Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 12 (1933-1934)
- Issue
- 5 (1.1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 205 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 205 Lasso Kinder ein, die sich durch Lieder, Gedichte und Tänze aus der Schlinge zu ziehen wußten. Später erzählte der „Lebende Chanukkah- Leuchter" (Text von Irma Dresdner, von 9 Knaben vorgetragen) seine Geschichte, wobei die von Kindern des J. F. B. gefertigten Leuchter zur Geltung kamen; eine Ausstellung von selbstgebastelten Arbeiten zierte die Wände. Chanukkah-Feier Am 16. Dezember fand im vollbesetzten Trausaal der Westend- Synagoge eine Chanukkah-Feier statt. Den Besuchern bot sich ein reizendes Bild. Mit unendlicher Mühe und Liebe hatte die Lehrerin Fräulein Paula Rosenbauni die Feier vorbereitet: 50 Kinder im Alter von 7 bis 13 Jahren, Knaben und Mäddien, sprachen, tanzten, spielten und sangen, meist in reizenden Kostümen. Die Feier wurde ein wirkliches Chanukkah- . Erleben für Große und Kleine. Es fehlte denn auch am Schluß nicht an Beifall für die Leiterin und -ihr tüchtiges Ensemble. Chanukkah-Kindernachmittag im Jüdischen Turnerbund Die diesjährige Chanukkahfeier gestaltete sich zu einer cindrudcsrollen und würdigen Veranstaltung. 250 Jugendliche erfreuten sich bei Kakao und Kuchen an den turnerischen Vorführungen. Hierbei wurde bewiesen, daß in der Schule des J. T. B. unter der bewährten Leitung von Sitta Golde und Moritz Reich gute körperliche Erziehung geleistet wird. Ein gemischter Chor unter der vorzüglichen Leitung von Dr. Ehrenreich trug viel zur Verschönerung der Festlichkeit bei. Werbesportfest des Sportvereins „Schild" Der Turn- und Sportverein „Schild" hat im „Saalbau" ein großes Werbesportfest veranstaltet. 1800 Gäste füllten den Saal, der ein festliches Bild bot. Der große Aufmarsch führte 14 Abteilungen der Sportler in schmuckem Dreß nach der Bühne. Herr Gert Blumenfeld begrüßte die Versammlung mit einem Vorspruch. Die jüdischen Sportler, die zuerst durch die Ausschaltung aus ihren früheren Vereinen für einen Augenblick mutlos geworden waren, hätten sich nun wieder gefunden .und im Turn- und Sportverein „Schild" eine Heimstätte für die erfolgreiche weitere Ausübung der verschiedensten Sportarten gewonnen. Der Führer des Vereins, Herr Dr. Walter Rosenfeld, erzählte, wie sich der Turn- und Sportverein „Schild" aus kleinen Anfängen zu seiner heutigen Bedeutung entwickelt habe. In bunter Folge zeigten dann alle Abteilungen des Vereins Darbietungen, die das bedeutende Können unter Beweis stellten. Die Leistungen fanden durch die gezeigte Kraft, Eleganz und Korrektheit der Ausführung immer wieder von neuem begeisterten Beifall. Das größte Erstaunen aber riefen die ganz außergewöhnlichen Leistungen der Schwerathleten hervor. Derart hervorragende Darbietungen hatte keiner der Gäste erwartet. Als Seligmann beim beidarmigen Stoßen die Bestleistung des deutschen Meisters erreichte, war des Jubels kein Ende. Den