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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1935-03-01 · 7 (3.1935) · p. Seite 273

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
13 (1934-1935)
Issue
7 (3.1935)
Date
1935-03-01
Page
Seite 273 (sequence 23)
Language
German
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Seite 273 Knaben und 28 Mädchen) standen nur 45 Todesfälle (28 Männer und 17 Frauen) gegenüber. 1933 gab es in der Danziger jüdischen Gemeinde 76 Todesfälle und 65 Geburten. Seit dem Jahre 1929, das .einen Geburtenüberschuss von 31 Seelen hatte, gab es in Danzig nicht mehr einen so hohen natürlichen Zuwachs der jüdischen Bevölkerung wie im vergangenen Jahr. England. Dieser Tage fand in der liberalen Synagoge in St. John's Wood Eoad eine Beratung des Vorstands des Weltverbandes für religiös-liberales Judentum statt. Es wurden Berichte angeschlossener Verbände, sowie aus Ländern, in denen für die religiös-liberale Bewegung erst Pionierarbeit geleistet werden muß, erstattet. Eine Anzahl von Delegierten schilderten die Entwicklung des religiösen Liberalismus in Deutschland, Oesterreich, Ungarn, Holland, Australien und Südafrika. Ausführlich wurden auch die Ergebnisse der letzten in Berlin abgehaltenen Tagung der Vereinigung für das religiös-liberale Judentum in Deutschland gewürdigt. Es wurde betont, daß der Verlauf der Konferenz die Einheitlichkeit der Zielsetzung und die geistige Geschlossenheit der religiös-liberalen Bewegung in Deutschland erwiesen habe. Eine besondere Aktivität entfalte die Gruppe in Budapest, die von etwa 300 Personen, unter ihnen zahlreiche Intelektuelle und einflussreiche Persönlichkeiten, tatkräftig gefördert werde. Es wurde angeregt, am 7. April in allen angeschlossenen Verbänden einen Jugendtag abzuhalten. An diesem Tage soll in allen Orten, wo eine religiös-liberale Jugendgruppe besteht, ein Gottesdienst abgehalten werden, dem am Nachmittag eine Konferenz mit Vorträgen folgen soll. — Einer Meldung des „Daily Telegraph" - zufolge werden bei den bevorstehenden Parlamentswahlen in der Türkei zum ersten Mal jüdische Abgeordnete in die türkische Volksvertretung einziehen. — Der polnische Botschafter in London, Graf Raczinski, gewährte dem Vertreter einer Londoner jüdischen Wochenschrift ein Interview, in dem er sich über die wirtschaftliche und politische Lage der Juden in Polen äusserte und die Versicherung abgab, daß die polnische Eegierung entschlossen sei, jeglicher Zurücksetzung der Juden in Polen entgegenzutreten. — Das Selbstporträt Prof. Max Liebermanns, das in der vor kurzem in den Leicester Galleries ausgestellte Kollektion von Werken des Künstlers enthalten war, ist von Simon Marx erworben und der Täte Gallery zum Geschenk gemacht worden. Frankreich. Das Pariser Jüdische Konsistorium hat in seiner letzten Sitzung anstelle des verstorbenen Barons Edmond de Rothschild zu seinem Vorsitzenden Baron Robert de Rothschild gewählt. — Baron Philippe de Rothschild, Sohn des Barons Henri de Rothschild, hat sich mit der Gräfin Elisabeth de Chambure vermählt. Die Trauung wurde durch den Großrabbiner von Paris vollzogen. Da nach der Tradition der Familie Rothschild die Söhne nur Jüdinnen heiraten dürfen, ist die dem hohen christlichen Adel angehörende Braut vor der Trauung zum Judentum übergetreten. — Auf Grund des Beschlusses einer Reihe von Landesorganisationen ehemaliger jüdischer Kriegsteilnehmer findet im Mai 1935 unter den Auspizien des jüdischen Kriegsteilnehmerverbandes Frankreichs in Paris die erste Weltkonferenz jüdischer Kriegsteilnehmerverbände statt. Holland. Aus der zuletzt veröffentlichten amtlichen Statistik geht hervor, daß die Juden unter den Akademikern Hollands bloß 3% ausmachen. Italien. In Civita Vecchia fand die feierliche Eröffnung der ersten jüdischen Marineschule statt. Der Feier wohnten Oberrabbiner Professor Dr. Angelo Sacerdoti, der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Rom, Rechtsanwalt Minerbi, der Vorsitzende des