Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 9 (1930-1931)
- Issue
- 10 (6.1931)
- Date
- 1931-06-01
- Page
- Seite 327 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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327 Gesehäftsjubiläum. Die -Metallge.se 11 schaft konnte in diesen Tagen ihr fünfzigjähriges Bestehen feiern. Es darf bei {liesein Anlass daran erinnert werden, class die hervorragenden Gründer dieses aus der Bankfirma Philipp A. Cohen hervorgegangenen weltumspannenden Unternehmens, Willi e Im Merton, Leo E 11 i n g e r und Zachary Hochschild aus der jüdischen Gemeinschaft hervorgegangen sind. Der Name Merton befindet sich noch unter den Unterschriften einer dem Rabbiner Dr. Leopold Stein 1880 überreichten Huldigungsaclresse, Hochschild gehörte als hervorragend aktives Mitglied dem Vorstand der Israelitischen Gemeinde an, auch Ellinger betätigte sich zeitlebens in intensivster Weise auf jüdischen Gebieten. Die Weinbreunerei A d 1 e r - S c h o 11, deren Alleininhaber seit 1905 Herr Max Wolf ist. konnte ihr fünfzigjähriges Geschäftsjubiläum begehen. Herr Wolf ist im Vorstand der Jüdischen Leihkasse, seine Gattin in der Jüdischen Haushaltungsschnle verdienstvoll tätig. Anstalten und Vereine Die „Isupa1* in Gefahr! Während der Inflationszeit hat das Wort „die Neureichen" sich bei uns eingebürgert. Man zeigte sie einander auf der Strasse, in den Vergnügungsstätten. Sie waren zählbar. Leider trifft dieser Begriff auf die Neuarraen nicht zu: täglich wächst ihre Zahl. Wenn sie können, verbergen sie sich. In einer unserer Frankfurter vorbildlichen jüdischen Wohlfahrtsstätten: der „Isupa", der seit 50 Jahren bestehenden Israelitischen Suppenanstalt, Theobaldstr. 5, kann man manche der ehemaligen Wohltäter, Erhalter dieser vorzüglichen Einrichtung, in einen Nebenraum geflüchtet, still bei ihrem Mittagsmahl linden. Die Mehrzahl der Hungrigen, Männer, Frauen, Kinder, wird in dem grossen Speisesaal verköstigt. Im Jahre 1929—30 verpflegte man hier 76 173 Personen; vom l. Januar bis Ende Februar 1951 allein 15 906 Personen, von denen 7110 auf Kinder entfielen. Auch zur Hort-Kinderspeisung trägt die Isupa täglich 40 Portionen ritueller Kost bei, wie sie auch mit Diätkost Wöchnerinnen und Kranke versorgt und Gefangenen, die wegen Passchwierigkeiten festgenommen sind, rituelle Speisung zuteil werden lässt. Damen der beiden jüdischen Gemeinden versehen ehrenhalber den Dienst des Austeilens, und ihre Gäste sind nicht etwa nur auf einen Teller voll von der kräftigen Kost angewiesen, sondern können sich vermittels eines zweiten und dritten Tellers wirklich sättigen. Mit der geringen Vergütung von zwanzig Pfennig pro erwachsene Person ist selbstverständlich nur ein sehr geringer Teil der Selbstkosten gedeckt; auch spricht mancher Hungrige vor, ohne selbst diesen geringen Entgelt leisten zu können. Mit wachsender Sorge sieht diese segens. reiche Anstalt, die aus der Reihe der Frankfurter jüdischen Wohlfahrtswerke nicht mehr wegzudenken ist, die Anzahl ihrer Förderer kleiner und kleiner werden. Wie viele Gemeindemitglieder setzen sich in gewohnheitsmässiger Sorglosigkeit täglich an den wohlversorgten Tisch, ohne derer zu gedenken, die bald in Verzweiflung um die vertraute Speisequelle in der Theobaldstrasse streifen werden ohne Hoffnung, ihren grausamsten Feind, den Hunger niederzuzwingen! Und diese vielen Satten könnten, ein jeder mit einer noch so geringen Gabe, der Isupa ihr segensreiches Dasein gewährleisten. Eltern blühender Kinder ist Gelegenheit geboten, durch Erwerb einer Karte, die in hübschen Rähmchen über das Bett ihres Lieblings gehängt wind, an dessen Geburtstage minder glückliche Kinder zu speisen. Zugleich leiten sie durch den täglichen Anblick dieses Kärtchens die soziale Erziehung ihres Kindes ein: es lernt, jDBlMIltf IDEAL MILCH isiMt^ haltbar gemachte Wuhmiltti, - aberabsolut keimfrei, besitzt hohen Rahmge- -v^'-<J . halt und ist steh von gleichbleibender Qualität. SENKflsr© M@[B>iJl WM ^tPB»^ Unerreicht vielseilla I B ■*■ —' Preis würdig! Für Diätküche geeignet! Teilzahlung E. HAGE & Co, Am Eschenheimer Tor 3 >N ULTRA-ZAHNPASTA sie macht die Zähne blendend weiß und beseitigt Mundgeruch spritzt nicht, ist hoch konzentriert, daher sparsamer. Kleine Tube 50 Pfg. ist für Sie die richtige MAX ELB A. G., DRESDEN