ihm an dieser Stelle die herzlichsten Glückwünsche zum 70. Geburtstage darbringen zu können, zugleich auch im Namen der Frankfurter Jsraelitischen Gemeinde und ihrer Aerzte und nicht zuletzt auch im Auftrage des Krankenhauses und der ihm angeschlossenen Institutionen. Denn um alle diese hat sich Deutsch unvergängliche Verdienste erworben. Nach seiner in Heidelberg, München und Kiel verbrachten Studienzeit, ließ er sich im Jahre 1892 in Frankfurt als Arzt nieder, war aber bis zum Jahre 1895 zugleich als Assistent am Krankenhaus der Jsraelitischen Gemeinde tätig. Im

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