Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 10 (1931-1932)
- Issue
- 1 (9.1931)
- Date
- 1931-09-01
- Page
- Seite 21 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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21 dent der Siebenbürger Orthodoxen Landeskanzlei und einer der angesehensten Rabbiner Transsylvaniens. Polen. In Warschau sind 80% der jüdischen Kleiderarbeiter arbeitslos. Russland. Auch in diesem Jahre organisiert die jüdische Sektion des Bundes der Gottlosen eine Kampagne gegen die Beobachtung der hohen jüdischen Feiert ä g e. Das Volksbildungskommissariat bezeichnet die Beteiligung an derselben als eine wichtige politische Aufgabe. — Die jüdische Bevölkerung von Biro-Bidschan beträgt 5846 Personen. Amerika New York. Dem , J e w i s h Theolog-ical S e m i n a - ry of America" wurde jetzt eine Abteilung für jüdische Literatur und Philosophie unter dem Namen ..Seminary College of Jewish Studies" angegliedert. — Im Alter von 64 Jahren verstarb Professor Dr. Lee K. Frankel. Vizepräsident der „Metropolitan Life Insurance Company". Frankel war einer der Führer des liberalen Judentums in Amerika und Mitbegründer der „Jewish Agency", auf deren letzten Council-Tagung er zum Mitvorsitzenden gewählt worden war. — Chicago. Der jüdische Philantrop Julius Rosenwald, der kürzlich seinen 70. Geburtstag feierte, stiftete 1 Million Dollar zur Errichtung einer Zahnklinik für Berliner Kinder. — Washington. Nach einer Mitteilung des Staatssekretärs für Arbeitswesen dürfen im Jahre 1931 nur 50 000 Personen in die Vereinigten Staaten e i n w a n d e r n. — Der amerikanische «Gesandte in Siam, David E. Kaufman, wurde zum amerikanischen Gesandten in Dänemark ernannt. Asien China. Der jüdische Offizier Morris Abraham Cohen in Kanton wurde von der chinesischen Regierung zum Genera Ibrigadier ernannt. Palästina Die Einnahmen der Palästina-Regierung in den Monaten Januar bis April 1951 betrugen 816 240 Pfund, die Ausgaben 724 59S Pfund. — In Palästina ist ein Rückgang der A r b e i t s 1 o s i ,g k e i t zu verzeichnen. — Nach einem Beschluss der Palästina-Regierung soll die Stadt Hebron sofort mit der Zahlung der über sie wegen der Massacres im August 1929 verhängten Kollektivstrafe beginnen. — Zum Nachfolger von Colonel Kisch in der Leitung der Palästina-Exekutive der Jewish Agency wurde der Arbeiterführer Dr. Chaim A r 1 o s o r o f f bestimmt. 80. Geburtstag. Am 26. September 1951 feiert Herr Moses Stern, Julius Heymanstrasse 6, in seltener Rüstigkeit seinen 80. Geburtstag. Sein Name ist untrennbar mit dem des grossen Philanthropen Charles L. Hallgnrten verknüpft, in dessen Privatdienste er nach zweijähriger Tätigkeit als Sekretär des Israelitischen Hilfsvereins im Jahre 1887 trat und als dessen getreuer Helfer er viel Gutes gewirkt hat. In reger Mitarbeit bei der Centrale für private Fürsorge hat er dazu beigetragen, der Wohlfahrtspflege Frankfurts den menschlich erfreulichen Stempel interkonfessioneller Haltung aufzuprägen. Auch bei der Gründung der Idiotenanstalt Idstein, des Ausschusses für Volksvorlesungen, des Notstandsausschusses im Jahre 1901, sowie bei der Gründung und Führung des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus hat er erfolgreich mitgearbeitet. Möge dem verdienten Jubilar noch manches Jahr frohen und gesunden Lebens beschert sein! Am 9. August konnte Herr Josef Oppenheim er, Baumweg 20, in voller Rüstigkeit seinen 80. Geburtstag begehen. 