Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 14 (1935-1936)
- Issue
- 1 (10.1935)
- Date
- 1935-10-01
- Page
- Seite 31 (sequence 33)
- Language
- German
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Seite 31 kongress jüdischer Ärzte für Frühjahr 1936 nach Tel Awiw einzuberufen. — Der Vorschlag der norwegischen Regierung betreffend Schaffung eines zentralenAuswandererfürsorgeamtes beim Völkerbund wurde auf die Tagesordnung der sechsten (politischen) Kommission der Völkerbundsversammlung gesetzt. Es besteht jedoch wenig Aussicht, daß das zentrale Auswandererhilfswerk schon nach dieser Völkerbundsversammlung ins Leben gerufen wird. Die Völkerbundsversammlung wird wahrscheinlich nach der Aussprache über diesen Punkt eine grundsätzliche Erschliessung annehmen, in der die Schaffung des Auswandererfürsorgeamtes empfohlen wird. Diese Entschliessung wird dann dem Völkerbundsrat überwiesen werden, der seine Entscheidung nicht vor Januar 1936 treffen wird. Es ist auch möglich, daß der Rat noch in seiner jetzigen Tagung, die nach Schluss der Völkerbundsversammlung fortgesetzt wird, einen Unterausschuss zwecks Ausarbeitung konkreter Voschläge zu diesem Plan und Berichterstattung bei der nächsten Völkerbundstagung im Januar einsetzen wird. — Anlässlich des tragischen Todes der Königin von Belgien bei dem Autounfall am Vierwaldstätter See wurden die Flaggen auf dem Kongressgebäude des Zionistenkongresses in Luzern auf Halbmast gesetzt. Das Kongresspräsidium hat im Namen des Kongresses ein Beileidstelegramm an die belgische Regierung gesandt. Tschecho-Slowakei. Unter ausserordentlich starker Beteiligung von Delegierten und jüdischen Sportsleuten aus allen Ländern wurde in Brünn am 12. September der Makkabi-Weltkongress feierlich eröffnet. Der Präsident des Makkabi-Weltverbandes, Dr. Hermann Lelewer, hielt bei dieser Gelegenheit eine Ansprache, in der er den Aufschwung und die Leistungen der Makkabibewegung schilderte und ihre Rolle in der nationalen Erziehungsarbeit kennzeichnete. Amerika New York. Die Polizeidirektion hat dem jüdischen Detektiv Matthew Salonion, der erheblich verletzt worden war, als er sieh bemühte, die deutsche Flagge auf der „Bremen" vor Angriffen zu schützen, gestattet, eine Ehrenprämie von 150 Dollar vom Norddeutschen Lloyd entgegenzunehmen. — Im Alter von 88 Jahren ist in New York der Vorsitzende der Assembly of Orthodox Rabbis of Amerika and Canada, Rabbi Gabriel Wolf M a r g o 1 i s, gestorben. — In Sheffield, Massachusetts ist am 31. August der bekannte Schriftsteller und Publizist Hermann Bernstein, früherer amerikanischer Gesandter in Tirana, gestorben. Asien. Dreissig Kilometer von Bagdad entfernt, wird von England ein grosser Flughafen gebaut. Die Arbeiten werden sehr intensiv durchgeführt. Der Flughafen soll noch grösser als der von Aman (Transjordanien) werden und der grösste im vorderen Orient sein. Berichte aus Palästina Einwanderung' Wie amtlich bekannt gegeben wird, sind im Monat Juli 5.163 Juden nach Palästina eingewandert. Von ihnen gehörten 649 Personen der Einwandererkategorie A an, für die ein Vorzeigegeld von mindestens 1.000 Pfund vorgeschrieben ist. Die offiziellen Einwanderungsziffern für Juni waren 4.343, (4.186 Juden, 351 Angehörige der Kategorie A), für Mai 4.110, davon 350 der Kategorie A. — Das Einwanderungsdepartement der Jewish Agency teilt mit, dass die Zertifikate für Angehörige von in Palästina lebenden Personen erschöpft seien. Bis die Regierung die Schedule für das nächste Halbjahr (Oktober 1935 bis März 1936) bestätigen werde, würden Anträge auf Gewährung eines Verwandten-Zertifikats nicht mehr bearbeitet werden. Wirtschaft und Siedlung Amtlich wird mitgeteilt, daß der Verwaltungsüberschuss der Palästina-Regierung Ende Juli 5.727.690 Pfund betrug. — Wie das Landwirtschaftdepartement der Palästina-Regierung mitteilt, wurden in Erez Israel im abgelaufenen Jahr, von den Zitruspflanzungen abgesehen, 1.137.215 Obstbäume gepflanzt. Ausserdem wurden 1.198.860 Weinstöcke gepflanzt. — Nach Mitteilung des Landwirtschaftsdepartements der Palästinaregierung wird in diesem Jahre eine Ernte von 8.500.000 Kisten Orangen und 1.500.000 Kisten Grape-Fruits erwartet. — Wie der Haifaer Korrespondent der Zeitung „Mokattam" mitteilt, ist der Bau einer asphaltierten Chaussee von Haifa nach Bagdad parallel zur Erdölleitung aus Mossul beschlossen worden. Mit der Durchführung