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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1935-05-01 · 9 (5.1935) · p. Seite 358

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
13 (1934-1935)
Issue
9 (5.1935)
Date
1935-05-01
Page
Seite 358 (sequence 20)
Language
German
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Seite 358 dergrund getreten ist. — Nach einem allgemeinen Erlass Nr. 207 DSt vom 2. April kann eine Einzahlung auf Sonderkonto I der Bank der Tempel-Gesellschaft aucli den nach Palästina bereits ausgewanderten Personen jüdischen Volkstums deutscher Staatsangehörigkeit gestattet werden, wenn .sie nur mit verhältnismässig geringen Beträgen ausgewandert sind, die sich nachträglich als unzureichend zur Begründung einer selbständigen wirtschaftlichen Existenz herausstellen. Das Gutachten der Auswanderer-Beratungsstelle kann in diesem Falle durch eine Dringlichkeitsbescheinigung des zuständigen deutschen Konsulats in Palästina ersetzt werden. Dagegen genügt eine Bescheinigung der Merkas Hidachduth Olej Germania (Vereinigung deutscher Einwanderer) selbst dann nicht, wenn das deutsehe Konsulat auf der Bescheinigung allgemein zum Ausdruck bringt, daß den Angaben dieser Stelle Glauben beigemessen werden könne. Uebersteigt die Summe des einzuzahlenden und der bereits in bar oder über Sonderkonto transferierten Beträge 60.000 EM., so entscheidet die Eeichsdevisenstelle. Auch gegen eine Schenkung an die ausgewanderte Person und Einzahlung auf Sonderkonto I bestehen keine Bedenken, wenn es sich wirklich um eine ernstliche Schenkung handelt. Dies kann insbesondere angenommen werden, wenn der Schenker ein naher Angehöriger des Auswanderers ist, z. B. Eltern und Geschwister. Es muß jedoch geprüft werden, ob nicht der Verdacht der Kapital- oder Steuerflucht gegen den Schenker besteht. Der vorstehende Erlass gibt eine seit Ende 1933 bestehende Regelung für bereits nach Palästina ausgewanderte Juden, neu zusamniengefasst, wieder.—In Berlin ist ein Verband jüdischer Heimatvereine gegründet worden. Während bisher die jüdischen Heimatvereine, die sich die Erhaltung der landsmannschaftlichen Beziehungen unter ihren Mitgliedern und die Pflege von Gräbern in den kleinen, jetzt" größtenteils in Auflösung begriffenen Gemeinden ihrer Heimat zur Aufgabe gemacht haben, als einzelne Vereine bestanden, soll der neue Verband sämtliche Heimatvereine, die in Berlin bestehen, umfassen. — Die jüdische Gemeinde zu Berlin veranstaltete am Sonnabend, den 30. März, in der Alten Synagoge Heidereuthergasse eine Maimonides- Feier, bei der die Rabbiner Dr. Freimann und Dr. Altmahn einen Ueberblick über die Bedeutung Maimonides' und seiner Werke gaben und das Vorbildliche seiner Haltung auch für die heutige Zeit vom Standpunkt des thoratreuen Judentums charakterisierten. Am Sonntag, den 31. März, fand in der Neuen Synagoge in der Oranienburgerstrasse eine Maimonides-Feier statt. — Die Berliner Jüdische Reformgemeinde hielt am Sonntag, den 7. April, in ihrem Gotteshause Johannisstrasse einen Festgottesdienst anlässlich ihres 90jährigen Bestehens ab. — Der Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin veranstaltete am 10. April in der Synagoge Oranienburgerstrasse anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Universität Jerusalem eine Feier, an der fast 2000 Personen teilnahmen. — Am Sonntag, den 7. April, hielt der Allgemeine Rabbiner-Verband in Deutschland seine diesjährige Hauptversammlung ab. Auf einer einleitenden Sitzung begrüsste der Präsident des Allgemeinen Rabbiner-Verbandes, Rabbiner Dr. Leo Baeck, die zahlreich erschienenen Kollegen sowie den anwesenden Vertreter der Berliner Jüdischen Gemeinde, Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee. Er hielt sodann einen Fest Vortrag über „Das Rabbinische in der Persönlichkeit des Maimonides". Rabbiner Dr. Dienemann erstattete den Jahresbericht, Dr. Wresehner den Finanzbericht. In der Diskussion wurden im wesentlichen Schulfragen erörtert. — Der Landesverband Berlin des „Bundes deutschjüdischer Jugend" hatte seine Mitglieder zu einer Feierstunde am Vormittag des 14. April zusammenberufen. In einer großangelegten Ansprache erörterte der Bundesleiter Heinz Kellermann die Situation des Bundes und seine Aufgaben in der Gegenwart. Die Ansprachen waren umrahmt von Sprechchören, von Harmoniumspiel, Gemeinschaftsgesang und Deklamationen. Das Bundeslied schloß die eindrucksvolle Feierstunde. — Das Sekretariat des Deutschen Mäkkabikreises teilt mit: In verschiedenen Zeitungen des In- und Auslandes ist eine Meldung verbreitet, wonach der Makkabi-Weltverband den jüdischen Sportlern die Teilnahme an den Olympischen Spielen 1936 in Deutschland verboten habe. Diese Nachricht ist frei erfunden.