Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 12 (1933-1934)
- Issue
- 11 (7.1934)
- Date
- 1934-07-01
- Page
- Seite 440 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 440 jenig-eu. die aus Deutschland Auswandern wollen. Der Hilfsverei'.i steht auf dem Standpunkt, daß die deutschen Juden in ihrer Heimat, deren Schicksal das ihrige ist, in der Hoffnung auf ein würdiges Weiterleben ausharren wollen. Erscheint es aber deutschen Juden aus wirtschaftlichen Gründen und der Zukunft der Kinder wegen unmöglich, in Deutschland zu bleiben, und ergibt sich infolgedessen eine wirtschaftliche und ideelle Notwendigkeit zur Auswanderung, so legt der Hilfsve-reiu größten Wert darauf, daß diese sorgfältigst vorbereitet wird. Der Hilfsverein betrachtet es als seine Pflicht, denen, die den schweren Entschluß gefaßt haben, ihr Vaterland zu verlassen, bei der Gründungeiner neuen Existenz zu helfen." — Die Mitte Juni erschienene Nummer des Israelitischen Familienblattes einhält als Sonderbeilage eine Broschüre ..Ritualmord.?", in der der Oberrabbiner Dr. Joseph Carlebach-Altona eingehend zur Piitualmordbesch.uluigung Stellung nimmt. — In dem ersten R e i c h s b e r u f s w e 11 k a m p f für den Nachwuchs aus allen handwerklichen Berufen wurden aus dem gesamten Baugewerbe ca. 5X0 Lehrlinge in die engere Wahl gestellt. Von diesen hat der bei dem Vorstandsmitglied des Vereins selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens e. V.. Töpfermeister M. Kramarski seit dem 1. April 1933 als Töpferlehrling' beschäftigte Erich Lüdke die zwei eisten Preise errungen. — Anläßlich des 50. Geburtstages Kurt B 1 u m e n f e 1 d s veröffentlicht die Jüdische Rundschau eine Reihe von Würdiglingen seiner Persönlichkeit und seines Wirkens aus der Feder führender Männer der zionistischen Bewegung und des deutschen Judentums. — Die Beisetzung des Voisitzenden der Jüdischen Reformgemeinde, Paul P i n k u s , fand unter starker Beteiligung auf dem Jüdischen Friedhof in Weißensee statt. — Der Vorstand der Jüdischen Reformgemeinde hat durch einstimmigen Beschluß Heim San.-Rat Dr. Peiser als Nachfolger des verstorbenen Vorsitzenden Paul Pincus zum Vorsitzenden der Jüdischen Reformgemeinde gewählt. — In der letzten Sitzung der ..Gesellschaft für deutsche Literatur" widmeten der Vorsitzende Prof. Dr. Max Hermann und Geh. Studienrat Dr. Johann Bolte dem vor kurzem verstorbenen Musikforscher Prof. Max F r i e d 1 ä n d e r ehrende Worte des Gedenkens. — Frankfurt a. M. Der junge Frankfurter jüdische Physiker Dr. Manfred Mannheimer, der im letzten Jahre viel durch seine Erfindung des Wolkenprojektors in der wissenschaftlichen und technischen Welt von s'ch reden machte, ist jetzt an die Yale University in Newhaven (Connecticut) berufen worden. — Der bekannte' Schriftsteller Moritz Goldschmidt ist im Alter von öS Jahren gestorben. Goldschmidt, der mit zahlreichen Aphorismensammlungen. mit Novellen und einigen Theaterstücken heivonretreten ist. entstammte einer alten Frankfurter Familie. — Hainburg. Am 29. Mai verstarb in Hamburg der langjährige Oberrabbiner des Deutsch-Israelitischen Synagogen- ATerbandes. Dr. Samuel Spitzer, im 63. Lebesjahre. — Die Pressestelle der Reichsvertretung der deutschen Juden teilt mit: In