Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 14 (1935-1936)
- Issue
- 1 (10.1935)
- Date
- 1935-10-01
- Page
- Seite 32 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 32 5. ) Orcliestervereinigungen 6. ) Kulturausschüsse bei den Synagogengemeinden und Künstlerhilfen (Soweit diese durch künstlerische Veranstaltungen jeder Art produktive Hilfe für notleidende Künstler leisten oder überhaupt künstlerische Veranstaltungen durchführen) 7. ) Vereine :eder Art. die laufend künstlerische Veranstaltungen durchführen. Dem Reichsverband der Jüdischen Kulturbünde in Deutschland gehören demnach an: alle Vereinigungen, die künstlerische Veranstaltungen laufend durchführen. Sämtliche Mitwirkenden dieser Veranstaltungen a) alle ausübenden Künstler b) alle Besucher müssen künftig Mitglieder des Reichsverbandes sein. Für beide Gruppen werden durch den Reichsverband Mitgliedskarten ausgestellt und erst diese Mitgliedskarten berechtigen a) zur Mitwirkung und b) zum Besuch. In beiden Gruppen können nur Juden oder Nichtarier im Sinne des Berufsbeamtengesetzes Aufnahme finden, jedoch können Ehegatten von Mitgliedern, auch wenn sie selbst arisch sind, einer solchen Organisation angehören. Gruppe a : Für die ausübenden Künstler läuft die Frist für die Mitgliedsanmeldung beim Reichsverband am 30. September ds. Jahres ab. Wir machen erneut auf diesen Termin aufmerksam und bitten, die Anmeldung beim Reichsverband der Jüdischen Kulturbünde :n Deutsehland, Berlin S. W. 68, Charlottenstrasse 90/92, umgehend vorzunehmen. Ueber die Höhe des Mitgliedsbeitrages folgen demnächst genaue Einzelheiten, jedoch wird dieser Jahresbeitrag sehr niedrig sein. G r u io p e B : Für alle Besucher künstlerischer Veranstaltungen besteht gleichfalls die Pflicht, als eingetragenes Mitglied des Reichsverbandes eine Mitgliedskarte (in Verbindung mit Lichtbildausweis) beim Besuch der Veranstaltungen vorzuzeigen. Alle Besucher im Rhein-Main Bezirk (Hessen, Hessen-Nassau), die nicht Kultur bundsmitglieder oder Kulturbundsabonnnenten sin d,müssen sich bei dem Reichs verband der Jüdischen Kulturbünde (Referentin für den Bezirk Rhein- Main: Frau Hedwig Levi-Michel, Frankfurt a. M., Gärtnerweg 62) anmelden. Soweit in diesem Bezirk selbständige Kulturbundsvereinigungen sind, nehmen die dortigen Kulturbundsleiter Anmeldungen zum Reichsverband Gruppe B entgegen. Für Mitglieder resp. Abonnenten der Kulturbünde ist eine nochmalige Anmeldung zum Reichsverband nicht notwendig, da durch die Kulturbundsmitgliedschaft den behördlichen Vorschriften entsprochen ist. Die Besuch er -Mitgliedskarte zum Reichs verb a n d wird für den Bezirk Rhein-Main bei der oben genannten Stelle ausgestellt. Sie kostet pro Jahr — erstmalig vom 1. September 1935 bis 31. August 1936 — EM. 1. —. Sie berechtigt nicht zum Besuch der Abonnementsveranstaltungen des Kulturbunds. Besucher, die aufgrund eines Nachweises ihrer jüdischen Gemeinde ein Jahreseinkommen bis zu RM. 3.000. — haben, zahlen zur Aufnahme lediglieh eine Einschreibgebühr von 50 Pf. * Im Anschluss an vorstehende Mitteilung weisen wir, einer gegebenen Anregung folgend, nochmals darauf hin, daß die Besucher von Veranstaltungen aller in Betracht kommender Organisationen (in Frankfudt also des Kulturbunds — soweit diese Besucher nicht schon dessen Mitglieder oder Abonnenten sind —, der jüdischen Tonkünstler Frankfurts, der Chorvereinigung, der Singgemeisehaft usw.) Ausweiskarten beim Reichsverband der Kulturbünde sich beschaffen müssen. Der Weg ist in obiger Mitteilung vorgeschrieben. Jüdische Musiker! Alle Künstler, welche in den letzten Tagen ein Schreiben der Reichsmusikkammer betr. ihre Mitgliedschaft bei der Reichsmusikkammer erhalten haben, werden ersucht, sich umgehend schriftlich, unter Mitteilung ihrer Adresse und ihrer bisherigen .Berufsart, beim Reichs verband der Jüdischen Kulturbünde in Deutschland, (Sonderdezernat F.), Berlin? SW. 68, Charlottenstrasse 90-92, zu melden. Wir bitten, von persönlichen Besuchen abzusehen, die überflüssig sind, da eine generelle Mitteilung an jeden sich Meldenden rechtzeitig erfolgt. Jüdisches Lehrhaus Der Arbeitsplan des Jüdischen Lehrhauses geht den Beziehern des Gemeindeblatts Anfang Oktober gesondert zu. Das Lehrhaus eröffnet seinen dritten Jahrgang am Montag, den 21. Oktober, 20 Uhr im Vereinshaus, Eschersheimer Landstrasse 27, mit einer gemeinsam mit dem Kulturbund und der Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung durchgeführten Veranstaltung. Karl Adler-Stuttgart wird ein offenes Singen leiten und damit der Frankfurter Gemeinde sicherlich ebenso viel Freude bereiten, wie er es schon in zahlreichen anderen deutschen Städten tat. Am Dienstag, den 22. 