Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1933-08-01 · 12 (8.1933) · p. Seite 323

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
11 (1932-1933)
Issue
12 (8.1933)
Date
1933-08-01
Page
Seite 323 (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3094266-3094386-3094398--3681-3098460
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seite 323 Gemeindebibliothek Bücherausleihe: Montag bis Donnerstag 12—13 und 16—17 Uhr; Freitag 12—13 Uhr. Lesezeiten: April bis September: Samstag: 1034—13, 15fcr-18 Uhr; Dienstag: 19—21 Uhr; Donnerstag: 19—21 Uhr. Museum jüdischer Altertümer und Rothschild-Museum Oeffnungszeiten: Montag bis Freitag von 15 bis 16 Uhr. Führungen: Mittwoch nachmittag, 16% Uhr; Voranmeldung bei Frl. Posen, Fahrgasse 146, Tel. 27544, oder bei Frau Elli Meyer, Böhmerstraße 13, Tel. 58813. Teilnahmegebühr pro Person Rm. 1.—. Schluss der amtlichen Anzeigen Jüdische Chronik Deutschland Die Stadt Alienstein hat auch in diesem Etatjahr für den jüdischen Religionsunterricht an drei Schulen eine größere Summe bewilligt. — Nach dem neuen Beamtengesetz dürfen in Zukunft Personen niditnrisdier Abstammung weder Beamte des Reichs, noch der Länder, Gemeinden, Gemeindeverbände, Körpersdiaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts werden, ebensowenig Arier, die mit Personen nichtarisdier Abstammung verheiratet sind. Ferner sind Beamte arischer Abstammung, die mit einer Person niditarischer Abstammung die Ehe eingehen wollen, zu entlassen. — Die jüdischen Arbeitnehmer sollen, wie von allen Organisationen der Nationalsozialisten, so audi besonders von den Verbänden der Deutschen Arbeitsfront, ausgesdilossen sein. — Bei der Städtischen Krankenversidierungsanstalt sowie bei den Kliniken und Heilstätten besteht freie Arztwahl nur unter reichsangehörigen Aerzten arischer Abstammung. Bei den Privatkassen dürfen in Zukunft die jüdisdien Aerzte nur die nichtarisdien Mitglieder der Kassen behandeln. Ferner dürfen die jüdischen Patienten, die von der Stadt unterstützt werden, dem jüdisdien Krankenhaus nicht mehr zugewiesen werden. — Nach einem Besdiluß des Vorstandes der Anwaltskammer gilt eine Bürogemeinsdiaft zwisdien arischen und nichtarischen Anwälten als standeswidrig. — Einer großen Anzahl jüdischer Notare, u. a. dem Vorsitzenden des „Centraivereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens", Dr. Julius Brodnitz, sowie dem früheren Herausgeber der „Juristischen Wodiensdirift", Justizrat Dr. h. c. Magnus, wurde das Notariat entzogen. In den Ruhestand wurden 43 jüdische Richter, Staatsanwälte und Assessoren versetzt. — Von den Gerichten sollen in Zukunft keine Juden mehr zu Sadiverständigen und nichtarisdie Rechtsanwälte nicht mehr zu Armenanwälten und Konkursverwaltern bestellt werden. — In einem Rundschreiben fordert der „Reichsverband der Deutschen Hausfrauenvereine" die ihm unterstellten Vorstände und Ausschüsse auf, Jüdinnen zum Austritt zu veranlassen. — Nach einer Mitteilung des „Berliner Tageblatts" soll ein „Reidisverband diristlich-deutscher Staatsbürger nichtarisdier oder nidit rein arisdier Abstammung" gegründet werden. — Die Reichsvertretung der deutschen Juden und die Berliner jüdisdie Gemeinde protestierten in einem Telegramm an Lord Melchett, der vor einiger Zeit wieder zum Judentum übergetreten ist, aufs schärfste gegen den vom Wirtschaftskongreß, der in den nächsten