Höhepunkt des Abends bedeutete die Uebergabe der von der Fechtgruppe des Vereins dem „Schild" gestifteten neuen Fahne. Der Zweck der Veranstaltung, ein Bild von dem hohen Stand der sportlichen Leistungen aller im Turn- und Sportverein „Schild" zusammengefaßten jüdischen Sportler zu geben, ist voll und ganz erfüllt. Jüdischer Turnerbund In verstärkter Form hat der Winter-Turnbetrieb im Jüdischen Turnerbund eingesetzt. Die Kurse für Knaben und Mädcheti, Damen und Herren sind unter Leitung bewährter Lehrkräfte gut besucht. Auch die Fußball-Abteilung der Schüler hat großes Interesse gefunden. Der Jugend unserer Gemeinschaft ist Turnen und Sport Stärkung für Körper und Seele in Notzeit. Die körperliche Ertüchtigung neben dem Schulbesuch und der Vorbereitung für den Beruf ist heute nötiger denn je. Die Treue zur jüdischen Tradition gewährleistet ein einheitliches, geschlossenes Milieu und ein im Rahmen des Judentums sich abspielendes •Vereinsleben auch außerhalb der Turnstunden im Heim und bei Wanderungen. Anschrift des Bundes: Adolf Fiebermann, Rückertstraße 47. Auftreten eines jüdischen Vortragskünstlers Vor einem dankbaren Publikum trat zwischen Konzertstücken einer jüdischen Kapelle Erich Rawitz-Riwatz auf, der Ernstes und Heiteres eigener Produktion wiedergab. Er ist ein vom. Leben hart geformter Mensch, der seine Erlebnisse in schlichter Weise in Worte zu fassen sucht. Trotz allem Pessimismus klingt aus seinen Darbietungen ein „Dennoch". Man möchte dem Künstler wünsdien, daß sich einmal Gelegenheit gebe, ihn auch in anderem Rahmen zu hören. L. B. Gedächtnisfeier für Hugo Frankel Bei unserem Bericht über die Gedächtnisfeier für Hugo Fränkel ist durch ein Versehen des Setzers die Erwähnung des Herrn Oberkantors G r o s z von der Synagoge am Börneplatz ausgefallen, der durch den Vortrag eines Psalms zu Beginn und ein El mole rachamim am Schluß den musikalischen Rahmen für die Feier schuf. Vereins- und Versammlungskalender (Mitteilungen für die nächste Nummer müssen spätestens am 30. Januar bei der Schriftleitung vorliegen.) Dienstag, 16. Januar „Iii" Jugendgemeinschaft für fortschrittliches Judentum. Vortrag über „Die Bedeutung der Religion für jüdische Lebensgestaltung", von Rabb. Dr. Salzberger. Freie Arbeitsgemeinschaft. Vortrag über „Meine Palästinareise im Herbst 193V. von Dr. S. ß. Esdiwege, Sitzungszimmer der Weslendsynagoge, 21 Uhr. Mittwoch, 1". Januar Verein Montefiore E. V. Vortrag über „Kunst und Gesellschaft", von Dr. Hermann Gundersheimer. Jugendheim, 20.45 Uhr. Jüdischer Jugendbund. Vortrag über „Die Lage des jüdischen Arbeitnehmers" von Dr. Wolfgung .Matzdorff, Jugendheim, 21 Uhr. Montag, 22. Januar Gesellschalt für jüdische Volksbildung. Vier-Kantoren-Abend, voraussichtlich in der Westeudsynagoge, 20 Uhr. Dienstag. 