Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 13 (1934-1935)
- Issue
- 3 (11.1934)
- Date
- 1934-11-01
- Page
- Seite 119 (sequence 41)
- Language
- German
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Seite 119 Jüdischer Jugendbund Montefiore E. V. Der Jüdische Jugendbund Montefiore veranstaltete am 13. Oktober im Mädchenheini eine Simchat-Thora-Feier, die sich zu einem denkbar verheißungsvollen Auftakt des kommenden Winterprogramms gestaltete und erneut bewies, daß der Montefiore, wie wohl kein zweiter Verein, das gesellige und geistige Forum der nicht, bezw. nicht mehr bündisch organisierten Jugend zu bilden berufen ist. So bot er auch diesmal den überaus zahlreich erschienenen Gästen ein Programm, das in seiner vorzüglich aufeinander abgestimmten Vielseitigkeit jedem etwas brachte. Im einzelnen wirkten an der Gestaltung des schönen Abends mit: D. Abramowicz, der die Leitung hatte, Kurt Rosenbu&ch, der sich für die Conference zur Verfügung gestellt hatte, Frl. Lang (Geige), Herr Natt (Gesang), die Herren Translateur und Firnberg (Klavier), Frl. K an der und Herr Herzog (Gesang) u. a. — Nach dem harmonischen Ablauf des Programms blieben die Gäste in bester Stimmung noch lange Zeit zusammen. Meldungen Moaza des deutschen Hechaluz. Vom 28. September bis zum 1. Oktober fand eine Moaza des Deutschen Landesverbandes des Hechaluz statt. Zum ersten Male seit der entscheidenden Wendung in dem Oganisationsleben des Hechaluz im Jahre 1933 hatten sich über 200 Abgesandte aus den einzelnen Teilen der Provinz in Berlin versammelt, um die verschiedenen Referate über die Arbeit des Hechaluz entgegenzunehmen und Richtlinien für die künftige Arbeit festzulegen. Auf der Tagung wurden Referate über die Kulturarbeit des Hechaluz, über den Stand des Hachsehara-Werks und über die Gestaltung der Hachschara gehalten. Neues Bundesheim der Deutsch-jüdischen Jugend. Der Bund Deutsch-jüdischer Jugend weihte in Berlin ein neues Bundesheim unter Teilnahme führender Menschen des Bundes ein. Im Namen des Jugendpflegedezemats der Berliner Jüdischen Gemeinde übergab Martin Sobotker das Heim dem Bund zur Benutzung. Er kündigte an, daß die Berliner Jüdische Gemeinde außer diesem Heim der jüdischen Jugend in nächster Zeit weitere Heime zugänglich machen werde, um so der Jugend eine wirkliche Heimstatt zu schaffen. Juden im Training zur Olympiade. Die Leitung des Deutschen Makkabikreises teilt mit: Zu dem Lehrgang des Reichssportführerrings in Ettlingen sind 10 Einladungen, davon 7 an Makkabi-Mifcglieder und 3 an nicht dem Makkabi angehörende Personen, ergangen und dem Deutschen Makkabikreis von der DSB. zur Weiterleitung übergeben worden. Vom Makkabi haben Werner Schattmann und Kurt Sternlieb an dem Lehrgang teilgenommen und wurden am Schluß des Kurses vom Olympiatrainer Brechenmacher als geeignete Anwärter bezeichnet. Salomoit Feitier WirtscuaftslreoMDiler und Steaersac&verstandiger „Bilanzen, Revisionen, Bearbeitung von Steuer- und Auswanderungs-Angelegenheiten" Frankfurt am Main. Wolfsgangstr. 49, Tel. 58670 Hierzu teilt die Leitung des RjF.-Sportbundes ergänzend mit, daß auf direkte Einladung der DSB. an den RjF.