Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 16 (1937-1938)
- Issue
- 2 (11.1937)
- Date
- 1937-11-01
- Page
- Seite 17 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Nb. 2 November 1937 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR FRANKFURT Seite 17 Corsets, Büstenhalter S. LÖHREN nnr ZEIL85 ist Für die Frau Mitteilungen aus den Interessengebieten der Frau Beiträge und Zuschriften sind zu richten an Frau Stephanie Forchheimer. Frankfurt a. M., Schumannstr. 9 Corsets, Büstenhalter S, LÖHREN nur ZEIL 85»ü!£ Das Jüdische Altersheim Es liegen viele Jahre zurück, seit die Ortsgruppe Frankfurt (Main) des Jüdischen Frauenbundes die Notwendigkeit der Gründung eines Altersheimes zum ersten Mal erkannt hatte. Schon damals wurde der Plan gefasst, ältere Leute, dieauf kleinen Plätzen oder in den Provinzstädtehen ein einsames Lehen führten, in ein behagliches Heim zu bringen. Leicht war es nicht, passende Räume zu finden, um ein Heim, das sich selbst erhalten sollte, zu errichten. Aber mit zäher Energie wurden alle Schwierigkeiten überwunden; die Zeitereignisse ließen den längst gefaßten Plan endlich zur Reife kommen und die Einrichtung des Altersheims wurde schließlieh unaufschiebbar. Die Abwanderung vieler junger Leute,die ihre alten Eltern, oder Vater oder Mutter zurücklassen mußten, und die Einsamkeit der Menschen, die nicht mehr in der Provinz bleiben konnten, bewogen auch insbesondere den Provinzialverband für jüdische Wohlfahrtspflege und den Provinzialverband des Jüdischen Frauenbundes für Hessen und Hessen-Nassau, zur Gründung des Jüdischen Altersheims zu schreiten. , Im Dezember 1936 wurde die erste Etage mit 8 Zimmern im Hause Wöhlerstraße 6 bezogen und am 1. Januar 1937 die 2. Etage belegt. Es zeigte sich, daß diese beiden Etagen bald nicht ausreichten — die Nachfrage war sehr groß — und so wurde die dritte Etage hinzugemietet und am 1. Juli 1937 bezogen. Auch diese drei Stockwerke erscheinen heute nicht mehr ausreichend, da täglich aus allen Gegenden Anfragen zwecks Aufnahme in das Heim kommen. 43 Heiminsassen, Männer, Frauen und Ehepaare, mit den Leiterinnen und Schülerinnen insgesamt ca. 50 Personen, befinden sich heute im Heim. Zur Aufnahme kommen Ehepaare und alleinstehende Männer oder Frauen von etwa 50 Jahren ab. Als Pensionspreis wird berechnet monatlich: RM 70.— im Dreibettzimmer, RM 80.— im Zweibettzimmer, RM 90.— im Einbettzimmer. Das Haus liegt sehr schön, nahe den Anlagen, der Straßenbahn und der Synagoge. Das Heim wird streng rituell geführt. Der Speisezettel ist abwechslungsreich zusammengestellt und wird ärztlich begutachtet. Zwei Leiterinnen arbeiten in vorbildlicher Weise sowohl in der Wirtschaft als auch im Innendienst. Die alten Leute sind mit ihnen verbunden und bilden eine große Familie. Das gute Essen wird gemeinsam eingenommen. Neben den Leiterinnen sind noch zwei Schülerinnen, die ihre hauswirtschaftliche Ausbildung im Heim bekommen und zu allen vorkommenden Arbeiten herangezogen werden. Außerdem erhalten junge Mädchen ihre Ausbildung für die Auswanderung nach Palästina, die ihnen als Hachscharah angerechnet wird. Auch den kulturellen Bedürfnissen wird Rechnung getragen. Frauen der Ortsgruppe Frankfurt (Main) des Jüdischen Frauenbundes kommen in das Heim, um sich mit den Heiminsassen