Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 9 (1930-1931)
- Issue
- 11 (7.1931)
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 356 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3094266-3094360-3094371--2881-3097635- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
J56 Mittwoch, 15. Juli Jüdischer Jugendbund. Vortrag über „Die Frau als gestaltender Faktor in der jiddischen Poes i e" mit Gedichtproben aus drei Jahrhunderten von cand. med. Elias C Ii w e i d a n s k v, Esdiersheimer Landstr 65, 21 Uhr. Dienstag 21. Juli Jüd.-lib. Jugendgemeinsdiaft. Jüdischer Zeitbericht, Sitzungszimmer der Westendsynagoge. 20% Uhr. Mittwoch, 29. Juli Jüdischer Jugendbund. Vortrag über „D er Vinzenz F c 11 m i 1 c h - A u f s t a n d" von Otto Sichel, Esdiersheimer Landstr. 65, 21 Uhr. Encyclopaedia Judaica. Das Judentum in Gesdiidite und Gegenwart. 7. Bd. Gabirol-Hess. Verlag Eschkol A.-G., Berlin. — Dieser neue Band des grossen Werkes beweist mehr nodi als die früheren, dass sein Hauptwert weniger in den biographisdien Artikeln als vielmehr in den allgemeinen Abhandlungen religiös- und kulturgesdiiditlichen Inhalts liegt: soldie Abhandlungen sind widitige Beiträge zur jüdisdien Geistesgesdiichte überhaupt und werden für lange Zeit die Grundlage zu aller wissenschaftlidien Arbeit auf diesen Gebieten bilden. Von den Personal-Artikeln hätte mancher kürzer gefasst werden, mancher ganz wegbleiben können, dagegen ist wohl audi manche Persönlidikeit (z. B. Georg Hermann) zu kurz gekommen. Von bekannten und bedeutenden Namen finden sidi in diesem Bande u. a. Salonion ibn Gabirol, der grosse Diditer und Philosoph des 11. Jahrhunderts (mit umfangreidier Bibliographie), Claudius Galenus, der neben Hippokrates berühmteste Arzt des Altertums, Gamliel I. und Gamliel II., die bedeutenden Patriardien und Tannaiten, Gersonides, der nädist Maimonidas wohl bedeutendste und vielseitigste jüdisdie Wissensdiaftler des Mittelalters, als Mathematiker und Astronom, als Religionsphilosoph und Bibelkommentator gleidi .gerühmt. Aus der neueren Gesdiidite seien Abraham Geiger. Heinridi Grätz, Henriette Herz. Marcus Herz, Heinridi Heine. Theodor Herzl und Moses Hess hervorgehoben. Audi niditjüdisdie Persönlichkeiten, die eine tiefere Beziehung -zu Juden und Judentum gehabt, sind aufgenommen, wie Goethe und Herder. Von Frankfurter Männern sind kurz gewürdigt: Lazarus Geiger, der Sprachphilosoph. Hallgarten, der Philanthrop, Freiherr von Goldschmidt- Rothsdiild, der Sdiriftsteller Moritz Goldsdimidt und Midiael Hess, der erste Leiter des Philanthropins. Zur jüdisdien Lokalgesdiichte liefern u. a. die Artikel Halle, Hamburg, Hannover, Galiläa, Galizien aufsdihissreidie Beiträge. Widitige Teile der allgemeinen jüdisdien Gesdiidite werden behandelt in den umfangreidien Aufsätzen Gemeinde, Genealogie, Ghetto (mit Bildbeigaben), Grab (mit zahlreidien Illustrationen) Geonim, griediische und römisdie Schriftsteller über Judentum, Hellenismus. Für die Kulturgeschichte besonders wertvoll die Abhandlungen Handel und Handwerk (mit reichem statistischem Material). Zwei interessante Kapitel zur häuslichen Liturgie, Habdala und Haggada, sind mit zahlreichen Abbildungen von Gewürzbüdisen und mit Wiedergaben der schönsten Haggada-Illustrationen versehen, eine dankenswerte übersichtliche Darstellung. Der hebräischen Sprache ist eine ausfühilidie Darstellung (über 60 Spalten) gewidmet, die nicht nur die Entwicklungsgeschichte und Grammatik, sondern die Probleme der hebr. Sprache überhaupt (der biblischen und ausserbiblischen, auch der neuhebräischen), sowie des Stils, des Wortschatzes, der Uebersetzung behandelt. Von der Sprache des Gebets ist im Rahmen eines besonderen Artikels die Rede, der u. a. von Ursprung, Art und Inhalt, von Sinn und Wesen dieser religiösen Handlung das Wichtigste enthält. Für religionsgesdiiditlidie Kenntnis und Erkenntnis sind ausserdem bedeutsam die Artikel Gebräuche, Gesetz und Gesetzgebung, Halacha, Gnosis, jene vorchristlidie religiöse Bewegung des hellenistischen Ostens, die in mannigfache Wechselbeziehung zum Judentum jener Zeit trat, ferner Hermeneutik, die Auslegungskuaist, die — aus dem Bestreben entstanden, das Erbe der Vergangenheit, die hl. Schrift, auch für die Gegenwart lebendig zu erhalten — zu einer Grundlage der Exegese und Halacha geworden ist. Zum Bedeutsamsten in diesem 7. Bd. aber gehört die umfangreiche Darlegung über den Gottesbegriff (Spalte 548—596) in Bibel, in 'hellenistischer Literatur, in Talmud und Midrasch, in der Mystik, in der Religionsphilosophie von Maimonides über Spinoza und Mendelssohn, Lazarus und Steinthal bis auf Hermann Cohen. Hier wäre auch am Schluss des Artikels eine Zusammenstellung der Bibliographie erwünscht gewesen, denn die Encyclopaedia Judaica soll ja nicht nur Anregung bieten, sondern soll als Hilfsbudi für wissenschaftlidie Arbeit auf allen Gebieten jüdisdier Gesdiidite und Kultur dienen. Darin beruht ihr dauernder Wert. Die Ausstattung ist einwandfrei, die Abbildungen sind vorzüglidi. A. Ga. Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des J u d e n t u m s. Der Frankfurter Rabbiner G. Salzberger behandelt in dem einleitenden Artikel des April-Heftes die moderne Predigt mit besonderer Betonung der Synagogen-Predigt, jüdische Schulfragen behandelt ein instruktiver Aufsatz von Rotholz. Schirmann liefert mit dem Aufsatz „Eine hebräisdi-italienisehe Komödie des 16. Jahrhunderts" einen Beitrag zur Geschichte des hebräischen Dramas. A. Kober beweist mit einer Untersuchung über jüdische Studenten der Universität Duisburg im 18. Jahrhundert, dass lange vor Mendelssohn zahlreiche Juden Universitätsstudien betrieben haben. Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland. Das April-Heft enthält einen Aufsatz von A. Schmetzer über „Die Regensburger Judenstadt", worin zum ersten Mal genauere Angaben über diese alte Judensiedlung gemacht A^erden, deren Ursprünge Verfasser bis in das Jahr 330 zurückverlegt. H. Reissner setzt M@MM. WM Unerreicht vielseitig I Preiswttrdig! Für Diätküche geeignet! Teilzahlung E. HAGE & co Am Eschenheimer Tor 3 Chem. Reinigung :: Lagerung „Medruva" früher „Meders" Reparatur _ ■ EN T MOTTUNG Prucklufft-Teppich-Reinigung ^^essasLä^ CarOlUS 43922 Erstes o. ältestes Geschält am Platze B ergefStf. 149 Mottenerttmachen mit