-Sportbuna außerdem 6 seiner Mitglieder an dem Kurs teilgenommen haben. Juden auf den deutschen Hochschulen. Die „Deutsche Hochschulstatistik'' hat eine Ausscheidung der Studierenden nach den religiösen Bekenntnissen vorgenommen. Die C.-V.-Zeitung berichtet darüber: Die folgenden Zahle q beziehen sich nur auf Studierende jüdischen Glaubens, also nicht auf alle Nichtarier schlechthin. Im Winter 1933/34 waren an den deutschen Hochschulen insgesamt 102 007 reichsdeutsche Studenten immatrikuliert, und zwar 87 068 männliche und 14 939 weibliche; davon waren evangelisch...... 68 835 (67,48 v. H.), katholisch...... 30 656 (30,05 v. H.), jüdisch.......812 ( 0,80 v. H.). Aus der Zahl 812 ist zu ersehen, wie stark der jüdische Anteil am deutschen Hochschulstudium gesunken ist. Im ersten Halbjahr, in dem die Hochschulgesetzgebung in Kraft trat, ist die festgesetzte Richtzahl von 1,5 v. H. unterschritten worden, selbst wenn wir einige hundert Nichtarier nichtjüdischen Glaubens hinzurechnen. Eine nähere Betrachtung der Zahl 812 macht die Entwicklung noch klarer; von den 812 jüdischen Studenten waren 539 Männer und 223 Frauen, davon standen im ersten Semester nur 13 bzw. 3, zusammen also nur 16.. Sie machten 1,97 v. H. der Gesamtzahl aller jüdischen Studenten aus, während im allgemeinen 6,6 Prozent aller Studenten erste Semester waren, wobei freilich nicht unberücksichtigt bleiben darf, daß sich für manche arische Studenten durch den studentischen Arbeitsdienst, der für Juden nicht in Betracht kommt, der Beginn des Studiums auf das Wintersemester verschob. Den 812 Studenten im Wintersemester 1933/34 stehen im Winter 1932/33 4382 jüdische Studenten gegenüber; die Zahl hat sich also innerhalb eines Jahres um mehr als vier Fünftel verringert! In den meisten Fächern ist die Zahl der jüdischen Hörer auf weniger als ein Fünftel der Zahl des Vorjahres zurückgegangen. Bei den Juristen sogar auf mehr als ein Zwanzigstel dieses Jahres, in absoluten Zahlen ausgedrückt, von 952 auf 46 gesunken. Von diesen 46 Studenten der Rechtswissenschaften waren 38 Männer und 8 Frauen, die sämtlich ihr Studium vollendeten. Keiner stand im ersten Semester. Etwas günstiger liegen die Zahlen der Mediziner (366 gegenüber 1916) und Zahnmediziner (97 gegenüber 349). Zeitungskunde, ein Fach, das 1932/33 noch immerhin 16 Juden als Hauptfach belegt hatten, hörte im Wintersemester 1933/34 kein jüdischer Student mehr. Diese knappe auszugsweise Uebersicht aus den Zahlen der neuesten Hochschulstatistik zeigt deutlich, wie rasch sich die Ariergesetzgebung auf dem Gebiet des Hochschulstudiums ausgewirkt hat. Feine Damenwäsche bei Elegante Morgenröcke 11/JJT7I CD Moderne Handschuhe Ubltflilill Preiswerte Strümpfe Goefhestr. 16 am vorteilhaftesten Tel. 22930 Herrenhemden nach Maß Anfertigung von Herrenhemden, Schlafanzüge, auch bei Stoffzugabe BernhardGrünebaum Röderbergweg 41. Tel. 43461 Linoleum, Kokos, Rollos Rolladen repara füren Berthold DamMtsch Schlllersftasse 15 (kein laden), Telefon 28168 wmmraMhm Das Haus der Billigen Preise Solomon & Co. G. m. b. H. Kronprinzanstrasse 21 SPEZIALITÄTEN: Unterkleidung Strumpfwaren Wäsche für Damen u. Herten Kleiderstoffe Bettstoff», Koltern Strickwolle, Kurzwaren Usa INHABER: LUDWIG GRONTHAL REINECKSTR-21 E. 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