Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 15 (1936-1937)
- Issue
- 3 (12.1936)
- Date
- 1936-12-01
- Page
- Seite 20 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3094266-3094439-3094442--5509-3100324- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 20 1 Jüdische Winterhilfe I Postscheckkonto 66600 Frankfurf-M. Dr. Fritz Aron Angaben über die Zahl der jüdischen A e r z t e in Deutschland. Die Zahl der jüdischen Aerzte (Glaubensiuden) habe 1933 7500 betragen. Dr. Aron schätzt die Zahl der durch Auswanderung, Berufsauf gabe und Tod bedingten Abgänge auf'-tOOO, so .daß heute noch in Deutschland 3590 jüdische Aerzte leben. Nach Schätzung des Verfassers beträgt die Zahl der jüdischen Aerzte in Berlin zur Zeit zwischen 1500 und 1600. Der Hundertsatz der jüdischen Aerzte innerhalb der Berliner Aerzteschaft würde daher jetzt um 25 liegen. Danach wäre also innerhalb von drei Jahren die Anzahl der jüdischen Aerzte in Berlin um die Hälfte gesunken. Im gesamten Reich beträgt der Rüikgang über 50 Prozent. — Der Reichserziehungsminister hat allgemeine Richtlinien erlassen, nach denen eine Genehmigung zur Erteilung von Privatunterricht und zur Führung von Privatsehulen ausgesprochen oder verweigert werden soll. Frühere Erlasse sind aufgehoben worden. Nach der neuen Regelung darf eine Erlaubnis nur erteilt werden, wenn der Antragsteiler für sich und gegebenenfalls für seine Ehefrau den Nachweis der reinarischen Abstammung erbringen kann. — Als einzige Wahlliste ist bis zuder abgelaufenen Meldefrist die vom Vorstand dar Jüdischen Gemeinde zu Berlin zusammengestellte Einheitsliste für die Neuwahl der Repräsentantenversammlung am 29. November eingereicht worden. Es wird somit diese Liste ohne Wahlkampf gewählt werden. Sie enthält 150 Namen, von denen die ersten 41 entspre chend der für die Repräsentantenversammlung festgesetzten Zahl der Mandate als gewählt zu betrachten sein werden. Nach Entsendung von Mitgliedern in den neuen Vorstand und im Falle des Ausscheidens von gewählten Mitgliedern aus anderen Gründen rücken dann die in der Liste ferner aufgeführten Persönlichkeiten der Reihe nach an ihre Stelle. Die Liste beginnt mit den Namen der Mitglieder des gegenwärtigen Gemeindevorstandes, Direktor Heinrich Stahl, R.-A. Dr. Alf red Klee, Adolf Sehoyer,, Moritz Rosenthal. Dir. Georg Kareski, Carl Fuchs und AGR. i. R. Kurt Tuchler. Es folgt der Vorsitzende der jetzigen Repräsento.ntenversainiulung, R.-A. Heinrich Stern, (rel.-lib.) und der stellvertretende Vorsitzende R.-A. Philipp Kozower (zion. Volksbund) rnd dann abwechselnd immer ein Vertreter der Religiös-Liberalen und einer der zionistischen Gruppen. An 41. Stelle i^t Prof. Dr. Kugen Mittwoch als Vertreter der Konservativen aufgestellt. — Der Hilfsverein der Juden in Deutschland teilt mit: Im Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg in Spanien sind in letzter Zeit m mehreren überseeischen Ländern gewisse Erschwerungen der Einwanderung eingeführt worden, da naturgemäss besonders die südamerikanischen Staaten die Einwandeung radikaler Elemente aus Spanien befürchten. Hierbei handelt es sieh vor allem um folgende Massnahmen: Brasilien, über das -zum Teil irreführende Nachrichten in der Presse erschienen sind, hat bisher keine Änderung des Einwanderungsgesetzes eingeführt, wohl aber die Kontrolle wesentlich verschärft und die Visierung von Pässen für Staatenlose — und zwar sowohl für Touristenreisen wie für Ge- . schäftsreisen und für die Einwanderung — eingestellt. Die Verschärfung der Kontrolle gilt sowohl für Touristen wie für die Einwanderung auf Chamaden (Anforderungsschreiben \ron in Brasilien ansässigen Personen). Was die Touristeneinwanderung angeht, so wird das Datum der Einreise und die Dauer des Aufenthaltes genau