Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 14 (1935-1936)
- Issue
- 5 (2.1936)
- Date
- 1936-02-01
- Page
- Seite 186 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 186 INVENTUR VERKAUF VOM 27JÄN.BIS 8.FEBR, r tebmlkm pldfimM emfyiuk tebmtl BÄH BERGER& HERTZ Frankfurt am Main, Zeil 112-114 sehen Gemeinde, Karl Kaiser-Blüth, ist aus Gesundheitsrücksichten zurückgetreten. Sein Nachfolger wird voraussichtlich der Frauenarzt Dr. Stern, Präsident der Loge, sein. — Am 26. Juni 1935 rettete der jüdische Schneidermeister Josef Fröhlich) in Köln, Mitglied der Sportsgruppe des RjF, bei einem schweren Autounglück unter eigener Lebensgefahr einen Verunglückten aus einem brennenden Kraftwagen, wobei er selbst erhebliche Brandwunden davon trug. Der Regierungspräsident von Köln hat nunmehr dem Lebensretter in einem Schreiben seine Anerkennung ausgesprochen und angekündigt, daß er in der nächsten Nummer des Regierungsamtsblattes ihm eine öffentliche Belobigung aussprechen werde. — Landau/Pfalz. Der Vorsitzende des Verbandes der Israelitischen Kultusgemeinden der Pfalz, Komroerzienrat Albert Joseph, in Landau/Pfalz wird am 20. Januar 70 Jahre alt. — München. In der Münchener Ausgabe des „Völkischen Beobachters" wird mitgeteilt, daß die Anwohner des Judenbüblweges, Judenhofes" und Judenplanes in Würzburg wiederholt an die Stadtverwaltung das Ersuchen gestellt haben, diese Strassen neu zu benennen. Da diese Bezeichnungen sich aber geschichtlich entwickelt und'somit ein Stück Stadtgeschichte seien, verdienten sie, erhalten zu werden. In verschiedenen deutschen Großstädten seien Anträge auf Umbenennung ähnlicher Strassennamen, wie Judengasse, Judenhof usw. aus den gleichen Gründen abgelehnt worden. Umbenannt worden seien überall lediglich die nach Nichtariern benannten Strassen. — Rostock. In Rostock fand die Landesversammlung der Israelitischen Landes-'- gemeinde Mecklenburg statt, die als wichtigsten Punkt über den Anschluss an den Preussenverband zu beschliessen hatte. Nach einem ausführlichen Referat des zu der Tagung erschienenen Vizepräsidenten des Preussischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden, R.-A. Dr. Alfred Klee, und ergänzenden Ausführungen des Sachbearbeiter des Verbandes, Max Birnbaum, zu einigen Spezialfragen, wurde der vorgelegte Antrag über den Anschluss der mecklenburgischen Landesgemeinde und ihrer Ortsgemeinden an den Preussischen Landesverband jüdischer Gemeinden einstimmig genehmigt. Die Versammlung wählte zum Vertreter Mecklenburgs im Grossen Rat des Preussenverbandes den Vorsitzenden des mecklenburgischen Oberrats, Direktor Max Samuel- Rostock. — Saargebiet. Im neusten Heft von „Wirtschaft und Statistik" sind die Ergebnisse der Bevölkerungszählung im Saargebiet dargestellt. Am 25. Juni 1935 gab es im Saargebiet 3117 Personen jüdischen Glaubens. Auf Hundert der Bevölkerung kamen damit nur 0,38 Glaubensjuden, während im übrigen Reich bei der Volkszählung von 1933 von hundert Personen 0,77 Juden waren. Seit dem angegebenen Tage der Zählung ist ein erheblicher Teil der jüdischen Bevölkerung aus dem Saarland abgewandert. Man schätzt, daß die Zahl der Juden im Saargebiet nur noch einige Hundert beträgt. — Stuttgart. Die jüdischen Gemeinden Stuttgart und Cannstatt sind mit Wirkung vom 1. Januar zu einer Gemeinde zusammengeschlossen worden. '• \ ■ Ausland. England. In einer autoritativen Erklärung wird festgestellt, daß die Mission Sir Herbert Samuels, Viscount Bearsteds und Simon Marks in den Vereinigten Staaten Erkundungszwecken dient. Das Ziel der Mission in den Vereinigten Staaten heißt es in der Erklärung, ist erkundender Art. Die Delegation wird versuchen, sich mit allen Kreisen der an der Frage in Amerika Interessierten zu beraten, im Hinblick auf die Ausarbeitung eines Plans zur Förderung der Auswanderung von Juden aus Deutschland und. der Hilfeleistung für Ausgewanderte bei der Gründung von Unternehmungen und dem Finden von Beschäftigung in der neuen Heimat. Wie vom Ministerium für die Kolonien amtlich bekannt , gegeben wird, hat der König die Verlängerung der Amtsdauer des Generalleutnants Sir Arthur Grenfell Wauchope als H igh Commissioner und Oberkommandant von Palästina und High Gommissioner für Transjordanien für einen Zeitraum von weiteren fünf Jahren vom 20. November 1936 an bestätigt —König Georg V. hat an die jüdischen Kriegsteilnehmer, die in London unter dem Vorsitz von Neville Laski zu einem Chanukka-Bankett vereinigt waren, ein in herzlichen Worten gehaltenes Begrüssungstelegramm gerichtet. — Der bekannte englisch-jüdische Führer und Erziehungsfachmann Sir Meyer Adam S p i e 1 m a n ist in London im Alter von 79 Jahren gestorben. — Am 1. Januar, 11,30 Uhr fand im Golders Green-Krematorium die Einäsch erung Lord Readings statt. Die religiösen Zeremonien wurden nach dem Ritus der Reformsynagoge von Rabbi Harold F. Reinhart unter Assistenz von Rev. M. L. Perlzweig vollzogen. Der König hat an die Marquise von Reading folgendes Beileidstelegramm gerichtet: Die Königin und ich wurden durch die Nachricht vom Tode Ihres edlen Gatten in tiefe Trauer versetzt. Die Nation wird seine Dienste für den Staat in ewigem Gedächtnis behalten. Wir empfinden tiefes Mitgefühl für Sie und ihre Familie bei diesem unwiederbringlichen Verlust. Frankreich. Durch ein Rundschreiben wurde angeordnet, daß Staatenlose in Zukunft nicht durch einfache Verfügung der zuständigen Verwaltungsbehörden ausgewiesen werden dürfen, sondern daß jeder Ausweisungsantrag dem Innenminister vorgelegt werden muß. Ein Staatenloser darf nur ausgewiesen werden, wenn er ein gemeines Verbrechen begeht, in eine Verschwörung gegen die Regierung verwickelt ist, auf französischem Boden eine Verschwörung gegen eine fremde Regierung anzettelt oder die Zahlung von Steuern verweigert. In jedem Fälle sind die Familienumstände des Staatenlosen und sonstige für ihn günstige Momente zu berücksichtigen. Diese Verfügung bedeutet eine wesentliche Erleichterung der Lage der Staatenlosen in Frankreich, unter denen sich viele Juden befinden, die aus Russland und dem Saargebiet ausgewandert sind. Man hofft, daß die glei- Inventurw^^^mmm p IM I II n D M IN ALLEN VERKAUF U ELLHU KN S0HDEB fl„GEBoTE STEINWEG 9