verschiedenen ausländischen Blättern wird die Nachricht verbreitet, daß die Hamburger Jüdische Gemeinde die Synagoge K o h 1 h ö f e n unter Druck behördlicher Stellen verkauft hätte, so daß dieser Verkauf als eine Enteignung angesehen werden müsse. Zur Richtigstellung dieser unwahren Behauptungen teilt uns die Deutsch-Israelitische Gemeinde Hamburg folgendes mit: „Die im Jahre 1859 erbaute Synagoge liegt in dem sogenannten Sanierungsgebiet der Stadt Hamburg. Weder von seiten der Behörden', noch von irgendeiner anderen Stelle ist auf uns irgendwelcher Druck zum Verkauf des Gotteshauses ausgeübt worden. Im Gegenteil haben wir uns schon wiederholt bemüht, die Synagoge zu verkaufen, weil der größte Teil der Hamburger Juden heute andere Wohngegenden aufgesucht hat und die Synagoge aus diesem Grunde und auch wegen ihres baulichen Zustandes alljährlich große Zuschüsse (•rforderte. Die Gemeindebehörden haben völlig aus eigener Entschließung dem Staate das Grundstück verkauft. Dabei ist vereinbart woiden, daß der Grundstein, das Gestühl und alles auf den Gottesdienst bezügliche bewegliche und eingeb-iute Inventar Eigentum der Gemeinde bleibt und von ihr vor Ab-, bruch des Gebäudes entfernt werde." — Leipzig. Im Jüdischen Jugendheim tagte vom; 19. bis 22. Mai die von 21Ü Vertretern aus allen Teilen des Reiches beschickte Reichsführertagung der am 19. Februar 1933 aus der Vereinigmng von Brith Haonim und Kadimah hervorgegangenen Jugendgemeinschaft Habonim Noar Chaluzi. — Norderney. Das staatliche Nordseebad Norderney versendet an die Redaktionen der jüdischen Zeitungen folgendes Rundschreiben: „Obwohl wir bereits seit langer Zeit . stets darauf hingewiesen haben, daß der Besuch nichtarischer Gäste im staatlichen Nordseebad Norderney nicht erwünscht ist, werden aus diesen Kreisen in letzter Zeit wiederholt Versuche unternommen, die Genehmigung für einen Kuraufenthalt, auf Norderney zu bekommen. Im Interesse aller Nichtarier bitten wir Sie, in Ihrer Presse darauf hinzuweisen, daß es zwecklos ist und nur unnötige Kosten verursacht, wenn von diesen Personen eint Reise nach Norderney unternommen wird." — Stuttgart. In Württemberg wird in Zukunft an den höheren Schulen kein israelitischer Religionsunterricht mehr erteilt. Jedoch bleibt es der israelitischen Religionsgemeinschaft unbenommen, diesen Unterricht von privater Seite geben zu lassen. Irgendwelche Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln werden hierzu nicht gewährt. — Worms. Die von der Israelitischen Religionsgemein.de Worms anläßlich des 900jährigen Bestehens ihrer Synagoge am 3. Juni im Kreise ihrer Gemeindemitglieder abgehaltene Weihestunde nahm unter. Teilnahme des Vorsitzenden der Reichsvertretung der deutschen Juden, Ratobiner Dr. Leo Baeck, sowie zahlreicher Vertreter jüdischer Gemeindeverbände und Gemeinden einen erhebenden Verlauf. Vorstand und Rabbinat der Gemeinde hatten: Uhren - Goldwaren Goldmann Zeil 8, Telefon 22277 Werkstätte sämtlicher Reparaturen Ditillnn nur von dem einzigen jüd. Dl UlKU Fachgeschäft der Stadt gjf^Niscbweiie XlDHir~^^ Bl«lehstrasse19 « am Peterstor Tel. 21211. n2£'Prossen. Ausführung aller Bezeple Cafe des Westens Frankfurt am Main, Leipzigerstrasse 26 TELEFON 77178 Schattiger Garten Kap. Fred Classen