Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 14 (1935-1936)
- Issue
- 12 (9.1936)
- Date
- 1936-09-01
- Page
- Seite 476 (sequence 38)
- Language
- German
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Seite 476 Das wichtigste Ereignis im jüdischen Sport war zweifellos das Entscheidungsspiel um die Reichsmeisterschaft des Sportbunds des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten im Damen-Handball Schild Frankfurt a. M. gegen JSG. 33 Berlin am 6. September am Buchrainwoiher. Die Berlinerinnen konnten sehr knapp mit 3:2 (1:1) Toren gewinnen; die Tatsache aber, daß die Entscheidung erst nach dreimaliger Verlängerung fiel, beweist, daß das Glück bei diesem Erfolg keine unwichtige Rolle gespielt hat. Trotzdem darf man überzeugt sein, daß sich die bessere Mannschaft die Siegestrophäen des Reich sausschusses jüdischer Sport verbände und des Sportbundes des Reichsbunds jüdischer Frontsoldaten errungen hat. Die Berlinerinnen brachten schon eine körperliche Ueberlegenheit mit auf den Platz. Sie begeisterten aber auch die Zuschauer immer wieder durch ihr besser durchdachtes Zusammenspiel und durch ein hervorragend funktionierendes Spielsystem. Es muß dahingestellt bleiben, ob die Tordifferenz nicht noch erheblich höher ausgefallen wäre, wenn alle Spielerinnen sich ihrer Kampfstärke entsprechend hätten voll entfalten können. L. W-s. Der Weg des Makkabi Eine Tagung in Frankfurt a. Main Der südwestdeutsche Makkabikreis hielt eine Tagung sämtlicher südwestdeutscher Makkabivereine ab, die grundsätzliche Bedeutung hatte, weil sie deutlich den Weg des -Makkabi in Deutschland aufzeigte und weil von autorisierter Stelle die Gegenwarlsaufgaben des jüdischen Sports — wie sie der Makkabi sieht — mit Eindeutigkeit geklärt wurden. Die Frankfurter Tagung, deren Verhandlungen und Reden auf beachtlichem Niveau standen, war ein Gewinn für den ganzen jüdischen Sport.. Der Charakter des Makkabi als kämpferische, politische Erziehungsbewegung wurde von neuem herausgearbeitet; wie aber auf allen Gebieten des jüdischen Lebens hat die Situation neue Aufgaben geschaffen. Das Präsidialmitglied des Deutschen Makkabikreises Siddy Goldschmidt (Berlin) versuchte in einem mit bewunderungswürdiger Beredtsamkeit vorgetragenen Referat diese Situation zu zeichnen und die sich ergebenden Folgerungen zu. ziehen. Die letzten Ergebnisse hätten uns gelehrt, so legte Goldschmidt dar, daß unsere Jugend, wie sie im Gallith gewachsen ist, nicht hinausgehen könne. Durch sportliche und geistige Erziehung müssten diese Mensehen um- und neu geformt werden. Der Sport als Abbild des realen Lebens müsse zur Vorbereitung für den jüdischen Lebenskampf werden. Makkabisport sei wie jeder richtig betriebene Sport nur Mittel zum Zweck. Die Breitenarbeit steht im Vordergrund, aber auch die Spitzen- und Bestleistung sei zur Werbung notwendig. Ein „Cracktum" habe im Makkabi keinen Platz: der Sport als Politikum aufgefasst, mache deutlich, dass die Bestleistung an sich nichts gilt, wenn der Einzelne nicht in der Gemeinschaft wertvoll werde. Disziplin und Unterordnung unter eine freiwillig selbstgewählte Führung geleiten erst zu dem englischen Erziehungsideal, dem „Teamgeist". Auch eine Beschränkung des Sportbetriebs könne dieser Art von Breitenarbeit nichts anhaben. Der Makkabi fordere für sich die Totalität für die Erziehung der