10., beginnt dann der Lehrbetrieb in der gewohnten Weise. Mehrere Vorlesungen und Arbeitsgemeinschaften, die für die Hörer schon unentbehrlich geworden sind, werden fortgesetzt, doch wird stets auf neu hinzukommende Teilnehmer Rücksicht genommen. Daneben werden auf judaistischem, geisteswissenschaftlichem, naturwissenschaftlichem und künstlerischem Gebiet aucli neue Kurse beginnen, die zum Teil schon in diesem, zum Teil erst in den folgenden Trimestern zu Ende geführt werden. Das Herbsttrimester wird acht Wochen dauern und schliesst am Montag, den 16. Dezember. Mittwoch-Konzerte Am 23. Oktober 1935, 20^ Uhr, wird der am 4. September ausgefallene „Romantische Abend" mit Gerda Oppenheim, Siegfried Würzburger und Sofie Seligmann nachgeholt. Die be: reits gelösten Karten mit dem Datum „4. September" benalten ihre Gültigkeit für den 23. Oktober. Weitere Karten für diesen Abend sind ab 20. September in den Vorverkaufsstellen Schneemann, Schatzki, Falk und Freimark zu haben. Wegen der Feiertage finden im Oktober keine weiteren Abende statt. Es wird bekannt gegeben, daß die jüdischen Künstler im Umkreise Frankfur's Gelegenheit haben, sich der Vereinigung „Die jüdischen Tonkünstler Frankfurts" anzuschliessen. (Anfragen an Herrn Max Wolff, Frankfurt a/Main, Schumannstrasse 48, part., Telefon: 79579.) Musikalische Weihestunde in der Westendsynagoge Aus Anlass der 25. Wiederkehr der Einweihungsfeier der Westendsynagoge veranstaltet der Vorstand des Gotteshauses am 15. Oktober, abends 8 Uhr, unter der künstlerischen Leitung von Studienrat Frank Rothschild, eine musikalische Weihestunde. Das Programm enthält Werke von Bach, Händel und Brahms, synagogale Gesänge und Uraufführungen von Bernhard Sekles, Rosy Geiger-Kullmann, Herbert Fromm und Max Wolff. Ausführende sind: Kammersängerin Metzger-Lattermann, Berlin (Alt), Bettina Feitier (Sopran), Oberkantor Fleischmann (Bariton), Theo Ratner (Violine), Erich Toeplitz (Flöte), Herbert Fromm (Orgel). Eintrittskarten sind bei dem Kastellan der Westendsynagoge und den bekannten Verkaufsstellen zu haben. Jüdische Beratungsstelle für Wirtschaftshilfe Frankfurt/M., Quinckestr, 24, (früher Königswarterstr.) Tel. 46976 Postscheckkonto „Jüdische Nothilfe 1933", Frankfurt a. M. 29990 Sprechstunden: Wirtschafts - und Rechtsberatung: Dienstag und Donnerstag von 16%—18 Uhr. Für Umschichtler: Montag und Mittwoch von 10—12 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 17—19 Uhr. Rechtsberatung: Soweit einzelne Eeehtsangelegenheiten eingehende Bearbeitung erfordern, werden bedürftige Rechtssuchende den hiesigen jüdischen Anwälten zur unr entgeltlichen Betreuung auf deren Büro überwiesen. Kurse in Französisch, Englisch, Stenografie für Anfänger und Fortgeschrittene. Anmeldungen: Eschersheimerlandstr. 65 (Jugendt heim). Alle selbständigen jüdischen Handwerker, die auf Grund der Handwerker-Verordnung ihre Meisterprüfung bis zum 31. 12. 1939 abzulegen haben, werden in ihrem eigenen Interesse ersucht, sich umgehend bei Herrn Dipl. Ing. Joseph, Grosse Friedbergerstr. 32, schriftlich zu melden. Aus der neuen Hausangestelltengesetzgebung ergibt sich die Notwendigkeit von Haushalts-Vereinfachungen und -Zusammen- . legungen. Für alle in dieses Gebiet fallenden Fragen (auch Haushalt-Hachschara, gegenseitige H&ushaltshilfe etc.) steht die Beratungsstelle in Zusammenarbeit mit den übrigen zuständigen Organisationen zur Verfügung. Jüdische Beratungsstelle für Wirtschaftshilfe Jüdische Erziiehungsbcratungsstelle Die Jüdische Erziehungsberatungsstelle (gegr. vom Verein isr. Lehrer und Lehrerinnen) hält jeden Mittwoch von 5-6 Uhr in den Räumen des Jüdischen Jugendheimes, Eschersheimerlandstrasse 65, unentgeltlich Sprechstunde ab. Vorherige schriftliche oder telefonische Anmeldung (56561) bei Frau Dr. Alice Schaumberg, Eekenheimer Landstrasse 17, ist unbedingt erforderlich. Jüdischer Arbeitsnachweis | MänaliA | Quinckestrasse 26 (früher Königswarterstrasse) Sprechstunden: für gewerbliche Arbeitsuchende: Montag, und Mittwooh von 10—12 Uhr , für kaufmännische Arbeitsuchende: Dienstag und. Donnerstag von 10—12 Uhr.