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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1931-02-01 · 6 (2.1931) · p. Seite 199

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
9 (1930-1931)
Issue
6 (2.1931)
Date
1931-02-01
Page
Seite 199 (sequence 21)
Language
German
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190 täter der breiten Massen waren, jetzt aber in von Jahr zu Jahr wachsender Bedrängnis heimatlos leben. Solchen beklagenswerten Menschen sucht der Verband durch Gewährung von Krediten zur Begründung einer neuen Existenz zu verhelfen. Auch macht er Frauen erwerbstätig, und den noch im Studium Befindlichen gibt er die Möglichkeit, ihre Studien zu beendigen. Eine weitere Aufgabe des Verbandes bildet die Fürsorge für notleidende Kranke, die von russischen Aerzten betreut und im Notfall durch seine Vermittlung in Berliner Krankenhäusern Aufnahme finden. KAnderfürsorge, Rechtsberatung und Veranstaltung von Vorträgen und Gottesdiensten ergänzen die Hilfstätigkeit in glücklicher Weise. Es ist dem Verband von ganzem Herzen zu wünschen, dass ihm auch aus deutsch-jüdischen Kreisen, die hierzu im Stande sind, wirksame Hilfe werde. K.-C. Tagung. Die anlässlich des 27. ordentlichen K.-C. Tages am 10. und 11. Januar 1931 in Frankfurt a. M. versammelten Mitglieder des Kartell-Convents der Verbindungen deutscher Studenten jüdischen Glaubens (K.-C.) haben in einer Protestresolution gegen die an mehreren Universitäica sichtbar gewordenen Bestrebungen zur Schaffung eines Numerus clausus für jüdische Studierende nachdrücklich Stellung genommen. Diese Bestrebungen werden in der Resolution als eine nationale Schmach bezeichnet, und der K.-C. versichert, dass er den Kampf der deutschen Studenten jüdischen Glaubens um ihr Heimatsrecht auf deutschen Universitäten in der gewissen Erwartung weiterführen werde, darin von allen deutschen Volksgenossen unterstützt zu werden. — Im Mittelpunkt der Festveranstaltung stand ein Vortrag von Herrn Rabbiner Dr. Lazarus über „Der Weg des deutschen Juden". Tagung für jüdische Kunstforschung. Unter Anwesenheit von Vertretern der bisher bestehenden Vereinigungen zur Pflege jüdischer Kunst fand kürzlich die Sitzung der neugegründeten „Arbeitsgemeinschaft für Sammlungen jüdischer Kunst und Altertümer' in M a in z statt. In der Hauptsache wurden Kommissionen ernannt, deren Aufgabe es ist, die Vorbereitungen für die geplante grosse Tagung der jüdischen Museumsvereine zu treffen. Unter diesen Kommissionen nimmt diejenige zur Errichtung eines photographischen Bildarchivs die hervorragendste Stelle ein; neben ihr sei die Kommission zur Schaffung einer Zeitschrift genannt. Museumstagung. Im Anschluss an die Mainzer Tagung der Arbeitsgemeinschaft für Sammlungen jüdischer Kunst und Altertümer waren die Teilnehmer auf Mittwoch, 14. Januar nach Frankfurt geladen. Die Gäste, darunter Vertreter aus Berlin, Prag, Lemberg, wurden zunächst bei einem kleinen Frühstück in Anwesenheit der Kommission des Museums jüdischer Altertümer, Frankfurt a. M. aind des Vorstands der Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler durch den ersten Vorsitzenden, Herrn Julius Goldschmidt, begrüsst. Anschliessend wurde eine gemeinsame Besichtigung des Museums unter Führung von Fräulein Ida Posen vorgenommen. Die schöne Sammlung fand allgemeine Anerkennung. Krankenkassen und rituelle Verpflegung. Der preussische Minister für Volkswohlfahrt hat verfügt, dass in Zukunft den Krankenkassen empfohlen werde, bei solchen jüdischen Kassenmitgliedern, die