Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 13 (1934-1935)
- Issue
- 1 (9.1934)
- Date
- 1934-09-01
- Page
- Seite 17 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 17 gen Reichsbehörde beantragt, eine Anzahl von provinziellen Stellen des Palästina-Amtes als Zweigstellen anzuerkennen. Daraufhin hat der Reichsminister des Innern durch Erlaß vom 12. Juli 1934 (TV* 6042 11/7) im Einvernehmen mit dem Auswärtigen Amt und nach Benehmen mit den zuständigen Landesregierungen achtzehn Zweigstellen des Berliner Palästina-Amtes „hinsichtlich der Beratung jüdischer Auswanderer nach Palästina" als gemeinnützig anerkannt und die für die Leitung dieser Stellen seitens des Palästina-Amtes vorgeschlagenen Berater als solche bestätigt. — Das Palästina-Amt der Jewish Agency in Berlin teilt mit: Das Reiehssteuerblatt vom 6. August 1934 bringt einen Erlaß der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung, der sich mit dem Paläst.ina-Transfer beschäftigt. Dieser Erlaß eröffnet vor. neuem auch dem Nichtauswanderer die Möglichkeit, zwecks späterer Errichtung einer Heimstätte Kapital nach Palästina zu transferieren. Es können nunmehr diejenigen Interessenten befriedigt werden, die nach Erschöpfung des ersten Kontingents entsprechende Anträge gestellt und die im Erlaß vorgesehene Bescheinigung des Palästina-Amts erhalten haben. — Die Bundesleitung des Bundes Deutsch-Jüdischer Jugend teilt mit: In den ersten August-Tagen hatten sich Führer der Jüngerenschaft dts Bundes Deutsch-Jüdischer Jugend aus dem ganzen Reich auf dem märkischen Gute Winkel zu einem Schulungslager zusammengefunden. Das Lager, das unter der Leitung Günter Friedländers stand, war das erste Reichstreffen, das der Bund seit seiner Lehnitzer Gründungstagung im Dezember des vorigen Jahres veranstaltete. Führende Persönlichkeiten aus dem deutsch-jüdischen Kreis waren geladen, sprachen vor der Jugend und suchten mit ihr die Auseinandersetzung. Rabbiner Dr. Igiiaz Maybaum, Dr. Alfred Hirschberg, Dr. Werner Rosenstock, Dr. Werner Simon, Dr. Eva Reichmann-Jungmann. — Der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Unterricht veröffentlicht den Wortlaut eines von ihm mit dem Jugendführer des Deutschen Reiches abgeschlossenen Abkommens über die Erziehung der Schuljugend im nationalsozialistischen Staat. In diesem Abkommen wurde der Samstag als schulfreier Tag für die der Reichsjugendführung unterstellten Schüler bestimmt. In Punkt 6 heißt es: „Die nicht der Hitler-Jugend-Bewegung angehörigen Schüler und Schülerinnen haben am Samstag pflichtmäßigen Unterricht. Dieser Unterricht soll nach einem festzulegenden Lehrplan in mindestens zwei Unterrichtsstunden den Schülern und Schülerinnen das nationalsozialistische Gedankengut nahebringen. Die nichtarischen Schüler sind von diesen Stunden befreit. Die Schulaufsichtsbeamten haben bei ihren Besuchen der Anstalten diesem Unterricht besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden." — Die Pressestelle der Reichsvertretung der deutschen Juden teilt mit: „Auf einer großen Jugendkundgebung im Rahmen einer Kiüturwoche der Hitler-Jugend hat der Gauleiter und Staatsrat Herr Grohe scharfe Angriffe gegen das Judentum gerichtet. Hiergegen hat sich der Reichsausschuß der jüdischen Jugendverbände in einem Schreiben an den Herrn Reichsjugendführer gewandt." — Der Reichsausschuß der jüdischen Jugendverbände, die Spitzenorganisation der gesamten jüdischen Jugend in Deutschland, veranstaltete auf dem Sportplatz der Berliner Jüdischen Gemeinde sein erstes Sportfest, das die organisierte jüdische Jugend Berlins, soweit sie dem Reichssausschuß angehört, vereinigte. Unter Vorantritt der Fahnenabteilung zogen die Bünde in die Kampfbahn ein. Es war