Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 14 (1935-1936)
- Issue
- 4 (1.1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 150 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife 150 Tätigkeit der ICA i. J. 1934 und ihre gegenwärtigen Aufgaben. — Einem Beschluß des Zentralrats der Agudas Jisroel entsprechend, wurde die Leitung des westeuropäischen Büros dieser Organisation von Frankfurt a. Main nach London verlegt. Der Präsident der Weltorganisation, Jacob Rosenheim, ist in London eingetroffen, um die Leitung des westeuropäischen Büros zu übernehmen. — Die am 10. November von den jüdischen Frontsoldaten Englands veranstaltete Feier zum Andenken an ihre im Weltkrieg gefallenen Kameraden begann mit einem Aufmarsch von 5.000 Mitgliedern des jüdischen Frontkämpferbundes und einem Appell auf dem Horse Guards Paradefeld. — Der bekannte jüdische Violinvirtuose Jehuda M e n u h i n hat nach der Rückkehr von einer äusserst erfolgreichen Tournee durch Südafrika erklärt, er beabsichtige, zwei Jahre lang nicht mehr öffentlich aufzutreten und diese Zeit ausschliesslich seiner Vervollkommnung zu widmen. Zum letzten Mal wird der Künstler am 14. Januar 1936 ein Konzert in London geben. — Griechenland. König Georg II hat an den Oberrabiner Dr. Zvri Koretz ein Telegramm gerichtet, in dem er der jüdischen Bevölkerung den Dank für ihre Loyalitätskundgebungen ausspricht — Das amtliche Nachrichtenbüro dementiert die von der griechischen Presse verbreiteten Gerüchte über eine angeblich bevorstehende Rückgliederung von Cypern an Griechenland. Damit wird auch allen Kombinationen der Boden entzogen, die an diese Meldungen in Bezug auf jüdische Einwanderung und Ansiedlung in Cypern geknüpft worden sind. — Das Staatskonservatoriom in Saloniki hat den aus Deutschland stammenden jüdischen Cellisten Prof. Otto Horn als Lehrer engagiert. — Der neugewählte Präsident der Jüdischen Gemeinde in Athen," Zacharias Vital, hat 200.000 Drachmen für die Errichtung einer neuen Synagoge in Athen gespendet. Oesterreich. Im grossen Sael des Wiener Handelsmuseums fand die diesjährige Generalversammlung der „Union österreichischer Juden" unter dem Vorsitz ihres Präsidenten, Regierungsrat Dr. Hermann Oppenheim, statt. Aus dem von Sekretär Oskar Hirschfeld erstatteten Geschäftsbericht ging (hervor, daß die „Union" in der Berichtsperiode eine Beratungsslelle für' wirtschaftliche Angelegenheiten ins Leben gerufen hat und das schon früher bestandene Rechtsschutzbüro reaktivierte. Im Interesse der österreichischen Judenschaft hat der Zentralvorstand eine Reihe von Aktionen unternommen. — In der Debatte auf der dieser Tage in Wien abgehaltenen Landeskonferenz des Keren Kajemeth in Oesterreich wurde die bemerkenswerte Anregung gegeben, in Palästina auf Nationalfondsboden eine Siedlung zu Ehren der im Weltkrieg für Deutschland gefallenen 12.000 J u d e ni zu errichten und das Vorrecht der Ansied^ lung in dieser Kolonie den Angehörigen der Gefallenen vorzubehalten. —* Auf dem Semmering wurde die vom Jüdischen Sportklub Hakoah erbaute erste jüdische Sc hu t z h ü 11 e des österreichischen Alpengebietes in Anwesenheit von fast 2.000 jüdischen Sportsleuten feierlich eröffnet — Alexander Kipnis, der vor kurzem aus dem Verband der Berliner Staatsoper ausgeschieden ist, hat einen dreijährigen Kontrakt mit der Wiener Staatsoper abgeschlossen. — Die spanische Akademie für Haut- und Geschlechtskrankheiten hat den berühmten Wiener Dermatologen Universitätsprofessor Dr. Moritz Oppenheim zum Ehrenmitglied gewählt. — Nach längerem schweren Leiden ist der bekannte Wiener Komponist Bela Laszky im Lainzer Krankenhaus im 68. Lebensjahr gestorben. — Polen. Der berühmte Berliner Internist Geheimrat Prof. Dr. Tsmar B o a s ist auf Einladung des Warschauer jüdischen Aerztevereins für einige Tage in Warschau eingetroffen, wo er an der Universität und bei Veranstaltungen des Aerztevereins Vorträge aber sein Spezialgebiet, die Erkrankungen der Verdauungsorganehält, die Krankenhäuser und Kliniken besichtigt und an Konsilien teilnimmt. — Der diesjährige Pen-Klub-Preis für die beste dichterische Uebersetzung ins Polnische wurde von der Leitung des polnischen Literaturklubs als Jury des Pen-Klubs dem jüdischen Schriftsteller Julian Tuwim für seine Uebersetzung des „Kupferreiters" von Puschkin zuerkannt. Rumänien. In vier Distrikten Südbessarabiens ist eine Hungersnot ausgebrochen, von der insbesondere auch die dort lebenden jüdischen Landwirte und Kleingewerbetreibenden auf dem flachen Lande erfasst worden sind. Zehntausende jüdische Familien entbehren das tägliche Brot. Der Kälteeinbruch der letzten Tage hat die Not verschärft. Die jüdischen Gemeinden und Organisationen Altrumäniens und der Bukowina haben Hilfsaktionen zugunsten der Notleidenden eröffnet. — Schweiz. Der Vertreter Japans, Ito, hat der Ständigen Mandatskommission des Völkerbundes mitgeteilt, daß Japan, obwohl es nicht mehr Mitglied des Völkerbundes ist, darauf bestehe, in Bezug auf die Mandatsgebiete, insbesondere auf Palästina und Französisches Verkehrsbüro Berlin W8 Regelmässige Abfahrten nach: Unter den Linden 27 PALÄSTINA NORDAMERIKA MIT I EL« AMERIKA SUD-AMERIKA CHINA u. INDO-CHINA Passagen und Auskünfte durch: Internationales Reise- und Passage-Bureau BRASCH & ROTH EH STEIN Frankfurt a. M. - Neue Mainzerstr. 25 - Tel. 244 44 sm BRASCH & ROTHENSTEIN Internationale Spedition Frankfurt a. M.f N. Mainzerstr- 25 Tel. 244 44 Umzüge nach dem Ausland. Palästina-Transporte Gewissenhafte Beratung und Bedienung. S. BILLIG HEI HER Galvanische Anstalt — Metallschleiferei Frankfurt «. 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