zu unterhalten oder mit ihnen zu lesen, und manche frohe Stunde wird dadurch geboten. Die Freitag-Abende und die Feiertage werden festlich begangen, die Lichter angezündet und die altbekannten Weisen froh gesungen. Es ist zur Gewohnheit geworden, daß vor den Feiertagen über die Bedeutung der Feste und deren Gebräuche gesprochen wird, und die Heiminsassen bringen auch dieser Einrichtung großes Interesse entgegen. Dankbar sei anerkannt, daß unter Würdigung der Wichtigkeit der Gründung des Altersheimes viele Institutionen dieser segensreichen Einrichtung ihr warmes Interesse bekundet haben. Vieles wurde auch von privater Seite gespendet, das zur Ausstattung des Hauses beigetragen hat. Heute steht das neu gegründete Altersheim fest gefügt und reiht sich würdig den anderen sozialen Einrichtungen innerhalb unserer jüdischen Gemeinde an. Else Katz 40 Jahre Jüdische Haushaltungsschule in Frankfurt a. M. Am 3. Oktober 1937 beging die Jüdische Haushaltungsschule in Frankfurt a. M. die Feier ihres 40jährigen Bestehens. In der mit Lorbeerbäumen geschmückten Arnold Lazarus-Halle versammelten sich zahlreiche Männer und Frauen, der Vorstand und der Lehrkörper der Schule, die Vertreter der Gemeinden, der Wohlfahrtsorganisationen, des Central-Vereins und der Frauen vereine, die Schülerinnen und ihre Eltern. Ein Mädchenchor eröffnete den Festakt, die 2. Vorsitzende, Frau Alice Lilienstein begrüsste die Gäste, wonach Frl. Lucie La quer, die Leiterin der Haushaltungssehule, die Festrede hielt. Der Bericht über die Entwicklung und die Leistungen der Haushaltungsschule in den vier Jahrzehnten ist in einer Denkschrift niedergelegt, die in den Händen der Festgäste war und auch den verschiedenen Organisationen zugeschickt wurde. Die Rede von Fräulein Laquer brachte in sprachlich feinst geschliffener Form eine psychologische Würdigung des Gedankengutes der pädagogischen Grundsätze der Schule, ihres erzieherischen Verhaltens und der Struktur der Schülerinnen. Sehr aufschlußreich war die Betrachtung, die sich mit der Wesensart und der Anpassungsfähigkeit der Schülerinnen befasste, je nach ihrer Herkunft aus Gross- oder Kleingemeinden, vom Lande, aus Volks- oder Mittelschulen, vom Osten, Norden oder Süden des Reiches. Die Landsmannschaft spielt eine erhebliche Rolle für das Eingewöhnen der Schülerinnen. Die Zugehörigkeit zu einem Bund ist oft massgebend für die Berufswünsehe und die Berufswahl. Dieses Eingehen auf die Individmilität der Schülerinnen prägt sich auch in der Form des Unterrichts aus, der in manchen Fällen als Lehrgespräch geführt wird. Fortschrittlichkeit, Verantwortungsbewusstsein, psychologische Einfühlung kennzeichnen die geistige Leitung dir Schule, die neben gründlicher Jetzt kaufen für die kalten Tage!. Pulloveriäckchen Wolle, moderne Machart, schönen Modefarben . . . Herrenpullover Wolle, einfarbig, ohne Arm, marine, weinrot, grün . . Kinderblüs'chen Charmeuse, angerauht, einfarbig, O OK für 2-3 Jahre.......£.£ü 6.60 4.90 Strickwolle In grossem Sortiment ständig lagerndI — Anleitung kostenlos, Damenblusen Charmeuse,angerauht, m. Keulen- O QC haibann, aparte Farben . . 0»5KJ Damen-Handschuhe moderne Bisenstepperei, zwei- O QA farbig, innen gerauht . . . fc»^U Damenstrümpfe Waschseide, plattiert und Maco, <f OC gute Qualität........