Jüdischen Sportclubs, Rechtsanwalt Bassano, und eine grössere Zahl anderer führender jüdischer Persönlichkeiten, sowie Vertreter der Behörden bei. — Der Richter am Mailänder Appellationsgericht Silvio Mortara wurde nach Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand versetzt. Gleichzeitig wurde der Richter, der Vorsitzender des Jugendsenats war, durch die Verleihung des Titels eines Ersten Ehrenvorsitzenden des Appellationsgerichtshofs ausgezeichnet. Die Verleihung dieses Titels bedeutet eine besondere Ehrung, die nur in äusserst seltenen Fällen, in denen es sich um die Anerkennung ausserordentlicher Verdienste handelt, erwiesen wird. Richter Silvio Mortara ist Jude. Oesterreich. Bundespräsident Miklas hat dem Violinvirtuosen Fritz Kreisler das ihm zu seinem 60. Geburtstag verliehene Offizierskreuz des österr. Verdienstordens persönlich überreicht. Rumänien. Der zurzeit in Bukarest tagende Rat der nationalzaranistischen Partei (Nationale Bauernpartei) hat mit großer Mehrheit einen vom früheren Ministerpräsidenten Vaida-Voevod gestellten Antrag, in das Parteiprogramm die Forderung nach einem Numerus clausus gegen Juden und andere Minderheiten im Schulwesen, in staatlichen und privaten Anstellungen, in der Industrie und in verschiedenen Berufen und Gewerben aufzunehmen, abgelehnt. Schweiz. Im Schwurgerichtssaal der Stadt Zürich fand auf Veranlassung der Bezirksvereinigung für den Völkerbund, des Pfarrkapitels der Stadt Zürich und einer Reihe von Frauenorganisationen eine große christlich-schweizerische Kundgebung gegen den Antisemitismus statt. Der große Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. — Prof. Max Jakob Askanazy, der seit 1905 als Professor der anatomischen Pathologie und der allgemeinen Pathologie an der Genfer Universität lehrt, aber bisher deutscher Staatsangehöriger war, wurde wegen seiner Verdienste um die Wissenschaft und um die Genfer Universität zum Ehrenbürger des Kantons Genf gewählt und somit naturalisiert. Prof. Askanazy, der seinerzeit mit Prof. Ehrlich wissenschaftlich arbeitete, stammt aus einer deutsch-jüdischen Familie in Ostpreussen. — Nach längerem schweren Leiden starb in Bern Dr. Fritz Ephraim, ordentlicher Professor der Chemie an der Universität Bern im Alter von 59 Jahren. Prof. Ephraim entstammte einer Berliner jüdischen Familie und wirkte an der Berner Universität seit dem Jahre 1903, an der er sich durch seine wissenschaftlichen Leistungen und durch sein großes pädagogisches Geschick einen glänzenden Gelehrtenruf geschaffen hat. Amerika. Wie die Leitung der New Yorker Universität mitteilt, wird mit dem Beginn des Sommersemesters an der Universität ein Lektorat für hebräische Sprache und Literatur errichtet.— Anlässlich der bevorstehenden Feier des 800. Geburtstages des Moses Maimonides wurde im New Yorker Jüdisch Theologischen Seminar •eine Maimonides-Ausstellung eröffnet. Sieumfasst sämtliche Bücher des großen jüdischen Gelehrten und eine Reihe seltener Manuskripte, darunter zwei von Maimonides unterzeichnete Briefe. — Der New Yorker Kaufmann Maurice Levin hat sich verpflichtet, dem jüdischen Nationalfonds auf Lebenszeit jährlich einen Beitrag von 2500 Dollar zuzuführen. — Durch Regierungsdekret ist der Rechtsanwalt Dr. Malamud zum Richter ernannt worden. Dr. Malamud ist der erste jüdische Richter in Rio de Janeiro. Palästina. Wie amtlich bekanntgegeben wird, sind im Monat Dezember 1934 4120 Juden nach Palästina eingewandert. In dieser Zahl sind 267 Touristen inbegriffen, denen die Erlaubnis zu dauernder Niederlassung erteilt wurde. 295 Einwanderer gehörten der Kategorie A an, für die ein Vorzeigegeld von mindestens 1000 Pfund vorgeschrieben ist. — Durch öffentliche Bekanntmachung Motto für diJ Frühiahrsstoffe Nur wer gute Qualitäten kauft, Die besten Qualitäten kauft wirk.ich bnng. in Wol|. und Seidenstoffen in reichster Auswahl, zu vorteilhaften Preisen führt Schwarzschild-Ochs Gegr. 1767 Rossmarkt 13

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