Tagen stattfinden sollte, geplanten antideutschen Boykott. — Der „Reichsbund jüdischer Frontsoldaten" hat seit einigen Monaten einen Zuwachs von 1700 Mitgliedern zu verzeichnen. — Rabbiner Dr. Jakobovits wurde zum Gemeinderabbiner an der Synagoge Kottbuser Ufer gewählt. — Der preußisdie Unterrichtsminister hat den Direktor des Kaiser-Friedridi-Museums, Geheimen Regierungsrat Dr. Max J. Friedländer, von seinen Pflichten entbunden. — Dr. Heinrich Loewe, früher Bibliothekar an der Berliner Universitätsbibliothek, wurde als Stadtbibliothekar, Dr. Karl Sdiwarz, der bisherige Leiter des dortigen jüdischen Museums, als Direktor des Museums nach Tel-Awiv berufen. — Auch Theodor Wolff, der frühere Hauptschriftleiter des „Berliner Tageblatts", wurde aus dem Verein „Berliner Presse" ausgeschlossen. — Der badische Kultusminister hat die Auflösung sämtlidier jüdischer Studentenverbindungen verfügt. Europa Ausland Oesterreich. Dr. David Feuchtwang, der seit dem Jahre 1903 als Gemeinderabbiner in Wien und Inspektor für den jüdischen Religionsunterricht an den Wiener Mittelschulen wirkt, wurde an Stelle des verstorbenen Professor Chajes zum Obeirabbiner von Wien ernannt. Schweiz. Auf Antrag des Präsidenten der Baseler Jüdischen Gemeinde und des Sdiweizerischen Israelitischen Gemeindebundes, Jules Dreyfus-Brodsky, war von dem Strafgerichtspräsidenten von Basel-Stadt die Verbreitung der antisemitischen Broschüre „Protokolle der Weisen von Zion" verboten worden. Bei einer polizeilichen Haussuchung im Lokal der Baseler Ortsgruppe der antisemitischen „Nationalen Front" wurden 761 Exemplare beschlagnahmt. Holland. Das „Hilfskomitee für deutsdie Juden" in Amsterdam gibt wöehentlidi 15 000 holländische Gulden für Wohnung und Beköstigung von über 1000 jüdisdien Flüchtlingen aus Deutschland aus. — Das „Komitee für jüdische Interessen" will während der Sommermonate 400 jüdische Kinder aus Deutsdiland bei jüdischen Familien in Holland unterbringen. — Im Alter von 74 Jahren verstarb A. H. Edersheim, der ehemalige Präsident der aschkenasisch-jüdischen Gemeinde im Haag. Frankreich. Kürzlich wurde in feierlicher Weise den ostjüdischen Kriegsfreiwilligen eine Fahne übergeben. — Wegen Beleidigung der jüdischen Kriegsveteranen ist der bekannte französische Parfümeriefabrikant Francois Coty, der Eigentümer der Zeitung „Ami du Peuple", zu einer Geldstrafe von 100 Francs verurteilt worden. — Die französische Akademie der Wissenschaften hat Professor Einstein zu ihrem Mitglied gewählt. Tschechoslowakei. Der Präsident der tschechoslowakischen Republik empfing eine Anzahl jüdisdier Persönlichkeiten der Tschechoslowakei, ii. a. den Brünner Oberrabbiner Dr. Julius Lewy. Hierbei wandte er sidi in scharfer Weise gegen den Antisemitismus und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Verständigung zwischen Juden und Nichtjuden immer größere Fortschritte machen werde. Griechenland. Die griechische Regierung hat eine Proklamation gegen den von der venizelistischen Opposition geschürten Antisemitismus erlassen; auch der Führer der nationalsozialistischen Partei verurteilte denselben in einem Telegramm an die nationalistische OrganilÜoiAauhieHaüf' Da ist's mit einem gewöhnlichen .Billig sein" nicht getan. — Wir haben viele Preise stark herab« gesetzt! Räumen Sie jetzt einf Sie kaufen sehr, sehr billig!

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.