—Der Jenaer Rasseforscher- Professor Hans Günther, der in seinen Werken wiederholt die Judenfrage im rassischen Sinne behandelt hat, wird im kommenden Wintersemester an der Berliner Universität eine ordentliche Professur für Rassekunde, Völkerbiologie und" Soziologie des Bauerntums bekleiden. Professor Günther soll die Gründung eines Instituts für Rasseforschung in Dahlem planen. — Als Leiter der chirurgischen Abteilung der neuen Poliklinik der Berliner Jüdischen Gemeinde ist Dr. Otto Wassertrüdinger gewählt worden. Dr. Wassertrüdinger ist Nachfolger von Professor Dr. Picard, der nach Kairo berufen worden ist.—Die Leiterin des Jüdischen Museums in Berlin, Fräulein Erna Stein, übersiedelt nach Palästina. Ihre Nachfolge übernehmen die Kunsthistorikerin Rahel Wischnitzer-Bernstein und Professor Franz Landsberger. — Professor Dr. Ernst Mislowitzer von der medizinischen Fakultät der Universität Berlin ist auf Grund von § 18 der Habilitationsordnung die Lehrbefugnis entzogen worden. Dortmund. In Wuppertal-Elberfeld hielt der rheinisch-westfälische Rabbinerverband zu Ehren des aus seinem Amte scheidenden Rabbiners Dr. Norden eine Tagung ab. Referate wurden von Dr. Norden-Elberfeld, Dr. Esehelbacher-Düsseldorf, Dr. Auerbach- Reeklinghausen und Dr. Hahn-Essen gehalten. Es wurde beschlossen, eine Lerngemeinschaft von Rabbinern und Lehrern für Rheinland-Westfalen ins Leben zu rufen, die regelmässig in gewissen Zeitabständen zusammenkommen soll. — Dresden. Am 23. April wurde eine jüdische Volksschule eröffnet. Zuerst werden die vier untersten Klassen der Schule eingerichtet werden, im Laufe der Jahre aber ein Ausbau zur Volksschule mit 8 oder 9 Klassen erfolgen. — München. Der Verband Bayerischem Israelitischer Gemeinden besteht am 20. April 15 Jahre. — Offenbach/M. Vom 8-10. März fand in Offenbach eine Lerntagung des Hessischen Landesverbandes im Verband der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands, gemeinsam mit der Mittelstelle für Erwachsenenbildung, statt. Die Lerntagung wurde durch eine Freitagabendfeier eröffnet, bei der Rabbiner Dr. Dienemann, Offenbach, die Form der Sabbathfeier in Erez Israel schilderte. Nach dem Sabbathgottesdienst fand unter Leitung von Dr. Dienemann eine Geschichtsarbeitsgemeinschaft statt, in der Jochanan ben Sakkai, Gamliel und Rabbi Akiba behandelt wurden. Der Oneg Sehabbat galt dem Gedenken an Max Liebermann; er wurde ausgestaltet von Dr. Gundersheimer-Frankfurt. England. Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Hebräischen Universität Jerusalem wurden die Reden, die vom Universitätskanzler Dr. J. L. Magnes bei der Feier in Jerusalem und von Sir Herbert Samuel und Anthony de Rothschild in London. gehalten wurden, auf eine Reihe großer amerikanischer Rundfunkstationen übertragen. Die amerikanischen Sender verbreiteten gleichzeitig eine Ansprache des Vorsitzenden des Administrative Committee der Jewish Agency, Felix M. Warburg. — In der Londoner Liberal Jewish Synagogue fand am Sonntag ein Festgottesdienst anlässlich des ersten vom Weltverband für religiös-liberales Judentum veranstalteten Jugendt a g e s statt. An dem Gottesdienst nahmen Jugendliche aus allen liberalen Synagogengemeinden Londons teil. Für den Jugendtag war eine besondere Gottesdienstordnung zusammengestellt worden. Der Prediger der Liberal Jewish Synagogue, Leslie Edgar, sprach über das Thema „Jugend, Judentum und die Krise der Jetzt auch Gartenschirme bei »SEMANN Konstabier Wache Fisch - Geschäfte Flufi-u. Seefische iui» feS2. Fisch-MöDer witt^^Ä"1"

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