ein eindrucksvolles Bild, das diese fast dreitausend Jugendlichen boten. — Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten hat ein vorläufiges Verzeichnis der von ihm geschaffenen Wanderunterkünfte herausgegeben. Das Verzeichnis wird Mitgliedern des Bundes und anderen Interessenten gegen Uebersendung eines Freikuverts (Porto 4 Rpf.) übermittelt. — Unter außerordentlich starker Beteiligung fand am 24. Juli auf dem Friedhof der Adaß Jisroel- Gemeinde in Berlin-Weißensee die Beisetzung des am 22. Juli (Tischa b'Aw) verstorbenen Leiters des Berliner Rabbiner- Seminars, Dr. Meier Hildesheimer, statt. — Der ehemalige Vorsitzende des Engeren Aktions - Komitees der Zionistischen Organisation und Leiter des landwirtschaftlichen und botanischen Instituts in Palästina, Prof. Dr. Otto W a r b u r g, feierte am 20. Juli in Berlin, wo er sich vorübergehend aufhält, seinen 75. Geburtstag. — Frankfurt a. M. Der Opernregisseur Hermann Geiger, der soeben eine erfolgreiche Tournee nach Südamerika beendet hat, wo er in Buenos-Aires (Teatro Colon) und Montevideo die Spielleitung für Gastspiele eines Mailänder Opern- Ensembles führte, wurde als Oberspielleiter der Oper an das Stadttheater in Troppau verpflichtet. — Der bisherige Chefarzt der Röntgenabteilung des Krankenhauses der Israelitischen Gemeinde Frankfurt a. M., Dr. Albert Oppenheim er, wurde als Professor der Röntgenkunde an die Amerikanische Universität in Beirut (Syrien) berufen. Er hat den Ruf angenommen und nimmt seine Vorlesungen am 1. Oktober auf. — Kassel. Die Mittels teile für jüdische Erwachsenenbildung de*- Reichsvertretung der deutschen Juden veranstaltete vom 12. bis 15. August eine Lernzeit in Kassel. Einleitend sprach auf einer Veranstaltung des Jüdischen Kulturbundes in Kassel Dr. Ernst Simon über „den Weg der Bibel". Es fanden Kurse über Einleitung in die jüdische Geschichtsliteratur, über das erste Kapitel der Genesis im Lichte der Uebersetzungen und Kommentare und über die Bibel in der Weltkultur statt. Für die Lehrer und Jugendführer wurden zwei Sonderbesprechungen über die Kleingemeindearbeit abgehalten. Außerdem wurde mit den Jugendlichen und Jugendführern eine Aussprache über Jugend und Tradition veranstaltet und von Dr. Ernst Simon zwei Musterheimabende durchgeführt. — Köln. Der Gauwirtschaftsberater der NSDAP, des Gaues Köln-Aachen teilt im „Westdeutschen Beobachter" mit: „Es besteht Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß die grundsätzliche Einstellung der NSDAP, zur Warenhausfrage nach _ wie vor die gleiche ist, die auch im Programm der Bewegung eindeutig festgelegt ist. Es ist deshalb der Einkauf im Warenhaus mit wahrer nationalsozialistischer Gesinnung nicht zu vereinbaren. Diese Einstellung des Nationalsozialismus zur Warenhausfrage gilt für das Warenhaus schlechthin. Damit, daß gewisse jüdische Warenhäuser eine sogenannte Gleichschaltung vorgenommen haben, deren Wert zudem zumeist zweifelhaft ist, kann an der grundsätzlichen Einstellung selbstverständlich nichts geändert werden." Europa Ausland England. Im Unterhaus richtete am 30. Juli der Abgeordnete Paling an den Unterstaatssekretär für auswärtige Angelegenheiten, Captain R. Anthony Eden, die Frage, ob er mitteilen wolle, welche Antwort auf den Schritt des Oberkommissars für Auswandererhilfe erteilt worden sei, der die Regierung eingeladen habe, die Möglichkeit, einer entsprechenden Zahl von Ausgewanderten Niederlassungserlaubnis zu fln-u. Verkauf von Juwelen u. Silber aus Privatbesitz SeSteCke in echt?Silber7und versilbert TP3I1PII196 in modernen Formen ArmbandUhreiljn'allen Preislagen] BPÜIanfen auch stets Gelegenheiten KUltllSgegen$tände für Synagogeu. 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