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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1935-09-01 · 13 (9.1935) · p. Seite 502

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
13 (1934-1935)
Issue
13 (9.1935)
Date
1935-09-01
Page
Seite 502 (sequence 20)
Language
German
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Seite 502 Berichte a Einwanderung Im Monat Juni sind nach Palästina 4.343 Personen eingewandert. Unter ihnen befanden sich 354 Personen der Kapitalistenkategorie. — Die Exekutive der Jewish Agency hat einen Betrag von 10.000 Pfund für den Bau von Wohnhäusern für 400 neu eingewanderte Landarbeiter in neun Pardessim bereitgestellt. — Im englischen Unterhaus fragte der General Nation den Kolonienminister MacDonald, wieviele Juden britischer Nationalität und wieviele Juden fremder Staatsangehörigkeit im Verlaufe der letzten zehn Jahre nach Palästina eingewandert seien. Kolonienminister MacDonald erwiderte, daß während der letzten zehn Jahre, bis zum 31. Dezember 1934, 14 8.2 8 0 Juden nach Palästina eingewandert seien; von ihnen kamen 2.318 aus dem Britischen Empire und 145.962 aus anderen Ländern. — In letzter Zeit begegnet man in Jerusalem häufig Einwanderern eines neuen Typs, persischen Juden, die in ihrer Heimat Mesched, der Hauptstadt von Chorosan, jahrzehntelang als Scheinmoham- Kleine Anzeigen Wohnungs- Gesuche Wohnungs-Angebofe Zimmer -Gesuche Zimmer-Angebote An- und Verkauf Hausu. Büropersonal gehören in das Gemeindeblaff Preise für kl. Anzeigen 20 mm 30 mm Mk. 1.80 Mk. 2.70 25 mm 15 mm Mk. 2.25 Mk. 1.35 Anzeigen - Annahme Montag—Freitag 10—1 3—7 in der Anzeigen-Verwaltung M. ISAAC & Co. Ravensteinstr. 11 (Haltestelle Linie 6) Palästina medaner leben mussten. Vor hundert Jahren waren die Vorfahren dieser Juden unter Androhung des Todes zur Annahme des Islam gezwungen worden. Der größte Teil der Uebergetrelenen blieb jedoch dem angestammten Glauben und den althergebrachten jüdischen Lebensformen im Geheimen treu. In Mesched leben heute noch etwa 500 Familien solcher Krypto-Juden. Diese ganze Gemeinde wartet auf die Möglichkeit, nach Palästina auszuwandern. Etwa 50 Familien ist es bisher unter grossen Schwierigkeiten gelungen, ins Land zu kommen. Manche von ihnen sind ziemlich wohlhabend. Alle aus Persien nach Palästina eingewanderten Marranen haben sich , in das jüdische Leben des Landes gut eingefügt. Mehrere Häuser in Jerusalem gehören aus Persien eingewanderten Scheinjuden, die nach und nach öffentlich zum Judentum zurückkehren. Derzeit leben in Jerusalem rund 8000 persische Juden, in Tiberias, Safed, Haifa, Tel Awiw und den Kolonien weitere 3000. — In den letzten Tagen ist wieder ein Transport von 40 jüdischen Kindern aus Deutschland in Erez Israel eingetroffen. Die Kinder wurden im Haifaer Hafen von Vertretern der Abteilung des Waad Leumi für soziale Fürsorge unter Führung von Miss Henrietta Szold empfangen und dann nach Merchawia und En Charod weitergeleitet. In dieser Saison kommen 150 Kinder aus Deutschland durch die Jugendali^ah nach Palästina. Wirtschaft und Siedlung In der Nähe von Petach Tikwah wurde mit der Errichtung von zwei neuen Siedlungen, Maimonia und Kfar Syrkin, begonnen, in denen 200 jüdische Familien aus Deutschland auf landwirtschaftlicher Basis angesiedelt werden sollen. Die notwendigen Wohnbauten werden in drei Monaten fertiggestellt sein. Die 70.000 Pfund betragenden Kosten werden zum Teil von den Siedlern, zum Teil vom jüdischen Nationalfonds und der Jewish Agency getragen. — In der Nähe der Kolonie Reehowoth soll demnächst eine neue jüdische Siedlung geschaffen werden, die den Namen „Eamath Meir" nach dem New Yorker Zionisten Dr. Meir Eosoff in Anerkennung seiner Verdienste um die landwirtschaftliche Ansiedlung amerikanischer Juden in Palästina tragen soll. — In der jüdischen Kolonie Hartuf an der Eisenbahnlinie Jerusalem-Lydda wird eine neue große Zementfabrik unter dem Namen Simson errichtet. — Prinz Haidar Habad soll vom High Commissioner Sir Arthur Wauchope einen Betrag von einer viertel Million Pfund zu treuen Händen zu dem Zwecke übergehen haben, Landkäufe fürA raber durchzuführen. — Es wird mitgeteilt, daß der V er w a 11 u n g s üb er s c hu ss der Palästinaregierung im Monat April 264.331 Pfund betragen hat. Dadurch ist der Gesamtüberschuss auf 5 Millionen Pfund gestiegen. — Wie amtlich bekanntgegeben wird, betrug der Verwaltungsüberschuss der Palästina-Regierung im Mai 1935 eine halbe Million Pfund. — Mitteilungen der arabischen Presse zufolge wurden in der letzten Zeit auf 8.000 Dunam Zitruspflanzungen neu angelegt. 5.000 Dunam hiervon befinden sich in jüdischem Besitz.—Die Stadtverwaltung von Jaffa hat beschlossen, eine Anleihe von einer halben Million Pfund aufzunehmen. Sie soll für den Ausbau und die Entwicklung der Stadt verwendet werden. — In Jerusalem ist eine neue Gesellschaft für den Petroleumhandel mit einem Kapital von 200.000 Pfund gegründet worden. — Der japanische Import nach Palästina steigt weiter an. Amtlich wird bekannt gegeben, daß im März d. J. für 82.477 Pfund Waren aus Japan nach Palästina eingeführt wurden, während umgekehrt Japan von Palästina bloss für ein Pfund Waren bezog. In den zwölf Jahren 1922 bis 1933 wurden aus Japan insgesamt für 930.542 Pfund Waren ein- und für 5.681 Pfund-ausgeführt. — Die A ng 1 o-P al e st in e Bank Ltd., die wichtigste der palästinensischen Banken, die fast die Hälfte der bei den palästinensischen Banken befindlichen Depositen sowie das grösste Kreditgeschäft auf sich vereinigt, wird, wie im Jahresbericht der Bank angekündigt wird, ihr Kapital durch Emission von stimmrechtslosen Aktien in Höhe von 250.000 Pfund erhöhen. Die Lloyds Bank in London, eine der angesehensten Banken der City, die kürzlich der Jewish Agency eine Anleihe in Höhe von 500.000 Pfund gewährt hat, wird sich an dem Aktienkapital der Anglo-Palestine Bank beteiligen. — Die Palästina-Regierung hat vor kurzem als" Subdepärtement der Regierung ein besonderes Dezernat geschaffen, dass insbesondere die Aufgabe haben wird, die Arbeiten im Zusammenhang mit dem Ausbau.des Flugwesens in Palästina durchzuführen. Die erste Aufgabe des neuen Dezernates wird sein, Flugplätze für die-zivile Luftfahrt anzulegen, da die bestehenden Flugplätze für den militä-

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