Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 15 (1936-1937)
- Issue
- 7 (4.1937)
- Date
- 1937-04-01
- Page
- Seite 15 (sequence 17)
- Language
- German
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Seite 15 Professor Max Levy Zu seinem 70. Geburtstag Vor genau 40 Jahren, Ostern'1897, wurde am Philantoropin Dr. Max Levy als Oberlehrer fest angestellt, nachdem er bereits fünf Jahre vorher an derselben Anstalt sein Probejahr abgelegt hatte. Damit wurde der Schule ein Mann verpflichtet, der ihr schon von früher Kindheit an verbunden war und der sein Leben mit ihr verknüpft hat bis auf den heutigen Tag. Er ist am 26. März 1867 in Eecklinghausen (Westfalen) als Sohn eines Arztes geboren, besuchte von 1873—1882 das Philanthropin und dann, nachdem er zwei Jahre Kaufmann gewesen, 1884—1886 die Wöhlerschule, studierte Naturwissenschaft und Mathematik, promovierte 1890 und legte ein Jähr später die Prüfung für das höhere Lehramt ab. Es folgte die pädagogische Vorbereitung im Seminar zu Kassel und dann die Rückkehr nach Frankfurt, seiner eigentlichen Heimat, doppelt geliebt, da er sich hier auch ein glückliches Heim gründen konnte. Wenn irgend einer, so ist er zum Lehrer berufen. Eine tiefe innere Neigung hat ihn dazu geführt, die reine Freude am Lehren, die Liebe zur lernenden Jugend. Aber er weiss auch, dass dieser Beruf umfassendes Wissen erfordert — und er besitzt es, erweitert es, immer noch lernend — er weiss, daß der Lehrer zugleich auch Erzieher sein muss, weiß, daß alles Wissen nur Wert hat, wenn es zur bildenden Macht wird, wenn es Mensehen zu formen vermag. Er ist trotz seiner Fachwissenschaft doch niemals ein Fachlehrer. Ueber all der Vielfalt seines Wissens herrscht sein zusammenfassendes philosophisches Denken. Ein besonderes Vergnügen, mit ihm zu philosophieren, ein edler Genuss, mit ihm Spinoza zu lesen! Aber er lebt auch Philosophie: Aus ihr strömt ihm ein gut Teil seiner Seelenstärke, die so oft sich bewährt hat. Und er ist Seelenarzt auch für andere, ausgestattet mit dem köstlichsten Heilkräutlein, dem unverwüstlichen Humor. Er ist der zuverlässigste Freund, ist der so menschlich sich gebende Mensch. Seine hohe Gestalt, seine warme volltönende Stimme, seine wohlgesetzte Rede, seine gerade, klare Denkweise vermitteln den Eindruck einer prachtvollen, harmonischen Persönlichkeit. So hat er unvermindert noch heute die Liebe seiner Schüler und Kollegen — er gehört auch als Pensionierter zu ihnen —, hat die Zuneigung zahlreicher Freunde und Verehrer, hat das Vertrauen der Menschen, die ihm gerne Führung und Fürsorge übertrugen. Und das alles möge ihm bleiben! Alles dessen mag er sich freuen ad multus annos! 70. Geburtstag Siegmund Levita Am 10. April, "»^ÜE? 'S, feiert Herr Siegmund Levita seinen 70. Geburtstag. In Cramberg bei Diez geboren, kam Herr Levita schon in jungen Jahren nach Frankfurt a. M. und trat als Geselle bei dem Metzgermeister Bergfeld ein. Er verstand es, sich sehr bald das Vertrauen seines Meisters und eine angesehene Stellung in Fachkreisen zu erringen und übernahm, nachdem er sich verheiratet hatte, nach dem Tode Bergfelds dessen Geschäft. Wer sich der peinlichen Gewissenhaftigkeit und der liebenswürdigen Art Levitas seiner zahlreichen Kundschaft gegenüber erinnert, versteht die Anhänglichkeit, der er sich bei den Frankfurter Gemeindemitgliedern erfreut, und begrüsst es, dass Levita ausersehen wurde, die Interessen seiner engeren und weiteren Fachgenossen im jüdischen Handwerk in der Gemeindeverwaltung zu vertreten. Dieser gehört er seit dem Jahre 1920 in vorbildlicher Gewissenhaftigkeit als Mitglied der konservativen Fraktion der Gemeindevertretung an. Wir wünschen dem verehrten Jubilar noch viele Jahre in Rüstigkeit zum Wohle unserer .Gemeinschaft! 80. Geburtstag 28. 3. 37: Frau Nanny Israel geb. Freudenberg, Am Tiergarten 46 21. 4. 37: Frau Betty Oppenheim er geb. Kahn, Eckenheimerlandstrasse 301 28. 4. 37: Emanuel Meyer, Rechneigrabenstrasse 18 75. Geburtstag 9. 3. 37: Justizrat Dr. Theodor Auerbach, Freiherr vom Steinstrasse 7 28. 4. 37: Leopold Brotz, Rückertstrasse 22 70. Geburtstag 3. 4. 37: Moritz Steigerwald, Wiesenau 49 Daisy Günzbarg Am .21. Februar verstarb in einem Spital zu Tel-Aviv Frau Daisy Günzburg, die Gattin des ehemaligen, langjährigen und hochverdienten Chefarztes des hiesigen Krankenhauses unserer Gemeinde, Sanitätsrat Dr. Alfred Günzburg. Vor Jahresfrist waren beide ihren nach Ramoth Haschawim verzogenen Kindern gefolgt, um dort eine zweite Heimat zu finden. Mit Daisy Günzburg ist eine Frau von vornehmster Gesinnung von uns geschieden, die ihrem Manne 44 Jahre lang mit gleichviel Klugheit wie Güte in seinem schweren verantwor- Geschäftsräume im Hause Zeil 114 von ganzen und halben Stockwerken bis zu Einzelbüros zu vermieten. BAMBERGER & HERTZ, Verwaltungsbüro Zeil 114111 Telefon-27435 Heinemann & Lehmann Goethestrasse 25 Telefon 23486 Wäscheu. Ausstattungs-Spezialhaus Bett-,Tischu. Küchenwäsche Herren-Hemden nach Mass Muster in grosser Auswahl Für nDÖ Haggadah des Kindes Mk. 480 Machsorim etc. Schulbücher Lehru. 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