Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 16 (1937-1938)
- Issue
- 3 (12.1937)
- Date
- 1937-12-01
- Page
- Seite 23 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 3 Dezember 1937 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR FRANKFURT Seite 23 Corsets, Büstenhalter S. LÖHREN ""r ZEIL 85 nur Für die Frau Mitteilungen aus den Interessengebieten der Frau Beiträge und Zuschriften sind zu richten an Frau Stephanie Forrhheimer. Frankfurt a. M., Schumannstr. 9 Corsets, Büstenhalter S. LÖHREN nur ZEIL 85nur Jahre Isenburger Heim 1907 - 1937 Zum 30jährigen Bestehen des Isenburger Heims ist eine Sondernummer der „Blätter des Jüdischen Frauenbunds" erschienen „zusammengestellt, um Bechenschaft abzulegen über die dort geleistete Arbeit, um den Geist seiner Schöpferin lebendig zu erhalten". Bertha Pappenheim ist nicht mehr, aber ihr Werk lebt, es zu erhalten und in Treue mit seiner Schöpferin verbunden, fort- zuführen, den Forderungen der Gegenwart verpflichtet, bedeutet heilige Aufgabe für die Menschen, die dieses Erbe verwalten. In dem Heft, das in diesen Tagen an einen weiten Personenkreis verschickt wird, tritt uns die ganze Vielfältigkeit des einzigartigen Erziehungsproblems entgegen, das von Bertha Pappenheim vor 30 Jahren klar und deutlich in das soziale Blickfeld gerückt wurde. Der „geistige Grundriss" von Isenburg wurde von ihr im Jahre 1906 entworfen, und die Worte, die sie damals in einem Vortrag in der Zentrale für private Fürsorge in Frankfurt a. M. sprach, zeigen noch heute das Programm für „Schutz und Erziehung der weiblichen Jugend", das in seiner klaren Linie von ihr unbeirrbar eingehalten wurde, trotz aller Anfechtung und Ungläubigkeit, die ihm anfangs begegneten. Es soll nicht Aufgabe dieser Zeilen sein, einen plan- und zahlenmässigen Bericht über die Tätigkeit des Isenburger Heims in den verflossenen drei Dezennien zu geben. Dies ist in ausführlicher Weise an verschiedenen Stellen geschehen. Die grossen Linien in der Entwicklung dieses Erziehungswerkes, seine sozial-pädagogischen Grundsätze, der äussere und innere Aufbau, der seinen sichtbaren Ausdruck heute in vier Häusern mit grossem Garten und einer Hausgemeinschaft von 100 Menschen findet, wurden in den 5bezw. 10-Jahresbernhten von Bertha Pappenheim niedergelegt. Das Sonderheft zum 30jährigen Bestehen bringt anschauliche Schilderungen aus den Einzelgebieten der Arbeit. Eine Statistik über den zahlenmässigen Stand, die Aufnahmen und Entlassungen der Zöglinge, erscheint alljährlich regelmässig in den „Blättern des Jüdischen Frauenbunds". Wir dürfen voraussetzen, dass der Leitgedanke des Heims des Jüdischen Frauenbundes heute in der jüdischen Gemeinschaft fest verankert ist: „es ist ein nach traditionellen Grundsätzen geführtes Erziehungsheim für Schulkinder, eine hauswirtschaftliche Ausbildungsstätte für Schulentlassene, Schutz für Schwangere und M ü 11 e r, Pflegestelle für Säuglinge und Kleinkinder {eheliche und uneheliche). Das Heim vermeidet alles Anstaltsmässige und hat durchaus Familiencharakter." In diesen wenigen Worten, die am Kopfe eines jeden Briefbogens des Isenburger Heims stehen, ist die grosse soziale Aufgabe zusammengefasst, die im Laufe der Jahre immer mehr erfüllt wurde. Die Prinzipien, für die vor 30 und 20 Jahren gekämpft werden musste, haben sich bewährt und ihre Gültigkeit behalten. In den Stürmen der letzten Jahre hat sich die. Heimarbeit in die Breite und Tiefe entwickelt, sie ist ein unersetzlicher Stützpunkt geworden, der nicht mehr wegzudenken ist aus unserer jüdischen Gemeinschaft zum Schutze der weiblichen Jugend. Isenburg ist auch E'rziehungs- und Lehrmittel für alle Menschen, die nur eine kleine Wegstreeke ihres Lebens durch das Heim gegangen sind. Heute, da die allgemeinen Bildungsstätten unseren jungen Mädchen nicht mehr zur Verfügung stehen, ist im Isenburger Heim die Möglichkeit zur Ausbildung in der Säuglingspflege, zur Ablegung eines Praktikums im Haushalt, zur Beschäftigung mit Kleinkindern und Schulkindern geboten. Das religiöse Leben, der Sabbat und der Ablauf der Feiertage bedeuten einen Erziehungsi'aktor im Heim, dem mütterliches Empfinden und sozialer Weitblick setner Gründerin das Gepräge gegeben haben. Denke daran Bostellungen von Torten ■ ■ ■ ■ Gebäck Pralinen Tel. 26325 u. 26925 V__—_ Kaffee Rothschild nirgends besser So möchten wir an diesem Markstein — denn ein 30jähriges Bestehen rechtfertigt einen kurzen Rückblick, ein Besinnen auf das Geleistete — nicht von Einzelheiten aus der vielfältigen Tagesarbeit sprechen, sondern uns den grossen inneren Wert dieser Frauenarbeit vor Augen führen, nach der seelischen und geistigen Bedeutung fragen, die die.ses „sichtbare und unsichtbare Isenburg" für unsere jüdische Gemeinschaft hat. Lassen wir hier Bertha Pappen he im sprechen, in einem Briefe, den sie zum 2ojährigen Bestehen des Heims an ihre Mitarbeiterinnen gerichtet hat: „Isenburg" entstand aus der Beobachtung beginnender Auflösung der indischen Sittlichkeitsbegriffe in unserer Gemeinschaft. „Isenburg" wurde für Deutsehland eine Stelle, durch die konkrete Fälle moralischer Erkrankung zur Kenntnis kommen und theoretische praktische Schlüsse ermöglichen. „Isenburg" ist auch die Stelle, an der unermüdlich der Versuch gemacht werden soll, aus sozialen Erkenntnissen und durch Anwendung einfacher, pädagogischer Mittel: Liebe, Nachsicht, Geduld, Humor, Konsecjuenz und Arbeit (alles in den Rahmen einfacher, gesunder Lebenshaltung gespannt) die Umrisse und die Bedingungen eines rechtschaffenen jüdischen Familienhaushaltes festzuhalten. .8 preiswerte Geschenke zum Fest!. Damen-Strümpfe künstl. Waschseide, Linksnaht letzte Neuheit mit k. Schönheitsfehlern . . . 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