überwacht. Bei der Einwanderung auf Chama'den ist in letzter Zeit die Kontrolle ebenfalls strenger gestaltet worden, -wobei aufgedeckt wurde, daß mit den sogenannten Landarbovter- Chamaden, d. h. Anforderungsschreiben für landwirtschaftliche Arbeitskräfte, grober Missbrauch getrieben wurde. Es wurde festgestellt, daß diese Chamaden zum Teil gewerbsmässig vermittelt und an Personen verkauft wurden, die keineswegs Landarbeiter waren. Einigen dieser Personen wurde die Landung verweigert, und in der brasilianischen Presse hat der Vorfall zu .erregten Erörterungen Anlass gegeben. Der Hilfsverein der Juden in Deutschland kann vor der Verwendung solcher Chamaden mir dringend warnen. In Argentinien ist durch ein neues Dekret die Kontrolle ebenfalls wesentlich verschärft worden. Die argentinischen Konsulate im Auslande dürfen Pässe nicht visieren, ohne voiher geprüft zu haben, daß die persönlichen Eigenschaften undsonstigen Umstände des Einwanderers wirklich so sind, wie in seinen Papieren angegeben ist. Die Einwanderung aller Personen, die eine Gefahr für die physische oder moralische Gesundheit der Bevölkerung bilden oder gegen die verfassungsmässigen argentinischen Einrichtungen konspirieren könnten, ist verboten. Es muß besonders hervorgehoben werden, daß die verschärfte Kontrolle sich auch auf die Einreise von Touristen bezieht, bezw. auf die Passagiere erster Klasse. Das neue Dekret, das noch eine Reihe technischer Einzelheiten enthält, tritt am 1. Januar 1937 in Kraft, wobei alle entgegengesetzten gesetzlichen Bestimmungen für ungültig erklärt werden. Schon jetzt ist eine gewisse dilatorische Behandlung von Llamaden (Anforderungsschreiben in Argentinien ansässiger Personen zugunsten einwandernder Verwandten) se,- ten^ der Behörden festzustellen. Diese «liiatovUvhe Behandlung tritt allerdings nicht ein, soweit es sich um Llamaden zugunstendcv fJIernächsten Verwandten handelt, sondern nur boi etwas entfernteren Verwandten. Endlich entsprechen die Pressemeldungen über eine Einwanderungssperre für Juden in Parn guay leider den Tatsachen!. Selbst Personen, deren Passe für Paraguay schon visiert sind, müssen dringend vor dar Einwanderung gewarnt werden. — Am Sonntag, den 15. November, fand, in Berlin eine Palästina-Konferenz der Juden in Deutschland statt, die von den Mitgliedern des Administrative . Committee und des Council der Jewish Agency in Deutschland, vom Präsidium des Keren Hajessod und der Zionistischen Vereinigung für Deutschland einberufen worden war. An ihr nahmen Vertreter der grossen jüdischen Organisationen, der Gerneinden sowie Abgesandte der Orts-Kommittees der Jewish Agency in Deutschland teil. Etwa 200 Delegierte waren aus allen Städten des Reiches gekommen und sehr viele Gäste erschienen. Als Vertreterin der Exe- Fabelhaft! # Herren-Moden Auto -Garagen elnz., el. Licht, Hz., Warmw., BV-Aral-Benzln-Tankstelle Lieferung von Betriebsstoffu. Auto¬ Ölen auch fassweise u. im Tankwagen. Auto-Zubehör Reparatur-Werkstatt Zubringen von Autos J. Kaufmann & Co. MaingausGaraoen IMa haben Sie diesen /i^LjßA Inf W Anzug her ■ M< pS> mifÄ—ist ihr J \T| lÄfClSchneider ■ AJI A. PITTERMANN M ZEIL 12, 1. TELEFON 24103 Reichhaltiges Stofflager in EngÜ8Ch W I jj in allen Preislagen HEUHANN-GRUNEBAUM Biebergasse 2 an der Haupt*. Die Krawatte für den "gut angezogenen Herrn in jeder Preislage Reiche Auswahl in Socken Taschentücher und Kragen Tel. 79633 - Gr. Seestrafse 40 (nächst Palmengarten-Bockenh. Warte) Gemeinde»Mitglied Inserate im Gemeindeblatt haben grossen Erfolg! Kauft bei unseren Inserenten Der Weg in meine Etage lohnt sich! ela— Mäntel und Jacken I H ■§ Silber-und Blau-Füchse — Moderne Besätze I Umarbeitung »«» neuesten Modellen ■ «■■■^■l D„,:__x_ 1 Riohoi Billigste Preise l BieüTOSse 1,1. Ei. Tel. 25494