23. Januar „Ui." Vortrag über „Wege und Auswege der jüdischen Jugend in Deutschland", von Dr. Wolfgang Matzdorff. Freie Arbeitsgemeinschaft. Vortrag über „Die Entwicklung der hebräischen Sprache", von Prof. Dr. G. Weil, Sitzungszimmer der Westendsynagoge, 21 Uhr. Mittwoch, 24. Januar Verein Montefiore E. V. Vortrag über „Weg und Wille der jüdischen Jugend in Deutschland", von Dr. Wolfgaug Matzdorff, Jugendheim, 20.45 Uhr. Jüdischer Jugendbund. Vortrag über „Berufsumschichtung auf Grund persönlicher Eindrücke in Palästina", von Dr. Max Michel, Jugendheim, 21 Uhr. Donnerstag, 25. Januar Ortsgruppe des Jüdischen Frauenbundes. Arbeitssitzung, Hans- Handwerk-Struße 5, 16y2 Uhr. Samstag, 27. Januar Gesellschaft für jüdische Volksbildung. Abend Frankfurter Komponisten. Großer Saal der Frankfurt-Loge, 20 Uhr. Dienstag, 3a. Januar „Iii." Vortrag über „Rasse", vom biologischen Standpunkt gesehen. Freie Arbeitsgemeinschaft. Vortrag über „Auge um Auge, Zahn um Zahn", von Rabb. Dr. Horovitz, Sitzungszimmer der Westendsynagoge, 21 Uhr. Mittwoch, 31. Januar Verein Montefiore E. V. Vortrag über „Gedanken zur jüdischen Lage", von Dr. Eugen Stern, Jugendheim, 20.45 Uhr. Jüdischer Jugendbund. Musikalischer Abend, Jugendheim. 21 Uhr. Gesellschaft für jüdisdie Volksbildung. Chamisdioh Osor B'Schwat- Feier für Sdiulkinder und Erwachsene, Frankfurt-Loge, 1? Uhr. Dienstag, 6. Februar Jüdischer Jugendbund. Vortrag Uber „Jüdische Kultur und Palästina" von M. Kaczalski, Jugendheim, 21 Uhr. Mittwoch, 7. Februar Verein Montefiore E. V. Vortrag über „Jüdische Kulturprobleme der Gegenwart", von Dr. Hans Epstein, Jugendheim, 20.45 Unr. vom 15. November 1933 bis 15. Dezember 1933. Veränderungen im Personenstand vom 15. November 19:*3 bis 15. Dezember 1933 Bar m izwa-Fei ern Synagoge am Börneplatz: Samuel R o s i n e r , Mainstraße 23 — Ernst E 11 i n g e r , Langestraße 31. Hauptsynagoge: Hellmut Rainer, Habsburger-Allee 37 — Hans Neumann, Forsthausstraße 89 — Heinz Baer, Vogelsbergstraße 19 — Kurt Julius Löwenstein, Gwinnerstraße 19. Westendsynagoge: Karl Heinz Strauß, Bettinastraße 45 — Wilhelm Kanter, Varrentrappstraße 67 — Kurt Rosenthal, Beethovenstraße 21 — Hans Goldbeck, Hammanstrafie 8. Synagoge Bockenheim: Helmut Eckert, Ebersheimstraße 5. Synagoge Unterlindau: Walter Strauß, Fürstenbergerstrafie 171 — Fritz Worms, Böhmerstraße 15. herein sur Meuernng Dieilger ifrael. Sürgerätö^ter -<Z. 8.- Sie SBergebung einer S9rautau§fteuer au§ her DrenfuäsSeibete'fdjen 5Iu3fteuerungäs£tiftung finbet bemnäd)ft ftatt. Sur Seroerbung finb nad) ben Satjungen ber Stiftung juQelaffen: 1. iKadjfommen ber ©Itern ber Stifter: $\aac unb :3ubitfjf> 2)renfu^ geh. Serntjeim au§ Sierentj im ©tfafj unb Sütofe» unb SBunte Sfdbelä geb. Spfeiffcr aus SBürjburg. 2. §iefige SürgerStöcqter, bie ben Sebingungen bet §§ 1 unb 2 ber Sagungere unfereS Stereinä entfp>-ed)eu. Stnmelbuhgen Gaben bei £ertn SSBotfgang Sluerbad), £ter, ®eroinu3ftr. 10 Biö fpäteftenä 10. Sebruar 1934 ju erfolgen. Sranffurt o. 2H., ben 10. Sfanuar 1934 ©er SorftanD.; — S. HOLLANDER WERKSTÄTTE FÜR STEIN ARBEITEN GRABMÄLER LEO HOROVITZ Bildhauer and Ziseleur ECKENHEIMER LANDSTR. 127 FERNSPR. 52014 ■■■■■■B^BHBHi