75. Geburtstag. Frau Hanna Elk, geb. Ewy, Röderbergweg 45, beging am 15. August in körperlicher und geistiger Frische ihren 75. Geburtstag.?0. Geburtstag. •Eine der bekanntesten Persönlichkeiten Frankfurts, Frau Henriette Fürth, konnte am 15. August ihren 70. Geburtstag feiern und wurde aus diesem Anlass vom Magistrat der Stadt Frankfurt in Anerkennung ihrer hervorragenden sozialen Leistungen durch Verleihung einer Ehrenplakette ausgezeichnet. Frau Fürth, die seit 1S85 unsere Mitbürgerin ist, betätigt sich seit mehr als einem Menschenalter in vielseitigster Weise auf sozialem und politischem Gebiet, sie ist eine der Begründerinnen der Mutterschutzbewegung, hat aber auch an .zahlreichen anderen Problemen unserer Zeit. z. B. der Bevölkerungspolitik und der Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten gearbeitet und war mehrere Jahre sozialdemokratische Stadtverordnete. Mit ihrer aktiven Betätigung verbindet sich eine umfangreiche literarische Produktion. Bei ihrer Arbeit für die Allgemeinheit fand Frau Fürth stets Zeit, sich für jüdische Angelegenheiten zu interessieren, auch das Gemeindeblatt darf sie zu seinen Mitarbeiterinnen zählen. Möge der hochgeschätzten und verdienten Frau an der Seite ihres Gatten und ihrer Kinder bis ins hohe Alter ihre unverwüstliche Tatkraft erhalten bleiben! Ihren siebzigsten Geburtstag konnten ferner in erfreulicher Rüstigkeit begehen: Am 31. August Herr Julius Pollack, Martin Lutherstrasse 61. Am 21. September Herr Ferdinand B i r k e n s t e i n. Westendstrasse 97. Arthur Sakheim Ein erschütternd früher Tod hat dem Leben und Wirken des Schriftstellers Dr. Arthur Sakheim. Regisseur und Dramaturg am Schauspielhaus Frankfurt a. M.. ein rasches Ziel gesetzt. Fr enstammte einer litauischen Familie, deren Name (..Sakheim" ist die Abkürzung der hebräischen Worte scia kodesch hemo d. h. heiliger Samen sind sie) u. a. durch den Märtyrertod eines ihrer Vorfahren im Jahr 1660 der jüdischen Geschichte angehört. Eigene Familienei'innerungen verbanden ihn mit dem grossen Gaon Elia von Wilna. Dieses jüdische Erbgut hat Sakheim zeitlebens hochgehalten, die Beschäftigung mit der hebräischen Snrache und dem jüdischen Schrifttum war ihm stets eine Herzenssache. Es mutet heute wie ein tragisches Vorzeichen seines eigenen Todes an, dass er noch vor wenigen Wochen mit besonderer Hingebung die hebräische Grabschrift für seinen im vorigen Jahr verstorbenen Vater selbst verfasste. Zu seinem ausgebreiteten jüdischen Wissen trat eine erstaunliche Belesenheit auf allen Gebieten der europäischen Literatur, deren Haupfcsprachen er sämtlich beherrschte, und die er in zahlreichen literarischen Untersuchungen behandelte. Seine besondere Liebe aber gehörte dem Theater: in Hamburg, seiner zweiten Vaterstadt, hatte «r sich bereits als Regisseur der ..Kammerspiele" einen Namen gemacht, seit 1926 wirkte er an den Städtischen Bühnen in Frankfurt a. M.. für die er eine sehr resre und erfolgreiche Tätigkeit, u. a. als Herausgeber der Bühnenzeitschrift entfaltete. Sakheim hat neben seinen kritischen Arbeiten auch zahlreiche poetische Werke, Dramen, Gedichte und Romane verfasst. An dieser Stelle sei besonders auf sein Buch ..Das jüdische Element in der Weltliteratur" und a>uf das im chassidischen Milieu spielende Drama ..Der Zaddik". das im kommenden Winter hier aufgeführt werden soll, hingewiesen. Unser Gemeindeblatt verliert in Sakheim einen seiner geschätztesten Mitarbeiter. Noch wenige Tage vor seinem ^Verkalkung sowie ^**S£S2£?&ä^ Herz- und Mageosto j xhmunaen HeraS»-n «nd^rrf Oas ärztlich d zuveranerkannt beste unc ISig^e Mittel ist Oisarterort M--^_!> Ein reines Pflanzenpräparat aus: sativum — Viscum album Equisetum arv. Crataegus oxyac. in wohlschmeckender Trockenform. — Originaldosen nur in Apotheken erhältlich. Kostenlose ausfuhr) Broschüre durch. Pharm. Abtig. Gzinr.tina GmbH. 15 Obermainanta™. Frankfurt/M