Sportjugend. Er tue es als Bewegung, die eine gewaltige Aufgabe lösen wolle: Aufbau eines Landes, Rückführung eines Volkes. Der Makkabi sei so der einzige Träger einer besonderen Note im jüdischen Sport. Er allein sei dazu ausersehen, die Sportler zum Aufbau des Israels mit nationalen Werten zu erziehen. Die Erziehungsphasen des Makkabi beginnen mit der Herani'ührung'der jüdischen Jugend an jüdische Dinge im Rahmen des Sportbetriebs; am besten eignet sich hierzu die jüdische Geschichte in jeder Form. So entsteht das Bekenntnis zum Zionismus. Die jungen Menschen werden sich dann zur Hachscharah entschliessen und gewinnen dort das Verständnis für die schwere körperliche Arbeit, die das Land später von ihnen fordern wird. Auf Hachscharah entsteht eigentlich erst der jüdische „Teamgeist". Der Makkabi besitzt innerhalb des Hechaluz seine eigene Hachscharah-Organisation, die unter seiner geistigen Autonomie steht. Die 3. Stufe ist dann die Aliiah. Innerhalb von zwei Jahren wurden so vielversprechende Anfänge geschaffen, in Kfar Hamakkabi, in Kewuzoth und in der Jugendalijah ein wichtiger Beitrag zur Lösung des sozialen Problems und des Ausgleichs zwischen den Generationen geliefert. Auch den „Bürgerlichen" kann so klar gemacht werden, dass Chaluziuth in jeder Form gelebt werden kann. Die Aufgaben in Erez Israel liegen in der gleichen Linie: in der Erfassung aller Schichten und in der Vermittlung einer einheitlichen Erziehung. Das sei auch der Grund für die enge Verbindung mit dem KKL. Die Ereignisse in Palästina und die sich ständig weiter zuspitzende Lage der Juden in der ganzen Welt bedinge eine Intensivierung der ganzen Arbeit, des Innenbetriebes. Es müsse weiter Expansion getrieben werden, die Jugend müsse mit allen Mitteln gewonnen werden, ein neuer Mitgliederansturm stehe bevor. Zur Durchführung dieser Aufgaben sei allerdings die Mobilisierung erheblicher Mittel notwendig, das Wichtigste aber sei die Synthese von Sport und geistiger Erziehung Max Flörsheim (Frankfurt) betonte, dass Tarbutharbeit und Sport ein homogenes Ganze bilden müssten. Hugo Hecht (Frankfurt) regte die Durchführung einer grossen, an allen Orten schlagartig einsetzenden Werbeaktion an. Sehr eingehend wurden dann die organisatorischen Grundlagen des am 13. September einsetzenden südwestdeutschen Makkabi-Spielbetriebs erörtert. Präsidialmitglied Julius Schick (Frankfurt) referierte ausführlich über die letzten Ereignisse im jüdischen Sport und die Versammelten billigten die auf der Mannheimer Tagung der „Arbeitsgemeinschaft" unternommenen Schritte. Die Vorschläge des Präsidiums für die neue Leitung des Südwestdeutshcen Makkäbikreises wurden gutgeheissen: Vorsitzender: Julius Schick, ferner: Max Flörsheim, Heinz Kaufmann, Hans Wendel (sämtlich Frankfurt a M.), Spielobmann:"Edwin Löwenstein (Langendiebach). L. W-s. ödelßctjse Mäntel Paletots Sacken Friedens Strasse 10 neben dem Frankfurter Hof Feinste Mafjarbeit / Umarbeitungen billigst UJolf Netter&JacobiWerke Frankfurt a. M. Tel. 30026 Taunusstr. 5 Immobilien, Hypotheken, Hausverwaltungen facbto. Beratung, beste Referenzen JULIUS HERR MANN tgegr-1898] Königstrasse 83 Tel. 73414 RADIO die 'neuesten und modernsten Apparate führt Ihnenunverbindl. vor „ELAMO" INHABER LEO ISAAK Tel. 73087 Savighystr. 35 Ausführung aller elektr. 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