auf rituelle Verpflegung besonderen Wert legen, im Falle der Gewährung eines Erholung aufenthaltes die Möglichkeit ritueller Verpflegung zu berücksichtigen. Unter Umständen sollen du; bei der Kasse üblichen Verpflegungssätze für ein mit Zustimmung der Kasse von den Versicherten selbst gewähltes Erholungsheim gewährt werden. Volkstrauertag. Am Sonntag, 1. März, wird in diesem Jahr der Volkstrauertag begangen. Wie in den Ehrenfriedhöfen in der Heimat viele Hände am W-erk sind, um die Ruhestätten der Kriegsopfer zu schmücken, so ist es eine selbstverständliche Pflicht, an diesem Tag auch für die zahlreichen Gräber jenseits der Grenzen zu sorgen. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräber lürsorge bittet daher, ihm auch in diesem Jahr zu helfen, die loten zu ehren .und ihre Ruhestätten zu schmücken. Aliein in Frankreich sind mehr als 400 000 Deutsche begraben. Spenden werden auf das Postscheckkonto: Kriegsgrüberfürsorge Nr. 55900 Frank- Furt a. M. unter der bezeichnnug „Sammelgräberschmuck'* erbeten. Anträge für Kränze auf Einzelgräber au die Geschäftsstelle, Münzgasse 5. (Mitteilungen für die nächste Nummer müssen spätestens am 24. Februar bei der Schriftleitung vorliegen.) Hinweis. Aus Raumgründen können Vereinsanzeigen nur in beschränktem Umfang aufgenommen werden, insbesondere werden Arbeitsprogramme einzelner \ ereine, liörh.siens zweimal jährlich veröffentlicht. Auf einzelne Veranstaltungen wird in der Regel nur dann hingewiesen, wenn sie auch für Nichtmitglieder zugänglich sind. Talmud Thora-Verein. Vereinslokal Synagoge Börneplatz, Büro iheobaldstr. 6. Fortbildungsunterrieht für Knaben und Mädchen täglich in kleinen Abteilungen unter Leitung bewährter Lehrkräfte, tlnterrichtsl'olge: Tefillo, Chumisch, Chumisch mit Raschi, Mischua, Gemoro, hebr. Schreiben und hebr. Grammatik. Anmeldung für diesen Unterricht täglich im Büro, Theobaklstr. 6. Fortbildungsunterrieht für junge Leute täglich von 20 Uhr ab. Freies jüdisches Lehrhaus. Die von Dr. Eduard Stranss geleitete Arbeitsgemeinschaft über die Heilige Schrift findet regelmässig Donnerstag von 19K—20 Uhr im Lehrzimmer der Westendsynagoge (Nebeneingang Freiherr vom Stein-Strasse) statt. Die Teilnahme ist kostenlos und kann jederzeit erfolgen. Anfragen an Frl. Toni Oelsner, Niedenau 36 (Telefon 73559). Jüdischer Jugendverein „Montefiore" E. V. Verein zur Pflege der idealen Interessen jüdischer junger Leute, im Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands. 1. Vors. Lehrer Alfred Speyer, Sömmeringstr. 12, Geschäftsstelle: Philipp Falkenstein, b riedberger Landstr. 11, Heim:Eschersheimer Landstr. 65, II. Vorträge, Arbeitsgemeinschaften, Theatergruppe, Bücherausleihe, Wanderungen, Freitagabend-Fetern. Junggruppe: Bund jüdischer Pfadfinder. Selbsterziehung auf jüdischer Grundlage unter Anerkennung jeder jüdisch-religiösen Gesinnung. Fahrten und Heimabende, Auskunft durch Walter Rapp, Feldbergstr. 27 (Tel. 74715). Jüdisch-liberale Jugendgemeinschaft. Regelmässige Heimabende, Arbeitsgemeinschaften, gesellige Veranstaltungen, religiöse Feiern. Nähere Auskunft: Dr. Hugo Hoffmann, Ontermainanlage 7 (Tel. 34585). FERNRUF: SPESSART 61118, NACH GESCHAFTSSCHLUSS: NORDEN 94418 FRANKFURT AM MAIN, DARMSTÄDTER LANDSTRASSE 93 HANNS L. KATZ MALERu. WEISSBINDERARBEITEN, SCHRIFTEN Kohlen Koks Briketts Bockenheimer Landstraße 19 Oeto!£*/<or y Spezialität: la Ruhrzechenkoks ff. Zentralheizungen Maingau Sammelnummer 78141 Kehlenhandelsctesellschaft m. b. H.

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