der bereits in nächster Zeit in Angriff zu nehmenden Arbeiten ist eine englische Gesellschaft beauftragt worden. — Die Ruthenberg Elektrizitäts-Gesellschaft wird in Jaffa eine Transformatorenstation errichten. Von der Palästina-Regierung sind bereits die entsprechenden Verordnungen über Enteignung von Land für den Bau der Station erlassen worden. Die Zahl der bei den Eisenbahnen Erez Israels beschäftigten Juden geht ständig zurück. Neue jüdische Angestellte werden kaum noch aufgenommen. Dieser Tage wurde von der Bahndirektion des Kreises Lydda vierzig Arbeiter und Beamte aufgenommen, darunter 37 Araber und 3 Juden. Die Zahl der jüdischen Schaffner ist von acht auf einen zurückgegangen. Sogar bei der Station TelAwiw wird es infolge der äusserst niedrigen Löhne bald keine jüdischen Bahnbedienstete mehr geben. — Wie die Tageszeitung „El Karmel" mitteilt, hat der transjordanische Premierminister Ibrahim Pascha Hascham auf eine Fragedes Vertreters des Blattes nach der Stellung der transjordanischen Regierung zu der geplanten Ansiedlung von Juden folgendes erklärt: Als Chef der Regierung kann ich keine Verantwortung für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit übernehmen, wenn es Fremden gestattut werden sollte, sich in Transjordanien niederzulassen. Wissenschaft und Kunst Die neunte Tagung des Kuratoriums der Hebräischen Universität beschloss, eine Reorganisation der Verwaltung in folgender Weise durchzuführen: Die Stelle des Universitätskanzlers wird abgeschafft. Dr. Magnes erklärte sich einverstanden, der Universität seine Dienste als Präsident zu widmen. Dr. Chaim Weizmann nahm die Wiederwahl zum Vorsitzenden des Kuratoriums an. Herr S. Schocken erklärte sich bereit, das Amt des Vorsitzenden des Executivrats zu übernehmen und die allgemeine Verwaltung der Universität zu führen. Akademische Würdenträger sollen nach den Beschlüssen des Kuratoriums sein: ein Rektor, der vom Senat gewählt wird und das akademische Oberhaupt der Universität ist, sowie die von den einzelnen Fakultäten zu wählenden Dekane. Dr. Weizmann übernahm das Amt eines Vorsitzenden der naturwissenschaftlichen Fakultät für die nächsten zwei Jahre, um diese Fakultät auszubauen. Der bisherige Universitätssekretär S. Ginzberg wurde zum Verwalter mit Sitz in der Executive ernannt— Der Bau des neuen Gebäudes für die Habimah auf dem von der Stadtgemeinde Tel Awiw zur Verfügung gestellten Grundstück wurde bereits in Angriff genommen. Persönliches Unter ungeheurer Anteilnahme der gesamten jüdischen Bevölkerung wurde Oberrabbiner Kuk am 2. September auf dem Ölberg zur letzten Ruhe bestattet. Die Zahl der Menschen, die dem Sarg folgten und in den Strassen, die der Trauerzug passierte, Spalier bildeten, wird auf 80.000 geschätzt. Anstalten und Vereine Israelitische Religionsschule Das Winterhalbjahr beginnt Montag, den 21. Oktober 1935. — Anmeldungen für die Anstalt nimmt der Leiter, Herr GemeinderabbinerDr. J. Horovitz, entgegen: Unterlindau 21, Montag, den 21., Dienstag, den 22. und Montag, den 28. Oktober, zwischen 3-4 Uhr, Hermesweg 5-7, Mittwoch, den 23. und Mittwoch, den 30. Oktober, zwischen 3-4 Uhr, sowie Sonntag, den 27. Oktober, zwischen 10-11 Uhr. Ez Chajim Unsere Fortbildungskurse in den rabbinischen Fächern von den Anfangründen bis zur Gemara mit Tosafot u. s. w. finden in sieben Abteilungen mit durchschnittlich täglich 1-2 stündigem Unterricht in der Israelitischen Religionsschule, Herrnesweg 7, statt. Anmeldungen nimmt Herr Gemeinderabbiner Dr. *J. Horovitz, Unterlindau 21, Montag, den 21. Oktober, Dienstag, den 22. Oktober, Donnerstag, den 24. Oktober, zwischen 3-4 Uhr und Herr Lehrer S. Schereschewsky im Schulgebäude vom 21.-24. Oktober, zwischen 3-4 Uhr, entgegen. Jüdischer Kulturbund Rhein Main Das Orchesterkonzert des Kulturbundorchestera, unter Leitung von Hans Wilhelm Steinberg mit Emanuel Feuermann als Solisten, findet am Mittwoch, den 25. September, abends 8 Uhr, entgegen der ursprünglichen Ankündigung, in der Westend-Synagoge, Freiherr v. Steinstrasse, statt. An alle ausübenden Künstler An alle Besucher künstlerischer Veranstaltungen Nach den Richtlinien des Geheimen Staatspolizeiamts für die Tätigkeit des Reichsverbandes der Jüdischen Kulturbünde in Deutschland vom 13. August 1935, werden von dem Zusammensehluss im Reichsverband erfasst: 1. ) Kulturbünde 2. ) Theatervereine 3. )- Gesangvereine 4. ) Freie Chöre