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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1935-02-01 · 6 (2.1935) · p. Seite 226

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
13 (1934-1935)
Issue
6 (2.1935)
Date
1935-02-01
Page
Seite 226 (sequence 20)
Language
German
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Seite 226 * ' -c~ r f- * > - * - 3 Wi« *Xy-T-*~ r ' *f ~ Ten nnl Wort Am Samstag, den 9. rbr. 20U Uhr IM SAALBAU auf ihrer Europa-Tournee Einmaliges Auftreten Dela Lipinskaja Karten in den bekannten Vorverkaufsstellen Konzerte im Kulturbund Das dritte Orchesterkonzert am Neujahrstage stand im Zeichen eines glücklichen Gelingens. Gleich die einleitende Symphonie „mit dem Paukenschlag" von Haydn erfuhr eine überzeugende Wiedergabe: leichtflüssig und unbeschwert, aber doch in einer kraftvollen Tönung, die der irrigen Auffassung vom zopfigen „Papa Haydn" von vornherein den Boden entzog. Die „Sinfonia concertante" von Mozart — ein selten zu hörendes Werk von einem geradezu überströmenden Eeichtum an Melodie — gab den beiden jungen Streichern Ernst Drucker und Richard Karp Gelegenheit, ihre vorzüglichen technischen und tonlichen Qualitäten, noch mehr aber ihre gewinnende Musikalität zu erproben. (In der ersten Aufführung spielte Prof. Hans Bassermann Beethovens Violinkonzert). Mit der Serenade von Tschaikowsky hatte sieh Steinberg ein Zugstück gesichert, das seine Wirkung niemals verfehlt. Mag auch die Melodik zuweilen etwas flach erscheinen: rhytmischer Elan und schwelgerischer Klang triumphieren über die mangelnde Tiefe. Steinberg, der seinem Temperament hier die Zügel schiessen lassen konnte, erspielte sich im Verein mit seinen hinreissend musizierenden Streichern einen rauschenden Erfolg. Der Lieder- und A r i e n - A b e n.d von Alexander K i p n i s : ein über den Konzertalltag weit hinausreichendes, einzigartiges Erlebnis, das jedem unvergesslich bleiben wird, der an ihm teilnehmen durfte. Kipnis zählt zu jenen wenigen Auserwählten, bei Kranken-Versicherung Gen.-Agentur GUIDO ZUNTZ, Unverbindliche Besprechung und Prospekte Börnettrasie 26 Telefen 2629S Inventur Verkauf hochwertige Damenstoffe HR ISS Rossmarkl 8, i. Lift denen sich ursprüngliche Begabung, Schulung und menschliche Persönlichkeit zu einer schlechthin vollendeten Künstlerschaft vereinigen. Mit dem von Natur aus vorhandenen Klangfond einer unsagbar schönen, weichen und zugleich fülligen, umfangreichen und überaus modulationsfähigen Stimme verbindet sich eine Technik des Singens, wie sie meisterlicher nicht vorstellbar ist. Das so geschaffene wertvolle Instrument dient einem von feinster Kultur getragenen und von seelischen Kräften erfüllten Gestaltungswillen, dem sich intime Lyrik wie grosse Dramatik in gleicher Weise erschliessen. Der scharfe Beobachter mag vielleicht Gradunterschiede feststellen und die Wiedergabe russischer Volkslieder oder einer Mussorgski und Verdi-Arie der an manchen Stellen leicht überakzentuierten Interpretation von Schubertliedern vorziehen. Aber solche Einwände bleiben der Gesamtleistung gegenüber gegenstandslos, da Kipnis nie die Grenzen des Stils überschreitet und selbst wo er - kann man es dem Gefeierten verdenken?- etwas „fürs Publikum" singt, die künstlerische Liuie nicht verlässt. Der Beifall erreichte ein Ausmass, das dem gebotenen Genuss entsprach. Zahlreiche Zugaben wurden von den unersättlichen Hörern verlangt und von dem unermüdlichen Künstler bereitwillig geboten. Dank gebührt auch dem Begleiter Dr. Willy S a 1 o m o n, der seine keineswegs leichte Aufgabe einfühlsam und pianistisch wirkungsvoll durchführte. Dr.E. Lieder- und Arienabend L e o n o r e Schwarz, vor Jahren längere Zeit als Altistin des Frankfurter Opernhauses bewährt, und Rolf Sander, ein noch sehr junger ^„Werdender", gaben gemeinsam im kleinen Saal des Vereinshauses ein Konzert, das ihnen wie dem an diesem Abend besonders schön begleitenden Dr. Willy Salomon viel Beifall und Ehrungen eintrug. Bei Leonore Schwarz mag dabei die dankbare Anerkennung für ihr früheres Wirken mitgeklungen haben; auch an diesem Lieder- und Arienabend erwies sie sich wieder im Besitz einer warm timbrierten Stimme, die bis auf kleine technische Mängel (Aussprache, gelegentliche Tonforcierungen) durchaus kultiviert ist. Noch mehr als bei den Liedern konnte die Sängerin in ihrem eigentlichen Bereich (etwa dem Duett aus „Troubadour") Volumen und Umfang ihrer Stimme vorteilhaft zur Geltung bringen. — Rolf Sander, der noch in der Entwicklung steht, besitzt einen sympathischen wohllautenden Tenor. Er hat offenbar -fleissig studiert und seine Tonbildung, die in der Mittellage noch freier werden muß, schon recht gefördert. Er singt mit Geschmack, und in dem kleinen Saal (der kein vollgültiges Urteil erlaubt) zeigte die Stimme volle Resonanz. Man wünscht ihm, der die herrliche Meyerbeer-Arie „Land so wunderbar" überraschend tonschön sang, eine sorgsame Pflege und Fortbildung seiner guten Anlagen, und dem Vortrag noch stärkere Eigenkraft durch weitere seeliche Reife. g.sch. Sonntag den 3. Februar 1935, abends 20.15 Vereinshaus Eschersheimerlandstrasse 27 Einmaliger Lieder- und Arien-Abend Ernst Wolff Lieder von Schubert, Wolf, Durante, Lotti Arien von Verdi, Giordano, Tschaikowsky etc. Aus den letzten Kritiken London und Oxford: „Ernst Wolff ist ein großer Musiker" Seine Stimme ist wunderbar, ausserdem ist er ein fabelhafter Pianist. Es war das vollendeste Konzert, das man je gehört hat. Eintrittspreise: M. 1.— 1.50 2— Vorverkauf: Drogerie Schneemann, Schillerstrasse 1, Buchhandlung Strauss, Biebergasse 13, Buchhandlung Schatzki, Börsenplatz 1 Jnferafe M um wrfturgen (Srfofe! Alte hOTEN Neue MDSlk HcDKel Senckenberoslr.il Tel. 28912 gegenüber Postscheckamt

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